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Politik & Regierung

Politbarometer Berlin und MV: Was die neuen Zahlen wirklich sagen

Parteizahlen stimmen, Wahlsieger stehen noch nicht fest: Warum 46 Prozent keine absolute Mehrheit sind und Personenfragen anders zählen.

Zwei symbolische Wahlurnen vor abstrahierten Stadt- und Landschaftsmotiven.
KI-GENERIERT – Symbolische Illustration zu Wahlumfragen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern; keine Darstellung von Wahlergebnissen.

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Parteizahlen stimmen, Wahlsieger stehen noch nicht fest: Warum 46 Prozent keine absolute Mehrheit sind und Personenfragen anders zählen.

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Die neuen Umfragen sind noch kein Wahlergebnis. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD im ZDF-Politbarometer rechnerisch vor der SPD, in Berlin die Linke vor der CDU. Gleichzeitig wünschen sich in Mecklenburg-Vorpommern deutlich mehr Befragte Manuela Schwesig als Regierungschefin. Das ist kein Widerspruch: Parteiwahl, Personenpräferenz und die Bewertung einer Koalition sind verschiedene Fragen.

Wir prüfen die Zahlen und ihre Einordnung in ZDFheute live vom 11. September 2026. Der Schwerpunkt liegt auf den beiden Datenblöcken, ungefähr 1:15 bis 5:45 und 18:00 bis 23:25. Die politischen Prognosen des anschließenden Gesprächs sind kein Bestandteil eines pauschalen Urteils über die gesamte Sendung.

Welche Werte tatsächlich veröffentlicht wurden

Die Originalveröffentlichung der Forschungsgruppe Wahlen bestätigt die eingeblendeten Projektionswerte. Für Mecklenburg-Vorpommern sind es AfD 37, SPD 34, Linke 10, CDU 7, Grüne 5 und BSW 4 Prozent; auf andere Parteien entfallen zusammen 3 Prozent. In Berlin lauten die Werte Linke 23, CDU 21, AfD 17, Grüne 16, SPD 10 und BSW 3 Prozent; andere Parteien erreichen zusammen 10 Prozent. Das sind zwei getrennte Landesumfragen, kein bundesweites Ergebnis.

Die Befragung fand vom 7. bis 10. September statt, mit 1.100 Wahlberechtigten in Berlin und 1.053 in Mecklenburg-Vorpommern. Wahltermin ist in beiden Ländern der 20. September. Die Landesinformationen für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bestätigen den Termin. Am Prüfdatum ist folglich kein „Endstand“ dieser Wahlen bekannt. Die Zahlen müssen stets mit Institut, Erhebungszeitraum und dem Wort Umfrage weitergegeben werden.

Zwei oder drei Punkte Vorsprung entscheiden die Wahl nicht

Das Institut warnt ausdrücklich vor einer Interpretation als Wahlprognose. Es nennt bei einem Anteilswert von 40 Prozent einen Fehlerbereich von gut drei Prozentpunkten in beide Richtungen, bei 10 Prozent gut zwei. Das sind Näherungen für einzelne Anteilswerte, keine Garantie, dass die tatsächliche Wahl innerhalb eines bestimmten Korridors endet. Veränderungen der Wahlentscheidung bis zum Wahlsonntag kommen hinzu.

Die Methodik der Forschungsgruppe erklärt die zufällige Auswahl und die Gewichtung. Telefonische Interviews und per SMS eingeladene Online-Teilnahmen sind dabei keine frei anklickbare Internetabstimmung. Gewichtung soll unterschiedliche Auswahlwahrscheinlichkeiten und die Zusammensetzung der Stichprobe berücksichtigen. Sie beseitigt aber weder jede Unsicherheit noch macht sie aus Antworten eine ausgezählte Stimme.

Für die Interpretation folgt daraus: 23 gegen 21 und 37 gegen 34 beschreiben die veröffentlichte Rangfolge. „Der Sieger steht fest“ wäre eine zusätzliche, nicht belegte Behauptung. Auch darf man den Fehlerbereich nicht mechanisch als festes Plus oder Minus für jede Partei verwenden und daraus eine exakte neue Sitzverteilung basteln.

61 Prozent für Schwesig sind nicht 61 Prozent für die SPD

Im veröffentlichten Fragebogen für Mecklenburg-Vorpommern werden Parteipräferenz und gewünschte Regierungsführung getrennt erhoben. Bei der Personenfrage steht Schwesig im direkten Vergleich zu Leif-Erik Holm. Die Veröffentlichung weist 61 Prozent für Schwesig und 28 für Holm aus; die übrigen Antworten entfallen auf keinen der beiden oder fehlende Festlegung.

Eine Person kann Schwesig gegenüber Holm bevorzugen und trotzdem die Linke, die Grünen, CDU oder eine andere Partei wählen. Aus beiden Antworten entsteht kein Rechenfehler. Umgekehrt wäre die Formulierung „61 Prozent wollen SPD wählen“ falsch. Die Personenfrage ist außerdem keine Direktwahl der Ministerpräsidentin. Über die Regierungsbildung entscheidet das parlamentarische Verfahren nach der Wahl.

46 Prozent sind keine absolute Mehrheit

Bei der Koalitionsbewertung um 4:50 fällt im Beitrag sinngemäß die Formulierung einer klaren Mehrheit für SPD und Linke. Der zugehörige Wert beträgt jedoch 46 Prozent Zustimmung gegenüber 41 Prozent Ablehnung; 13 Prozent sind unentschieden oder indifferent. Die Zustimmung liegt vor der Ablehnung, aber unter der Hälfte aller Befragten.

„Mehr Zustimmung als Ablehnung“ trifft den Befund. „Eine absolute Mehrheit unterstützt Rot-Rot“ trifft ihn nicht. Auch der Begriff „beliebteste Koalition“ verlangt die Ergänzung: unter den abgefragten Modellen. Laut Fragetexten werden konkrete Bündnisse einzeln als gut, schlecht oder egal bewertet. Die Befragten vergeben hier keine Parlamentssitze und kreuzen nicht zwingend genau ein Lieblingsbündnis an.

Berlin: Die am wenigsten abgelehnte Option bleibt mehrheitlich abgelehnt

Für Linke, SPD und Grüne nennt der Beitrag 37 Prozent Zustimmung und 55 Prozent Ablehnung. Er macht dabei selbst deutlich, weshalb „beliebteste“ hier missverständlich klingt. Eine vergleichsweise bessere Bewertung ist noch kein positives Mehrheitsmandat. Der Berliner Fragebogen nennt die Koalitionen einschließlich ihrer Führung und unterscheidet zusätzlich eine AfD-Beteiligung am Senat von der Frage nach einem bestimmten Regierungschef.

Auch die Bürgermeisterfrage ist anders aufgebaut als der Zweiervergleich in Mecklenburg-Vorpommern: In Berlin werden Stefan Evers, Werner Graf und Elif Eralp gegenübergestellt. Deshalb lässt sich die Größe eines vermeintlichen „Amtsbonus“ nicht allein durch einen direkten Vergleich der Spitzenwerte zwischen den Ländern berechnen. Unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten verändern die Bedeutung einer Antwort.

Warum Parteiprozente noch keine fertige Regierung ergeben

Die amtliche Berliner Wahlerklärung beschreibt Erst- und Zweitstimmen sowie mögliche Überhang- und Ausgleichsmandate. Der Stimmenanteil einer Partei ist deshalb nicht automatisch ihre fertige Sitzanzahl. Für Mehrheiten zählt die tatsächliche Zusammensetzung des neuen Parlaments. Auch die Fünf-Prozent-Grenze muss auf die tatsächlich abgegebenen gültigen Stimmen angewandt werden; ein gerundeter Umfragewert von fünf beweist keinen sicheren Einzug.

Zur Veranschaulichung, ausdrücklich ohne Sitzprognose: Addiert man die veröffentlichten Werte von SPD und Linke in Mecklenburg-Vorpommern, erhält man 44 Prozent aller in der Projektion verteilten Stimmen. Welche parlamentarische Mehrheit daraus werden könnte, hängt auch davon ab, welche weiteren Parteien bei der wirklichen Wahl berücksichtigt werden. Ein politisch gewünschtes Bündnis kann rechnerisch scheitern; ein rechnerisch mögliches Bündnis kann politisch ausgeschlossen bleiben.

Fazit

Die zentralen Parteizahlen der Sendung stimmen mit der Forschungsgruppe Wahlen überein. Die wichtigste sprachliche Korrektur betrifft die 46 Prozent für Rot-Rot: ein Übergewicht gegenüber der Ablehnung, keine absolute Mehrheit. Für den Rest gilt: Die Umfrage zeigt unterschiedliche Stimmungen in zwei Ländern. Sie entscheidet weder den Wahlsieg noch den Regierungschef oder die nächste Koalition.

Prüfmethode: Vollständige Sendung von 38:20 Minuten als Kontext verfügbar; geprüft sind die genannten Datenblöcke anhand der Untertitel, Originalzahlen, Fragebögen und amtlichen Wahlinformationen. Keine eigene Neuberechnung aus Einzeldaten und keine akustische Bestätigung jedes Wortes. Bewertungen zu Wahlkampfstrategie, Ermittlungen gegen Personen und künftigen Kanzlerkandidaturen gehören nicht zum geprüften Gegenstand. Stand: 11. September 2026.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:01:15–00:02:22

Die Projektion für Mecklenburg-Vorpommern sieht AfD 37, SPD 34, Linke 10, CDU 7, Grüne 5 und BSW 4 Prozent.

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Richtig
Originalauszug
Sinngemäß: Die Projektion für Mecklenburg-Vorpommern sieht AfD 37, SPD 34, Linke 10, CDU 7, Grüne 5 und BSW 4 Prozent.
Einordnung

Die FGW veröffentlicht genau diese Werte; es handelt sich um die Umfrage vom 7. bis 10. September, nicht um ein Wahlergebnis.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. MediumZDFheute Nachrichten
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  2. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:18:00–00:19:20

In Berlin liegen Linke 23, CDU 21, AfD 17, Grüne 16, SPD 10 und BSW 3 Prozent.

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Richtig
Originalauszug
Sinngemäß: In Berlin liegen Linke 23, CDU 21, AfD 17, Grüne 16, SPD 10 und BSW 3 Prozent.
Einordnung

Die Projektionswerte entsprechen der Primärveröffentlichung. Reihenfolge und Abstände sind keine sichere Wahlprognose.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. MediumZDFheute Nachrichten
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  2. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  3. SonstigeForschungsgruppe Wahlen
    Abgerufen 04.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:02:32–00:03:15

61 Prozent bevorzugen Schwesig gegenüber Holm als Regierungschefin.

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Richtig
Originalauszug
Sinngemäß: 61 Prozent bevorzugen Schwesig gegenüber Holm als Regierungschefin.
Einordnung

Bestätigter Wert einer gesonderten Personenfrage; nicht der Stimmenanteil der SPD und keine Direktwahl.

Quellen zu dieser Aussage (4)
  1. MediumZDFheute Nachrichten
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  2. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  3. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Abgerufen 11.09.2026
  4. PrimärquelleLandtag Mecklenburg-Vorpommern
    Abgerufen 11.09.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:04:45–00:05:14

46 Prozent Zustimmung für SPD und Linke werden als klare Mehrheit bezeichnet.

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Kontext fehlt
Originalauszug
Sinngemäß: 46 Prozent Zustimmung für SPD und Linke werden als klare Mehrheit bezeichnet.
Einordnung

46 Prozent liegen über 41 Prozent Ablehnung, aber unter 50 Prozent aller Befragten. Nur ein Übergewicht der Zustimmung, keine absolute Mehrheit.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. MediumZDFheute Nachrichten
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  2. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  3. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Abgerufen 11.09.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:22:00–00:22:53

Linke, SPD und Grüne werden von 37 Prozent gut und von 55 Prozent schlecht bewertet.

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Richtig
Originalauszug
Sinngemäß: Linke, SPD und Grüne werden von 37 Prozent gut und von 55 Prozent schlecht bewertet.
Einordnung

Das relativ besser bewertete Modell ist dennoch mehrheitlich abgelehnt. Einzelbewertungen sind keine exklusiven Lieblingskoalitionen.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. MediumZDFheute Nachrichten
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  2. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  3. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Abgerufen 11.09.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:19:26–00:20:16

Die Berliner Spitzenkandidaten erreichen bei der Personenfrage deutlich weniger als Schwesig.

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Kontext fehlt
Originalauszug
Sinngemäß: Die Berliner Spitzenkandidaten erreichen bei der Personenfrage deutlich weniger als Schwesig.
Einordnung

Die genannten Werte stammen aus unterschiedlichen Fragen: drei Kandidaten in Berlin, Zweiervergleich in MV. Der Abstand isoliert keinen kausalen Amtsbonus.

Quellen zu dieser Aussage (4)
  1. MediumZDFheute Nachrichten
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  2. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  3. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Abgerufen 11.09.2026
  4. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Abgerufen 11.09.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:02:04–00:02:22

Die Grünen liegen in Mecklenburg-Vorpommern bei fünf Prozent, mit Schwankungen.

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Richtig
Originalauszug
Sinngemäß: Die Grünen liegen in Mecklenburg-Vorpommern bei fünf Prozent, mit Schwankungen.
Einordnung

Der Beitrag nennt die Unsicherheit selbst. Ein gerundeter Umfragewert von fünf belegt keinen gesicherten Parlamentseinzug.

Quellen zu dieser Aussage (4)
  1. MediumZDFheute Nachrichten
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  2. PrimärquelleForschungsgruppe Wahlen
    Veröffentlicht 11.09.2026Abgerufen 11.09.2026
  3. SonstigeForschungsgruppe Wahlen
    Abgerufen 04.08.2026
  4. PrimärquelleLandtag Mecklenburg-Vorpommern
    Abgerufen 11.09.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung vorbereitet. Die finale Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung erfolgt redaktionell.

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Gesamtfazit

Die Parteizahlen stimmen. Die Umfrage ist keine Wahlprognose; 46 Prozent Zustimmung sind keine absolute Mehrheit.