Die Bestellungen bei deutschen Herstellern haben sich im September 2026 vom schwachen August erholt. Das Statistische Bundesamt meldet vorläufig 4,4 Prozent mehr Neuaufträge als im Vormonat. Über das gesamte dritte Quartal beträgt der Zuwachs gegenüber dem zweiten Quartal 0,2 Prozent. Die unterschiedlichen Bezugszeiträume erklären, weshalb beide Zahlen gleichzeitig stimmen. Destatis-Mitteilung vom 5. November 2026
Wie viel vom Augustverlust ist aufgeholt?
Destatis hatte für August zunächst einen Rückgang um 10,6 Prozent gegenüber Juli gemeldet. Mit den neueren Daten korrigierte das Amt den Wert auf minus 10,1 Prozent. Das Septemberplus baut also auf einem deutlich niedrigeren Niveau auf. Erste Augustmeldung · Septembermeldung mit revidiertem Augustwert
Ein Rechenbeispiel zeigt den Abstand. Setzt man den Juli auf 100, fällt der Wert im August auf 89,9. Nach einem Plus von 4,4 Prozent steigt er im September rechnerisch auf rund 93,9. Der September liegt damit etwa sechs Prozent unter dem Juli. Die Rechnung verwendet die gerundeten veröffentlichten Monatsraten. Die amtliche Indexreihe hat ihre eigene Basis, den Jahresdurchschnitt 2021. Auftragseingangsindex in GENESIS-Online
Wie unterscheiden sich die Vergleichszeiträume?
| Zeitraum | Realer Auftragseingang |
|---|---|
| September 2026 gegenüber August 2026 | +4,4 % |
| Juli bis September gegenüber April bis Juni 2026 | +0,2 % |
| September 2026 gegenüber September 2025 | +3,3 % |
Im Monats- und Quartalsvergleich rechnet Destatis Saison- und Kalendereffekte heraus. Der Vergleich mit September 2025 stellt das Niveau im gleichen Kalendermonat gegenüber und ist kalenderbereinigt. Ein Quartal bündelt drei Monate und dämpft einzelne Ausschläge. Das nahezu unveränderte Quartalsniveau gibt dem kräftigen Monatsplus seinen Kontext. Werte und Bereinigung in der Septembermeldung
Wie stark beeinflussen Großaufträge das Ergebnis?
Die Reihe ohne gemeldete Großaufträge stieg im September zum Vormonat um 5,1 Prozent. Auch für diese Reihe fällt der Quartalsvergleich mit plus 0,1 Prozent flach aus. Die beiden Monatsraten beziehen sich jeweils auf ihre eigene Reihe. Ihre Differenz liefert keinen Eurobetrag für einzelne Großaufträge. Septembermeldung · GENESIS-Reihe ohne Großaufträge
Welche Branchen zogen an?
Die Autoindustrie trug mit plus 10,5 Prozent zum Vormonat wesentlich zum Septemberanstieg bei. Destatis nennt für die zuvor schwachen Monate unter anderem Umstellungen in der Produktion und Werksferien. Im Maschinenbau stiegen die Bestellungen um 8,3 Prozent. Dazu trug ein Großauftrag für Motoren und Turbinen bei. Der sonstige Fahrzeugbau, zu dem etwa Flugzeuge, Schiffe und Züge zählen, verzeichnete einen Rückgang um 10,4 Prozent. Branchenaufteilung bei Destatis
Das Wirtschaftsministerium meldet zusätzlich steigende Bestellungen etwa bei Chemie und elektrischen Ausrüstungen sowie einen Rückgang in der Metallerzeugung. Die Monatsbilanz fällt je nach Branche unterschiedlich aus. Branchenauswertung des Wirtschaftsministeriums vom 5. November
Woher kamen die Bestellungen?
Die Nachfrage aus dem Inland lag 6,6 Prozent über dem August. Das Ausland legte um 2,8 Prozent zu. Dabei stiegen die Bestellungen aus dem Euroraum um 4,5 Prozent und aus den übrigen Ländern um 1,6 Prozent. Alle Werte vergleichen September mit August. Die Raten zeigen die jeweilige Veränderung in einem Absatzgebiet. Für dessen Anteil am Gesamtanstieg kommt es auch auf das Gewicht des Gebiets im Index an. Aufträge nach Absatzgebiet bei Destatis · Methodik der Indexberechnung
Wie entwickelten sich die Umsätze?
Der preisbereinigte Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe wuchs im September um 0,2 Prozent zum August und um 2,0 Prozent zum Vorjahresmonat. Aufträge gehen mit ihrer Annahme in die Statistik ein. Der Umsatz erfasst abgerechnete Lieferungen und Leistungen. Eine im September bestellte Maschine kann deshalb erst in einer späteren Umsatzmeldung auftauchen. Umsatzwerte für September · Destatis-Definitionen zu Umsatz und Auftragseingang
Was lässt sich aus dem Index ableiten?
Destatis erfasst für den Auftragsindex ausgewählte Zweige des verarbeitenden Gewerbes. Die zugrunde liegende monatliche Erhebung umfasst Betriebe mit mindestens 50 tätigen Personen. Preisindizes rechnen den Einfluss von Preisänderungen heraus, Gewichte berücksichtigen die Bedeutung der Branchen im Basisjahr. Fehlende Meldungen können zunächst durch Schätzungen eingehen und später eine Revision auslösen. Qualitätsbericht des Statistischen Bundesamtes
Fazit. Im September zogen die Bestellungen an, auch in der Reihe ohne Großaufträge. Einen Teil des Augustverlusts holten die erfassten Betriebe damit auf. Im Vergleich der beiden Quartale bewegte sich der Auftragseingang nur wenig. Ob sich die höhere Nachfrage verstetigt und später im Umsatz niederschlägt, bleibt anhand weiterer Monatsdaten zu prüfen.
