Aktualisiert am 9. September 2026. Amtlicher Datenstand: 8. September 2026, 15:06 Uhr (MESZ). Alle 2.661 Wahlbezirke erfasst; vorläufiges amtliches Ergebnis.
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent der gültigen Zweitstimmen vor der CDU mit 17,2 Prozent gewonnen. Die amtliche Sitzverteilung weist der AfD 39 von 83 Mandaten zu. Zur absoluten Mehrheit von 42 Sitzen fehlen ihr drei. Das Auszählungsergebnis liegt damit landesweit vor; die Regierungsbildung ist dadurch nicht entschieden.
Mehrheiten selbst ausprobieren: In unserem interaktiven Sitzrechner kannst du Parteien an- und abwählen und prüfen, welche Kombinationen die Mehrheit von 42 Sitzen erreichen. Die Grafik zeigt rechnerische Möglichkeiten, keine vereinbarten Koalitionen.
Das vorläufige amtliche Ergebnis
Die Landesergebnistabelle der Landeswahlleiterin erfasst 2.661 von 2.661 Wahlbezirken. Verzeichnet sind 1.315.315 gültige Zweitstimmen. Die Wahlbeteiligung beträgt 77,8 Prozent. Die folgende Tabelle verbindet diesen Stimmenstand mit der separat veröffentlichten amtlichen Sitzverteilung. Beide Seiten tragen den Datenstand 8. September 2026, 15:06 Uhr.
| Partei | Zweitstimmen | Anteil | Sitze |
|---|---|---|---|
| AfD | 576.037 | 43,8 % | 39 |
| CDU | 226.622 | 17,2 % | 15 |
| SPD | 122.303 | 9,3 % | 8 |
| Grüne | 117.498 | 8,9 % | 8 |
| Die Linke | 112.541 | 8,6 % | 8 |
| BSW | 69.291 | 5,3 % | 5 |
| FDP | 33.969 | 2,6 % | 0 |
Gezeigt sind die sieben Parteien mit den höchsten Zweitstimmenanteilen. Weitere Parteien erhielten zusammen 57.054 Zweitstimmen und keine Sitze. Die Prozentwerte sind amtlich auf eine Nachkommastelle gerundet. Deshalb können selbst addierte Prozentwerte von einer Berechnung mit den ungerundeten Stimmenzahlen abweichen.
Vollständig ausgezählt heißt noch nicht endgültig festgestellt
„Vorläufig“ bezeichnet hier das landesweite Ergebnis nach Abschluss der Auszählung auf Basis der Schnellmeldungen. Es ist keine Hochrechnung und kein unvollständiger Wahlabend-Zwischenstand mehr. Die Landeswahlleiterin erläutert den weiteren Ablauf: Auf die Prüfung der Wahlunterlagen folgt die endgültige Feststellung durch den Landeswahlausschuss, vorgesehen für den 22. September 2026. Bis dahin bezeichnet Evidico die veröffentlichten Zahlen ausdrücklich als vorläufiges amtliches Ergebnis.
Die Zahl der ausgewiesenen Wahlbezirke beträgt in der aktuellen amtlichen Tabelle 2.661. Unsere gesicherten Abrufe vom Wahlabend wiesen noch 2.660 als Gesamtzahl aus. Diese Änderung wird nicht stillschweigend rückdatiert. Die aktuelle Gesamtzahl übernehmen wir aus der heutigen amtlichen Darstellung; eine Ursache für die Änderung lässt sich aus der Ergebnistabelle allein nicht feststellen.
83 Sitze: Welche Mehrheiten sind rechnerisch möglich?
Der AfD stehen 39 Sitze zu, der CDU 15. SPD, Grüne und Linke erhalten jeweils acht, das BSW fünf. Das ergibt zusammen 83 Sitze. Mehr als die Hälfte sind 42. Die folgende Rechnung addiert Parteisitze; sie ist keine Prognose über Koalitionen, einzelne Abgeordnete oder das tatsächliche Abstimmungsverhalten.
- AfD allein: 39 Sitze. Drei fehlen zur absoluten Mehrheit.
- AfD und BSW: 44 Sitze. Auch mit jeder anderen im neuen Landtag vertretenen Partei würde die AfD rechnerisch über 42 kommen.
- CDU, SPD, Grüne und Linke: 39 Sitze. Das reicht nicht zur absoluten Mehrheit.
- CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW: 44 Sitze. Eine absolute Mehrheit ohne die AfD erfordert bei einer Rechnung mit vollständigen Parteigruppen die Zusammenarbeit aller fünf übrigen Parteien.
Die Fünfprozenthürde beeinflusst die Verteilung der Listenmandate: Das BSW liegt mit 5,3 Prozent darüber, die FDP mit 2,6 Prozent darunter und erhält laut amtlicher Sitztabelle kein Mandat. Maßgeblich sind die gesetzlichen Regeln und die veröffentlichte Mandatszuteilung, nicht eine eigene Umrechnung gerundeter Prozentwerte.
Wer die Regierung bildet, entscheidet sich im Landtag
Die stärkste Partei stellt nicht automatisch den Ministerpräsidenten. Nach Artikel 65 der Landesverfassung wählt ihn der Landtag. Zunächst ist die Mehrheit seiner Mitglieder nötig; für einen möglichen dritten Wahlgang gilt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Der Landtag erläutert das auf seiner Seite zur Ministerpräsidentenwahl.
Ein Sitzrechner beantwortet daher zunächst nur, ob eine gewählte Kombination mindestens 42 Mandate umfasst. Politische Bereitschaft, Koalitionsverhandlungen und andere Abstimmungssituationen sind gesonderte Fragen. Aus 44 rechnerischen Sitzen folgt keine vereinbarte Koalition; aus 39 Sitzen allein folgt keine sichere Wahl eines Regierungschefs.
Was wir am ZDF-Beitrag prüfen
Ausgangspunkt dieses Sonderartikels ist das ZDFheute-Video „Hochrechnung: AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung vor CDU“. Seine zentrale Ergebnisbotschaft wird auch durch das vollständig ausgezählte vorläufige amtliche Ergebnis gestützt. Der Beitrag prüft diese Botschaft und ihre Einordnung, nicht sämtliche Interviews und Aussagen der mehr als zweistündigen Sendung. Die neuen amtlichen Ergebnisse sind eine nachträgliche Aktualisierung und werden nicht dem älteren Video zugeschrieben.
Warum die Zahlen am Wahlabend anders waren
Eine Hochrechnung schätzt den späteren Gesamtausgang, ein amtlicher Zwischenstand summiert die bereits gemeldeten Ergebnisse. Noch fehlende Bezirke werden in der amtlichen Zwischentabelle nicht statistisch ergänzt. Unterschiedliche Regionen und Wahlbezirke können zu verschiedenen Zeiten fertig werden. Deshalb dürfen Werte aus verschiedenen Methoden und Uhrzeiten nicht als einheitliches Ergebnis zusammengeführt werden. Die ZDF-Erklärung zu den Wahlgrafiken ordnet die Begriffe ein.
Die bisherigen Wahlabendzahlen bleiben unten zur Nachvollziehbarkeit dokumentiert. Für den aktuellen Ergebnisstand gelten ausschließlich die vollständig erfassten vorläufigen amtlichen Zahlen oben.
Fazit
Der große Vorsprung der AfD vor der CDU ist belegt: 43,8 gegenüber 17,2 Prozent der Zweitstimmen. Alle Wahlbezirke sind erfasst. Mit 39 von 83 Sitzen hat die AfD keine eigene absolute Mehrheit. Die amtlich endgültige Feststellung und die Regierungsbildung sind weitere Schritte; beides darf nicht mit dem Ergebnis der Auszählung gleichgesetzt werden.
Aktualisierungsprotokoll: Herkunft der früheren Zahlen
- 6. September 2026, erste Fassung um 23:15 Uhr: Amtlicher Zwischenstand von 22:30 Uhr: AfD 44,8 und CDU 16,8 Prozent. Die gesicherte Landesgesamtzeile enthielt 539.506 beziehungsweise 202.552 von 1.204.156 gültigen Zweitstimmen. Das waren Teilstände und keine Endzahlen.
- 6. September 2026, Update um 23:36 Uhr: Amtlicher Zwischenstand 23:13 Uhr: AfD 44,6 und CDU 16,9 Prozent, 2.531 von damals ausgewiesenen 2.660 Bezirken. Daneben wurde die ZDF-Hochrechnung 22:29 Uhr mit 44,2 und 17,4 Prozent ausgewiesen.
- 9. September 2026: Laufende Ergebnisdarstellung, Titel, Metadaten, Grafik, Claims und Audiotext auf das vollständige vorläufige amtliche Ergebnis mit Datenstand 8. September 2026, 15:06 Uhr umgestellt. Amtliche Sitzverteilung und rechnerische Mehrheiten ergänzt. Die früheren Zahlen stehen nur noch als ausdrücklich historische Dokumentation hier.
