Außen- und Sicherheitspolitik

Faktencheck: Hopf & Kettner über Selenskyj, Mendel, Korruption und Ukrainekrieg

Einige Grunddaten stimmen – viele der härtesten Vorwürfe beruhen aber nur auf Mendels Interview und sind nicht unabhängig belegt.

Faktencheck: Hopf & Kettner über Selenskyj, Mendel, Korruption und Ukrainekrieg

Kurzfazit

Der Faktencheck prüft zentrale Aussagen aus dem Hopf-&-Kettner-Video über Yuliia Mendels Tucker-Carlson-Interview. Belegt sind Mendels frühere Funktion als Selenskyjs Pressesprecherin, Selenskyjs Karriere als Schauspieler und seine Rolle als fiktiver Präsident, die Istanbul-Verhandlungen 2022, die hohe ukrainische Staatsverschuldung, die große westliche Unterstützung, ein Energiesektor-Korruptionsskandal und der starke demografische Druck. Unbelegt oder irreführend sind dagegen Drogenvorwürfe, die Goebbels-Propaganda-Behauptung, eine sichere persönliche Einigung Selenskyjs zur Abgabe des Donbas, eine von Johnson und Biden eindeutig verhinderte Friedenslösung sowie die pauschale Aussage, die Ukraine werde allein wegen des Bevölkerungsverhältnisses sicher verlieren.

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Geprüftes Video

Hinweis zur Prüfung

Bewertet werden konkrete Aussagen nach aktueller Quellenlage. Automatische Transkripte können Fehler enthalten; wörtliche Zitate, Zahlen und zentrale Claims werden vor Veröffentlichung am Originalvideo geprüft.

Fazit: Das Video bespricht ein Interview von Tucker Carlson mit Yuliia Mendel, die von 2019 bis 2021 Pressesprecherin von Präsident Wolodymyr Selenskyj war. Mehrere Basisdaten stimmen: Mendel hatte tatsächlich diese Funktion, Selenskyj war vor seiner Wahl Schauspieler und Komiker und spielte in Diener des Volkes einen fiktiven ukrainischen Präsidenten. Auch die hohe Staatsverschuldung der Ukraine, der demografische Druck, die westliche Milliardenhilfe und ein großer Korruptionsskandal im Energiesektor sind belegbar.

Was wurde geprüft?

Geprüft wurden Aussagen zu Mendels Rolle, Selenskyjs Karriere, nicht abgehaltenen Wahlen, den Istanbul-Verhandlungen 2022, einer angeblichen Donbas-Abgabe, Johnsons und Bidens Rolle, NATO-Versprechen, Korruptionsvorwürfen, Drogenvorwürfen, ukrainischer Demografie, westlicher Hilfe, zivilen Opferzahlen und ukrainischer Staatsverschuldung. Reine Wertungen über Selenskyjs Charakter, westliche Medien, Moral, Frieden oder persönliche Motive wurden nicht als wahr oder falsch bewertet.

Mendel ist eine echte frühere Insiderin – aber nicht jede Behauptung ist belegt

Yuliia Mendel war tatsächlich Selenskyjs Pressesprecherin. Gerade deshalb ist ihr Interview faktisch relevant. Trotzdem sind einige der härtesten Aussagen nicht unabhängig verifizierbar. Die Behauptungen, Selenskyj habe intern „Goebbels-Propaganda“ verlangt oder sei Kokainkonsument, stützen sich im geprüften Material im Wesentlichen auf Mendels Erzählung beziehungsweise Hörensagen. Kyiv Post ordnete diese Vorwürfe als unsubstantiierte Aussagen ein, weil sie angeblich hinter verschlossenen Türen stattgefunden hätten und keine konkreten Belege vorgelegt wurden.

Wahlen und Demokratie unter Kriegsrecht

Die Aussage, Selenskyj habe Wahlen abgesagt und sei „nicht gewählt“, ist verkürzt. Richtig ist: Die reguläre Präsidentschaftswahl 2024 fand wegen Kriegsrecht nicht statt. Ukrainisches Recht verbietet nationale Wahlen während des Kriegsrechts, und Verfassungsexperten verweisen darauf, dass der amtierende Präsident seine Befugnisse bis zur Amtsübernahme eines neu gewählten Präsidenten ausübt. Das macht Kritik an der Dauer des Kriegsrechts nicht unmöglich, aber die pauschale Diktator-Formel ist quellenmäßig nicht gedeckt.

Istanbul 2022: echte Verhandlungen, aber kein bewiesener unterschriftsreifer Frieden

Die Istanbul-Verhandlungen im Frühjahr 2022 sind real. Analysen von Samuel Charap und Sergey Radchenko sowie spätere Reuters-Berichte zeigen, dass Russland und die Ukraine damals über Neutralität, Sicherheitsgarantien, territoriale Fragen und militärische Beschränkungen sprachen. Nicht belegt ist aber die starke Behauptung, Selenskyj habe persönlich verbindlich zugestimmt, den Donbas abzugeben, oder Boris Johnson und Joe Biden hätten einen unterschriftsreifen Frieden verhindert. Mehrere seriöse Einordnungen betonen, dass zentrale Fragen offen waren und es keinen fertigen Vertrag gab.

NATO-Versprechen und Verfassung

Mendels Behauptung, Selenskyj habe Putin 2019 privat versprochen, die Ukraine werde niemals der NATO beitreten, ist nicht unabhängig überprüfbar. Ein wichtiger Kontext fehlt im Video: Die Ukraine hatte ihren Kurs auf EU- und NATO-Mitgliedschaft bereits im Februar 2019, also vor Selenskyjs Amtsantritt, in der Verfassung verankert.

Demografie, Schulden und westliche Hilfe

Die demografischen Aussagen haben einen realen Kern, sind aber teilweise zugespitzt. Vor dem Großangriff 2022 hatte die Ukraine rund 40 bis 41 Millionen Einwohner. UN- und Reuters-Angaben zeigen, dass Krieg, Flucht, Besatzung, niedrige Geburtenrate und Todesfälle die Bevölkerung stark reduziert haben. Für die von Kyiv kontrollierten Gebiete wurden bereits 2023 rund 28 Millionen geschätzt. Eine harte Zahl von nur noch 25 Millionen Menschen im Land ist nicht sauber belegt.

Richtig ist dagegen die Größenordnung der ukrainischen Staatsverschuldung: World-Bank- und IMF-nahe Daten sehen die öffentliche Verschuldung inzwischen bei rund oder über 100 Prozent des BIP. Ebenfalls richtig ist, dass westliche Staaten und Institutionen seit 2022 sehr große Hilfen zugesagt haben. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass diese Mittel „verschwunden“ sind.

Korruption: Der Energiesektor-Skandal ist real, aber nicht gleichbedeutend mit „alles gestohlen“

Der im Interview erwähnte Energiesektor-Korruptionsskandal ist real. Ukrainische Anti-Korruptionsbehörden und internationale Medien berichteten über ein großes Verfahren rund um Energoatom, Kickbacks und Geldwäsche; 2026 wurde der frühere Energieminister Herman Halushchenko als Verdächtiger in einem Geldwäscheverfahren genannt. Das belegt schwere Korruptionsrisiken, aber nicht, dass westliche Ukrainehilfe pauschal zwecklos oder vollständig veruntreut sei.

Drogen- und Propaganda-Vorwürfe

Die Drogenvorwürfe gegen Selenskyj sind besonders problematisch. 2019 gab es im Wahlkampf tatsächlich öffentliche Drogentests. Spätere angebliche Belege für Selenskyjs Kokainkonsum wurden mehrfach als manipuliert oder unbelegt eingeordnet. Mendel sagte im Tucker-Interview selbst, sie habe Selenskyj nie beim Drogenkonsum gesehen. Deshalb ist der Vorwurf als unbelegt zu bewerten. Ähnlich ist die Goebbels-Behauptung: Der Satz ist als Mendel-Behauptung dokumentiert, aber nicht unabhängig belegt.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:00:51–00:01:20

Das ist richtig. Das ukrainische Präsidialamt dokumentierte ihre Ernennung im Juni 2019; Medien und Fact-Checks nennen ihre Amtszeit bis 2021.

Richtig
Originalauszug
Julia Mendel war zwei Jahre lang die Pressesprecherin von Selenski. Sie stand täglich an seiner Seite.
Einordnung

Das Präsidialamt der Ukraine meldete am 3. Juni 2019 die Ernennung Iuliia Mendels zur Pressesprecherin. Kyiv Post und Kyiv Independent ordnen sie ebenfalls als frühere Pressesprecherin Selenskyjs ein und nennen 2019 bis 2021 als Amtszeit.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigePresident of Ukraine
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeKyiv Post
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeThe Kyiv Independent
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:06:13–00:08:42

Das ist richtig. Selenskyj war vor der Politik Entertainer; in der Serie „Servant of the People“ spielte er einen fiktiven ukrainischen Präsidenten.

Richtig
Originalauszug
Der Mann ist Schauspieler und Komiker und er hat in seiner letzten Rolle, bevor er der Präsident der Ukraine wurde, den Präsidenten der Ukraine gespielt.
Einordnung

Britannica und mehrere Nachrichtenberichte beschreiben Selenskyj als früheren Schauspieler und Komiker. In der Serie „Servant of the People“ spielte er einen fiktiven Präsidenten; 2019 gewann er dann die Präsidentschaftswahl.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeEncyclopaedia Britannica
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeAxios
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeTIME
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:14:41–00:18:08

Das ist unbelegt. Die Aussage ist als Behauptung Mendels im Tucker-Carlson-Interview dokumentiert, wurde aber in den geprüften Quellen nicht unabhängig bestätigt.

Unbelegt
Originalauszug
Er sagt selber, er will sie haben ... er will Goebbels-Propaganda.
Einordnung

Das Tucker-Interview beziehungsweise Transkripte dokumentieren, dass Mendel diese Behauptung erhob. Kyiv Post ließ solche Vorwürfe aus seiner Claim-Prüfung aus, weil sie angeblich hinter verschlossenen Türen stattfanden und keine konkreten Belege außer Mendels Aussage vorlagen. Eine unabhängige Bestätigung wurde nicht gefunden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeSingjuPost
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeKyiv Post
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeThe Kyiv Independent
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:55:00–01:01:06

Das ist unbelegt. Mendel sagte selbst, sie habe Selenskyj nie beim Drogenkonsum gesehen; frühere virale „Belege“ wurden von AP und Reuters als manipuliert oder irreführend eingeordnet.

Unbelegt
Originalauszug
Es geht hier um das, was ja schon immer durchgeistert ... dass der Mann dem Zaubersalz sehr zugewendet ist und ständig vollgekokst.
Einordnung

Im Wahlkampf 2019 gab es öffentliche Drogentests. Spätere angebliche Videos, die Selenskyjs Kokainkonsum belegen sollten, wurden von Reuters und AP als manipuliert oder irreführend eingeordnet. Mendel erklärte im Tucker-Interview zudem, sie habe ihn nie beim Drogenkonsum gesehen. Belastbare Belege für den schweren Vorwurf wurden nicht gefunden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeThe Guardian
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeReuters Fact Check
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeAssociated Press Fact Check
    Abgerufen 27.05.2026
  4. SonstigeSingjuPost
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:24:20–00:25:05

Das ist irreführend. Die Präsidentschaftswahl 2024 fand wegen Kriegsrecht nicht statt; ukrainisches Recht verbietet nationale Wahlen unter Kriegsrecht.

Irreführend
Originalauszug
Der ist gar nicht mehr gewählt ... der sagt, wir machen keine Wahlen.
Einordnung

Die reguläre Präsidentschaftswahl 2024 fand wegen Kriegsrecht nicht statt. Ukrainisches Recht verbietet nationale Wahlen während des Kriegsrechts. Verfassungsexperten verweisen außerdem darauf, dass der amtierende Präsident seine Befugnisse bis zur Amtsübernahme eines neu gewählten Präsidenten ausübt. Die einfache Formel einer eigenmächtig abgesagten Wahl greift daher zu kurz.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeThe Guardian
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeVerfassungsblog
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeBECID
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:30:37–00:36:20

Teilweise richtig ist, dass es ernsthafte Istanbul-Verhandlungen gab. Nicht belegt sind eine persönliche Donbas-Zusage Selenskyjs und eine eindeutige Johnson-Biden-Sabotage eines unterschriftsreifen Friedens.

Teilweise richtig
Originalauszug
Es gab ja einen Frieden, der unterschrieben werden sollte ... Selenskyj war bereit, auch den Donbas abzugeben ... Boris Johnson ... auf Befehl von Joe Biden.
Einordnung

Die Istanbul-Gespräche 2022 sind gut belegt. Analysen zeigen, dass Neutralität, Sicherheitsgarantien, militärische Begrenzungen und territoriale Fragen diskutiert wurden. Zentrale Punkte blieben aber offen. Kyiv Post weist darauf hin, dass keine verfügbaren Belege zeigen, dass die Ukraine der Abgabe des Donbas zugestimmt hätte. Mehrere Einordnungen widersprechen außerdem der These, Johnson allein habe einen fertigen Frieden verhindert.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeForeign Affairs
    Abgerufen 25.05.2026
  2. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeThe Guardian
    Abgerufen 25.05.2026
  4. SonstigeThe Guardian
    Abgerufen 25.05.2026
  5. SonstigeKyiv Post
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:37:10–00:39:50

Das ist nicht unabhängig überprüfbar. Zudem hatte die Ukraine ihren Kurs auf EU- und NATO-Mitgliedschaft bereits vor Selenskyjs Amtsantritt in der Verfassung verankert.

Nicht überprüfbar
Originalauszug
Sie sagt ... Selenskyj hat Putin persönlich versprochen, niemals der NATO beizutreten.
Einordnung

Die Behauptung beruht im geprüften Material auf Mendels Darstellung eines angeblichen privaten Gesprächs. Kyiv Post bewertet diese Aussage als nicht verifizierbar. Hinzu kommt, dass die Ukraine ihren Kurs auf EU- und NATO-Mitgliedschaft bereits im Februar 2019, also vor Selenskyjs Amtsantritt, in der Verfassung verankert hatte.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeKyiv Post
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeRadio Free Europe / Radio Liberty
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeEmbassy of Ukraine to the United Kingdom / Ministry of Foreign Affairs of Ukraine
    Abgerufen 22.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 01:10:15–01:10:29

Das ist überwiegend richtig. World-Bank- und IMF-nahe Quellen sehen die öffentliche Verschuldung inzwischen bei rund oder über 100 Prozent des BIP; die Ukraine ist stark auf externe Hilfe angewiesen.

Überwiegend richtig
Originalauszug
100% Debt to GDP ... die können ohne Westen gar nicht mehr Krieg führen.
Einordnung

World-Bank- und IMF-Unterlagen beziffern die ukrainische öffentliche Verschuldung inzwischen in der Größenordnung von etwa 100 Prozent des BIP. Westliche Hilfen spielen eine zentrale Rolle für Haushalt, Verteidigung und Stabilisierung. Die Formulierung, die Ukraine könne ohne Westen gar nicht mehr Krieg führen, ist als politische Zuspitzung plausibel, aber nicht als exakt quantifizierte Gegenwartsformel zu verstehen.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeWorld Bank
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeInternational Monetary Fund
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeKiel Institute for the World Economy
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 01:01:06–01:08:32

Der starke Bevölkerungsverlust ist belegt, aber die konkrete Zahl von nur noch 25 Millionen ist nicht sauber nachgewiesen. Schätzungen hängen stark vom Gebietsbezug ab.

Teilweise richtig
Originalauszug
Offiziell 42 Millionen, tatsächlich vielleicht 25 Millionen Menschen.
Einordnung

Reuters berichtete unter Berufung auf UNFPA, dass die ukrainische Bevölkerung seit der Großinvasion um rund 10 Millionen gesunken sei. Vor dem Krieg lag sie bei etwas über 40 Millionen. Für die von Kyiv kontrollierten Gebiete wurden 2023 etwa 28 Millionen geschätzt; Eurostat weist weiterhin Millionen ukrainischer Schutzsuchender in der EU aus. Eine aktuelle harte Gesamtzahl von 25 Millionen im Land ist nicht belastbar belegt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeEurostat
    Abgerufen 21.05.2026
  4. SonstigeVoxEurop
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 01:12:49–01:13:05

Der Bevölkerungsunterschied ist ungefähr richtig, aber die Schlussfolgerung ist eine Prognose und nicht als Fakt belegbar. Außerdem ist die 25-Millionen-Zahl für die Ukraine unsicher.

Teilweise richtig
Originalauszug
Wenn du eben 140 Millionen Russen gegen 25 Millionen Ukraine ... dann weißt du, dass die Ukraine natürlich verlieren wird.
Einordnung

Russlands Bevölkerung liegt in der Größenordnung von über 140 Millionen Menschen. Die aktuelle ukrainische Bevölkerungszahl ist wegen Krieg, Besatzung und Flucht unsicher; 25 Millionen ist nicht sauber belegt. Der demografische Unterschied ist militärisch relevant, beweist aber nicht automatisch den Kriegsverlauf. Kriegsfähigkeit hängt auch von Technologie, Mobilisierung, Bündnissen, Moral, Industrie, Logistik und politischer Strategie ab.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeWorld Bank
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 01:11:54–01:12:29

Das ist richtig mit Einordnung. OHCHR dokumentierte bis Anfang 2026 mehr als 15.000 getötete Zivilisten und betont, dass die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich höher sind.

Kontext fehlt
Originalauszug
Man sagt doch 70.000 Zivilisten, sie sagt sogar nee, sind es irgendwie keine 20.000 Zivilisten.
Einordnung

OHCHR wies für Mitte Februar 2026 15.172 getötete und 41.378 verletzte Zivilisten aus. Die UN betont regelmäßig, dass die tatsächlichen Opferzahlen wahrscheinlich höher liegen, weil viele Fälle nicht verifiziert werden können. Die Größenordnung „unter 20.000 verifizierte zivile Todesfälle“ stimmt daher, darf aber nicht als Gesamtzahl aller tatsächlichen Toten missverstanden werden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeOHCHR
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeOHCHR Ukraine
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:45:56–00:52:30

Das ist teilweise richtig. Ein großer Energiesektor-Korruptionsskandal mit Summen um 100 bis 112 Millionen US-Dollar ist belegt; daraus folgt aber nicht, dass westliche Hilfen pauschal verschwunden sind.

Teilweise richtig
Originalauszug
100 Millionen in diesem Energieskandal ... Geldwäsche ...
Einordnung

Kyiv Independent, ACAMS, Lawfare und Guardian berichteten über einen großen ukrainischen Energiesektor-Skandal rund um Kickbacks, Geldwäsche und Energoatom beziehungsweise Energiepolitik. 2026 wurde der frühere Energieminister Herman Halushchenko in einem Geldwäscheverfahren genannt. Die Summen werden in der Größenordnung von rund 100 bis 112 Millionen US-Dollar berichtet. Pauschale Schlüsse auf alle Ukrainehilfen sind dadurch nicht belegt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeThe Kyiv Independent
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeACAMS
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeLawfare
    Abgerufen 27.05.2026
  4. SonstigeThe Guardian
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:43:33–00:43:57

Das ist unbelegt. Mobilisierung und Zwangsrekrutierung sind in der Ukraine umstritten, aber ein systematischer Mechanismus, Kritiker als Strafe an die Front zu schicken, wurde in den geprüften Quellen nicht belegt.

Unbelegt
Originalauszug
Wer widerspricht, wird an die Front geschickt.
Einordnung

Kyiv Post prüfte ähnliche Mendel-Behauptungen und verwies darauf, dass Mobilisierung, teils harte Rekrutierungspraktiken und öffentliche Kritik existieren. Belege dafür, dass Kritiker systematisch als politische Strafe an die Front geschickt würden, wurden aber nicht vorgelegt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeKyiv Post
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:40:00–00:46:01

Das ist richtig mit Einordnung. Der Kiel Ukraine Support Tracker, EU- und US-Übersichten dokumentieren sehr große militärische, finanzielle und humanitäre Unterstützungszusagen; Zusagen, Auszahlungen und Beschaffungswerte sind aber zu unterscheiden.

Kontext fehlt
Originalauszug
Hundreds of billions of dollar ...
Einordnung

Der Kiel Ukraine Support Tracker dokumentiert seit 2022 Hilfen vieler Staaten und Institutionen in sehr großer Größenordnung. CFR fasst US-Hilfen zusammen; die EU beschloss 2026 außerdem ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen. Die Aussage „hunderte Milliarden“ ist als Gesamtgrößenordnung plausibel, aber Kategorien wie Zusagen, Auszahlungen, militärische Güter, Finanzhilfe und Kredite müssen getrennt werden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeKiel Institute for the World Economy
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeCouncil on Foreign Relations
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeRat der Europäischen Union
    Abgerufen 22.05.2026
  4. SonstigeCouncil of the European Union
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:19:00–00:23:10

Das ist richtig mit Einordnung. Umfragen zeigen nach dem Wahlsieg 2019 einen Rückgang, später starke Schwankungen; Kyiv Independent meldete im März 2026 58 Prozent Vertrauen.

Kontext fehlt
Originalauszug
Er hatte ja mal 70%, dann 50%, dann ist es runtergegangen ...
Einordnung

Selenskyj gewann 2019 mit rund 73 Prozent in der Stichwahl. Kyiv Post berichtete Anfang 2020 über einen Rückgang der Popularität; KIIS-Daten zeigten 2021 niedrigere Zustimmungswerte. Später stiegen Kriegs- und Vertrauenswerte stark an und schwankten. Kyiv Independent berichtete im März 2026 über 58 Prozent Vertrauen in Selenskyj.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeAxios
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeKyiv Post
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeKyiv International Institute of Sociology
    Abgerufen 27.05.2026
  4. SonstigeThe Kyiv Independent
    Abgerufen 27.05.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung vorbereitet. Die finale Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung erfolgt redaktionell.

Trotz sorgfältiger Bearbeitung können Fehler oder Auslassungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Maßgeblich bleiben das Originalvideo und die verlinkten Quellen.

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und sorgfältiger Quellenprüfung, jedoch ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.

Gesamtfazit

Die belastbaren Fakten ergeben ein gemischtes Bild: Mendel war tatsächlich Selenskyjs Pressesprecherin, Selenskyj war Schauspieler, die Ukraine steht demografisch und fiskalisch unter enormem Druck, westliche Hilfen sind sehr hoch, und es gibt reale Korruptionsskandale. Die stärksten Vorwürfe des Videos – Drogenkonsum, Goebbels-Propaganda, persönliche Donbas-Abgabe, von Johnson und Biden verhinderter Frieden oder sichere Niederlage allein wegen Bevölkerungszahlen – sind dagegen unbelegt, verkürzt oder als Prognose nicht faktencheckbar.