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Gesellschaft

Die sogenannte Völkerwanderung: Zogen wirklich ganze Völker durch Europa?

Zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert bewegten sich Menschen, Armeen und Verbände durch Europa – das vertraute Bild homogener wandernder Völker ist jedoch historisch irreführend

KI-generierte historische Rekonstruktion einer gemischten Reisegruppe der Spätantike an einer römischen Straße
Redaktionelle Rekonstruktion zur sogenannten Völkerwanderung und zur Vielfalt mobiler Gruppen in der Spätantike. KI-GENERIERT.

Kurzfazit

Eine Deutschlandfunk-Sendung stellt das klassische Schulbuchbild der Völkerwanderung infrage. Der Forschungsstand stützt diese Kritik: Es gab Migration, Flucht, Krieg und neue Herrschaften, aber keine einzige, planmäßige Wanderung klar abgegrenzter Völker. Gruppen wie Goten, Vandalen und Hunnen waren wandelbar, oft gemischt und eng mit dem Römischen Reich verflochten. Auch 476 war kein plötzlicher Untergang der römischen Welt.

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Auf historischen Karten sieht es oft eindeutig aus: Pfeile führen Goten, Vandalen, Hunnen oder Langobarden quer durch Europa, als hätten sich geschlossene Völker gemeinsam auf den Weg gemacht. Die Deutschlandfunk-Sendung vom 4. September 2026 zerlegt genau dieses Bild. Das Ergebnis ist differenzierter: Zwischen dem späten 4. und dem 6. Jahrhundert gab es erhebliche Mobilität, Vertreibung, Gewalt und politische Neuordnung. Doch die Akteure waren keine unveränderlichen Nationen der Antike, und ihre Wege folgten keinem einheitlichen Plan.

Das Wichtigste in Kürze

Der Ausdruck „Völkerwanderung“ ist ein später Epochenbegriff, kein Name, den Zeitgenossen für einen klar abgegrenzten Vorgang verwendeten. Die traditionelle Spanne von ungefähr 375 bis 568 bleibt als Orientierung nützlich. Sie darf aber nicht mit einer einzigen Ursache oder einer geschlossenen Bewegung verwechselt werden.

Die Forschung beschreibt vielfach wechselnde militärische Verbände, Gefolgschaften, Familien und weitere Begleitgruppen. Solche Gemeinschaften konnten Menschen aufnehmen, verlieren, sich teilen und unter neuen Namen politisch formieren. Rom stand ihnen zudem nicht nur als Gegner gegenüber: Es war Ziel, Arbeitgeber, Vertragspartner und Machtzentrum. Der Umbruch Westroms hatte gleichzeitig militärische, politische, wirtschaftliche und innere Ursachen.

Warum der Begriff schon eine Geschichte erzählt

Der Begriff „Völkerwanderung“ lenkt den Blick auf wandernde Völker als treibende Kraft. Die Bundeszentrale für politische Bildung weist darauf hin, dass diese Bezeichnung erst in der Neuzeit entstand und im 19. Jahrhundert eng mit nationalen Geschichtsbildern verbunden wurde. Das verbreitete Narrativ von vitalen Germanen, die ein angeblich dekadentes Rom verdrängten und dabei die späteren europäischen Nationen begründeten, projiziert moderne Vorstellungen weit zurück.

Das heißt nicht, dass es keine Gruppenidentitäten gab. Namen wie Goten, Vandalen oder Franken tauchen in den Quellen auf und konnten politische Bindung schaffen. Aber Identität war kein biologisch festes Paket. Führung, militärischer Erfolg, Verträge, Siedlungsraum, Religion und gemeinsame Erzählungen konnten aus wechselnden Gefolgschaften neue Gemeinschaften formen. Deshalb setzen viele Fachleute „Völkerwanderung“ in Anführungszeichen oder sprechen von Migration und Transformation der spätantiken Welt.

Keine Marschkolonnen moderner Nationen

Die Sendung beschreibt die mobilen Einheiten als häufig gemischte Heeres- und Beutegemeinschaften mit einem teils großen Tross. Das deckt sich mit der fachwissenschaftlichen Debatte. Der bpb-Beitrag unterscheidet ausdrücklich zwischen Flüchtlingsgruppen, mobilen Armeen, Föderaten, Kriegerverbänden, Reiterkonföderationen und bäuerlichen Kleingruppen. Diese Kategorien konnten sich überschneiden und verändern.

Auch archäologische Funde lassen sich nicht automatisch einem „Volk“ zuordnen. Kleidung, Waffen oder Bestattungsformen zeigen kulturelle Kontakte und soziale Selbstinszenierung, aber nicht ohne Weiteres eine klar abgegrenzte Abstammungsgemeinschaft. Eine aktuelle Studie in Archaeological Dialogues beschreibt ethnische Identität als Ergebnis sozialer Aushandlung und warnt vor scharf gezogenen Grenzen zwischen Gruppen.

Rom war Gegner und zugleich Anziehungspunkt

Das klassische Bild stellt Römer und Germanen wie zwei getrennte Blöcke gegenüber. Tatsächlich bestanden lange vor dem 5. Jahrhundert Handel, Diplomatie, Militärdienst und Ansiedlungen. Rom nahm nicht-römische Truppen als Föderaten unter eigenen Anführern in Dienst, stellte Versorgung oder Land in Aussicht und nutzte sie in inneren wie äußeren Kriegen. Umgekehrt suchten mobile Verbände Zugang zu römischen Ressourcen, Rechtsstatus und Siedlungsraum.

Damit verschwimmt die Grenze zwischen äußerer Invasion und innerem Machtkampf. Alarich hatte im römischen Militär gedient, andere Anführer handelten mit Kaisern, wechselten Bündnisse oder kämpften in römischen Bürgerkriegen. Die Heilbrunn Timeline des Metropolitan Museum of Art ordnet die zunehmende Einbindung nicht-römischer Führer und ihrer Gefolgschaften in die römische Armee ausdrücklich in die innere Entwicklung des Reiches ein.

Waren die Hunnen der eine Auslöser?

Der traditionelle Beginn um 375 hängt mit dem Vordringen hunnischer Verbände in den Schwarzmeerraum zusammen. Dieses Vordringen setzte nachweislich weitere Gruppen unter Druck und war für die Donaukrise von 376 bedeutsam. Die Sendung betont aber zu Recht, dass die Prozesse früher einsetzten und nicht auf einen einzigen „Hunnensturm“ reduziert werden können.

Über die Hunnen wissen wir überwiegend aus römischen Texten. Eigene hunnische Schriftzeugnisse fehlen, und römische Autoren griffen häufig auf stereotype Beschreibungen angeblich wilder Barbaren zurück. Mischa Meier beschreibt in der Sendung keine ethnisch einheitliche Masse, sondern zeitweise verbundene, hochmobile Reiterkriegergruppen. Ihre Zusammensetzung und Führung änderten sich. Auch die Motive ihres Vordringens – Ressourcen, politische Chancen, Umweltbedingungen oder Druck anderer Steppengruppen – lassen sich nicht auf eine abschließend bewiesene Ursache reduzieren.

Der Weg der Vandalen: real, aber nicht so geradlinig wie der Kartenpfeil

Die Vandalen eignen sich als Beispiel, weil ihre Herrschaft schließlich in Nordafrika lag. Verbände überschritten um 406 gemeinsam mit weiteren Gruppen den Rhein, zogen durch Gallien und Spanien und setzten 429 nach Nordafrika über. 439 nahmen sie Karthago ein und errichteten ein Reich, das bis zur oströmischen Eroberung im 6. Jahrhundert bestand.

Der Ablauf ist in den Grundzügen gut belegt. Weniger sicher sind die exakten Ausgangspunkte, Gruppengrößen, Motive und durchgehenden Routen. Zeitgenössische und spätere römische Berichte sind lückenhaft und parteiisch. Der populäre Kartenpfeil verdichtet deshalb Jahrzehnte wechselnder Entscheidungen zu einer geraden Linie. Auch die Behauptung, die Vandalen seien einfach vor Attila geflohen, passt zeitlich nicht: Ihr Rheinübergang lag Jahrzehnte vor Attilas Alleinherrschaft.

Westrom fiel nicht nur wegen der Migration

476 setzte Odoaker den jungen Kaiser Romulus Augustulus ab. Dieses Datum ist ein praktischer Marker für das Ende des weströmischen Kaisertums in Italien, aber keine Erklärung. Westrom hatte zuvor Gebiete und Steuereinnahmen verloren, war durch Bürgerkriege, rivalisierende Militärführer, Finanzprobleme und Grenzkonflikte geschwächt. Mit der vandalischen Kontrolle Nordafrikas ging eine besonders wichtige Steuer- und Versorgungsregion verloren.

Der Deutschlandfunk-Beitrag zu 476 beschreibt entsprechend ein Bündel von Ursachen. Odoaker schaffte römische Verwaltung, Recht und Eliten nicht über Nacht ab. Im Osten bestand das römische Reich mit Konstantinopel fast weitere tausend Jahre. Wer „die Völkerwanderung“ als einzelnen Hammerschlag gegen Rom darstellt, übersieht diese Kontinuitäten.

Was entstand nach dem weströmischen Kaisertum?

Auf ehemals weströmischem Boden bildeten sich Reiche unter gotischen, vandalischen, fränkischen und anderen Führungen. Sie waren weder reine Fortsetzungen Roms noch vollkommen neue Nationalstaaten. Herrscher übernahmen römische Ämter, Steuern, Rechtstraditionen, Städte und christliche Institutionen, während sich zugleich neue Machtordnungen entwickelten.

Gerade die Ostgotenherrschaft unter Theoderich zeigt diese Doppelstruktur. Theoderich regierte mit römischen Eliten und Institutionen, während seine militärische Gefolgschaft eine besondere Stellung behielt. Identität entstand somit auch nach der Ansiedlung: durch Nachbarschaft, Herrschaft, Erinnerungspolitik und die Erzählung einer gemeinsamen Herkunft.

Warum 568 oft als Ende gilt

Die traditionelle Endmarke 568 verweist auf den Einzug der Langobarden nach Italien. Davor hatte Kaiser Justinian versucht, Gebiete des ehemaligen Westreichs zurückzuerobern. Der langjährige Gotenkrieg verwüstete Italien erheblich. Als die Langobarden eintrafen, fanden sie regional stark geschwächte politische und wirtschaftliche Strukturen vor.

Auch 568 war jedoch kein europaweit synchroner Schlussstrich. Migrationen, Slawenexpansion, Kriege und politische Neuordnungen liefen weiter. Das Datum markiert eher eine neue Phase in Italien. Es zeigt zugleich, warum die Epoche nicht wie ein einzelnes Ereignis behandelt werden sollte: Je nach Region verlief der Wandel anders und zu unterschiedlichen Zeiten.

„Germanisch“ bedeutet nicht „deutsch“

Ein weiterer Fallstrick ist die Rückprojektion moderner Nationen. Sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten rechtfertigen es nicht, Goten, Vandalen oder Franken als frühe Deutsche zu behandeln. Viele Menschen in diesen Verbänden sprachen unterschiedliche Sprachen, kamen aus verschiedenen Regionen und lebten in römisch geprägten Räumen. Ihre Loyalität galt häufig einem Anführer, einer Armee, einem Reich oder einer lokalen Gemeinschaft – nicht einer Nation im heutigen Sinn.

Auch Herkunftsgeschichten, die eine Gruppe weit in die Vergangenheit zurückführen, erfüllten politische Zwecke. Sie konnten Herrschaft legitimieren und Rang gegenüber römischen Eliten schaffen. Solche Texte sind historische Quellen für Selbstbilder, aber keine neutralen Reiseprotokolle.

Was der Faktencheck bestätigt – und wo Grenzen bleiben

Die Kernaussage der Deutschlandfunk-Sendung ist gut gestützt: Das Schulbuchbild ganzer, homogener Völker auf geraden Wanderrouten ist irreführend. Belegt sind reale Bewegungen, Flucht, Kriege, Ansiedlungen und neue Reiche. Ebenso belegt sind enge Verflechtungen mit der römischen Welt und die wandelbare Zusammensetzung vieler Gruppen.

Unklar bleiben zahlreiche Detailfragen. Die antike Überlieferung wurde überwiegend von römischen oder späteren Autoren verfasst; Zahlenangaben können übertrieben sein; archäologische Funde erlauben selten eine eindeutige ethnische Zuordnung. Auch Ursachenketten – etwa Klima, Bevölkerungsdruck oder ein bestimmter Auslöser – sind oft nur teilweise rekonstruierbar. Deshalb ist nicht jedes Fragezeichen ein Mangel, sondern Teil seriöser Geschichtswissenschaft.

Fazit

„Völkerwanderung“ kann als bekannte Kurzbezeichnung dienen, wenn ihre Grenzen mitgesagt werden. Historisch genauer ist das Bild einer langen, regional unterschiedlichen Transformation: Menschen und militärische Verbände bewegten sich, flohen, kämpften, handelten Verträge aus und gründeten Herrschaften. Ihre Identitäten waren wandelbar; Rom war Gegner und Partner zugleich; Westrom zerfiel aus mehreren Gründen. Nicht ganze moderne Nationen marschierten durch Europa. Die eigentliche Geschichte handelt von Mobilität, Macht und der Entstehung neuer Gemeinschaften aus einer eng verflochtenen spätantiken Welt.

Geprüfte Aussagen

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Geprüfte AussageZeitstempel: 39–115

Der Begriff ist ein später Deutungsrahmen und wird in der Forschung kritisch verwendet.

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Kontext fehlt
Originalauszug
Viele Fachleute verwenden den Begriff Völkerwanderung nur noch mit Vorbehalt.
Einordnung

Die Bezeichnung ist kein antiker Epochenname und transportiert die Vorstellung geschlossener wandernder Völker. Fachliteratur spricht deshalb häufig präziser von Migration und Transformation.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
Geprüfte AussageZeitstempel: 130–260

Viele mobile Gruppen waren heterogen und veränderten ihre Zusammensetzung.

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Nicht überprüfbar
Originalauszug
Es bewegten sich keine homogenen Völker, sondern häufig Heeresverbände mit einem Tross.
Einordnung

Fachliteratur unterscheidet Flüchtlinge, Föderaten, mobile Armeen, Kriegerverbände und weitere Gruppen. Diese konnten Menschen aufnehmen, verlieren oder sich teilen.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
  3. SonstigeArchaeological Dialogues / Cambridge University Press
    Veröffentlicht 30.11.-0001
Geprüfte AussageZeitstempel: 185–300

Nicht-römische Truppen dienten vertraglich im römischen Militär und erhielten Versorgung oder Siedlungsmöglichkeiten.

Originalstelle öffnenKontext öffnenPrüfstatus: Quelle geprüft
Richtig
Originalauszug
Rom setzte germanische Föderaten ein und war mit den mobilen Verbänden eng verflochten.
Einordnung

Militärdienst, Verträge und Ansiedlungen sind gut belegt. Die Grenze zwischen äußerem Gegner und innerem römischem Machtfaktor war deshalb durchlässig.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
  3. SonstigeThe Metropolitan Museum of Art – Heilbrunn Timeline
    Veröffentlicht 30.11.-0001
Geprüfte AussageZeitstempel: 300–385

Hunnischer Druck verstärkte Flucht und Konflikte, während Mobilität und Grenzdynamiken schon früher bestanden.

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Nicht überprüfbar
Originalauszug
Das Vordringen der Hunnen war wichtig, aber nicht der alleinige Beginn eines völlig neuen Prozesses.
Einordnung

375 bleibt eine gebräuchliche Orientierungsmarke. Eine monokausale Kette vom Hunnenvordringen bis zum Ende Westroms wird der längeren Entwicklung nicht gerecht.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
  3. SonstigeJournal of Roman Archaeology / Cambridge University Press
    Veröffentlicht 30.11.-0001
Geprüfte AussageZeitstempel: 970–1124

Hunnische Verbände waren nicht als ethnisch einheitliches Volk organisiert.

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Nicht überprüfbar
Originalauszug
Die Hunnen waren ein zeitweiliges Konglomerat hochmobiler Reiterkriegerverbände.
Einordnung

Eigene hunnische Schriftquellen fehlen; römische Texte sind stereotyp geprägt. Die Forschung beschreibt wechselnde Konföderationen und warnt vor einer einfachen ethnischen Ursprungserzählung.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
  3. SonstigeJournal of Roman Archaeology / Cambridge University Press
    Veröffentlicht 30.11.-0001
Geprüfte AussageZeitstempel: 403–765

Die Grundstationen des vandalischen Machtaufbaus sind belegt, genaue Routen und Gruppengrößen aber unsicher.

Originalstelle öffnenKontext öffnenPrüfstatus: Quelle geprüft
Überwiegend richtig
Originalauszug
Vandalische Verbände zogen über Gallien und Spanien nach Nordafrika und nahmen Karthago ein.
Einordnung

Rheinübergang, Aufenthalt in Spanien, Übersetzen nach Afrika und Einnahme Karthagos sind historisch gut fassbar. Karten verdichten jedoch Jahrzehnte und Quellenlücken zu einer scheinbar geraden Route.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
  3. SonstigeThe Metropolitan Museum of Art
    Veröffentlicht 30.11.-0001
Geprüfte AussageZeitstempel: 1304–1491

Das Ende des weströmischen Kaisertums lässt sich nicht auf Migration allein reduzieren.

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Richtig
Originalauszug
Westrom scheiterte an einem Bündel militärischer, wirtschaftlicher und innerpolitischer Probleme.
Einordnung

Gebiets- und Einnahmeverluste, Bürgerkriege, rivalisierende Militärführer, Grenzkonflikte und Finanzprobleme wirkten zusammen. 476 ist ein Marker, keine vollständige Ursache.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
  3. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 28.08.2026Abgerufen 30.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 1489–1780

Politische Herrschaft änderte sich, während Recht, Verwaltung, Eliten und Kultur regional fortwirkten.

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Richtig
Originalauszug
Nach 476 bestanden römische Strukturen weiter und die Nachfolgereiche übernahmen vieles.
Einordnung

Odoaker und Theoderich regierten Italien unter Nutzung römischer Institutionen; im Osten bestand das Römische Reich fort. Ein abrupter Zivilisationsbruch 476 ist nicht belegt.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeThe Metropolitan Museum of Art – Heilbrunn Timeline
    Veröffentlicht 30.11.-0001
  3. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 28.08.2026Abgerufen 30.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 2430–2705

Gruppenidentitäten waren veränderlich und wurden politisch sowie sozial ausgehandelt.

Originalstelle öffnenKontext öffnenPrüfstatus: Quelle geprüft
Nicht überprüfbar
Originalauszug
Die sogenannten Gentes waren fluktuierende und polyethnische Gemeinschaften; Identität entstand auch nach der Ansiedlung.
Einordnung

Fachliteratur beschreibt Ethnogenese und soziale Aushandlung statt unveränderlicher Abstammungsblöcke. Herkunftserzählungen konnten politische Identität nachträglich stabilisieren.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
  3. SonstigeArchaeological Dialogues / Cambridge University Press
    Veröffentlicht 30.11.-0001
Geprüfte AussageZeitstempel: 2856–3050

568 ist eine traditionelle Endmarke, aber kein europaweit gleichzeitiger Schlussstrich.

Originalstelle öffnenKontext öffnenPrüfstatus: Quelle geprüft
Kontext fehlt
Originalauszug
Der Gotenkrieg verwüstete Italien; der Einzug der Langobarden ab 568 markiert eine neue Phase.
Einordnung

Justinians Rückeroberungskriege schwächten Italien erheblich. Die langobardische Herrschaft veränderte die Lage erneut, während Mobilität und Transformation in anderen Regionen weitergingen.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeDeutschlandfunk Nova
    Veröffentlicht 04.09.2026
  2. SonstigeBundeszentrale für politische Bildung / Aus Politik und Zeitgeschichte
    Veröffentlicht 24.06.2016
  3. SonstigeThe Metropolitan Museum of Art
    Veröffentlicht 30.11.-0001

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung vorbereitet. Die finale Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung erfolgt redaktionell.

Trotz sorgfältiger Bearbeitung können Fehler oder Auslassungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Maßgeblich bleiben das Originalvideo und die verlinkten Quellen.

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Gesamtfazit

Zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert gab es erhebliche Migration, Flucht, Krieg und politische Neuordnung. Das klassische Bild geschlossener Völker auf geraden Wanderrouten ist jedoch falsch. Viele Verbände waren gemischt, veränderlich und eng mit Rom verbunden. Auch der Zerfall Westroms hatte mehrere Ursachen und keinen einzigen Stichtag.