Fazit: Die Folge beschreibt ein reales Spannungsfeld in den USA: Der Iran-Krieg belastet Trump politisch, Teile der Rechten streiten über Israel und America First, Florida zieht Superreiche mit niedrigen Steuern an, und junge rechtspopulistische Kandidaten wie James Fishback verbinden Kulturkampf mit Steuer- und Anti-Establishment-Rhetorik. Viele konkrete Datenpunkte sind belegbar. Die größere These, MAGA werde nach Trump in noch radikalerer Form weiterleben, ist dagegen eine politische Analyse und keine heute beweisbare Tatsache.
Was wurde geprüft?
Geprüft wurden Aussagen zu Trumps Iran-Krieg, Kosten, öffentlicher Kriegsablehnung, Trumps Finanz-Zitat, Kaliforniens Milliardärsteuer, Florida als Steuerstandort, James Fishbacks OnlyFans-Steuer, US-Militärhilfe für Israel, Immobilien und Milliardären in Miami, Waymo-Robotaxis, Übergewicht in den USA und der Rolle Floridas in der Opioidkrise. Reine Eindrücke aus Interviews und Reisebeobachtungen wurden nicht als wahr oder falsch bewertet, sondern nur dort eingeordnet, wo sie konkrete überprüfbare Behauptungen enthalten.
Iran-Krieg: Kosten und politische Spaltung
Die Aussage, die USA hätten im Iran-Krieg rund 30 Milliarden Dollar ausgegeben, ist in der Größenordnung richtig. Reuters berichtete am 12. Mai 2026 unter Berufung auf einen Pentagon-Beamten von 29 Milliarden Dollar Kriegskosten. Ebenfalls belegt ist die von Lanz erwähnte harte Trump-Formulierung: CBS News dokumentierte, dass Trump auf die Frage nach der finanziellen Lage der Amerikaner sagte, dies motiviere ihn „not even a little bit“; es gehe ihm allein darum, Iran keine Atomwaffe zu erlauben. Dass der Krieg die MAGA-Bewegung spaltet, ist als Tendenz belegt, aber differenziert: Umfragen zeigen breite republikanische Unterstützung für Angriffe, während konservative und „America First“-Medienfiguren den Krieg heftig kritisieren und die Gesamtbevölkerung den Krieg mehrheitlich ablehnt.
Florida, Kalifornien und die Milliardäre
Die geplante kalifornische Milliardärsteuer ist real. Die Analyse des Legislative Analyst’s Office beschreibt eine einmalige Steuer von 5 Prozent auf das Nettovermögen kalifornischer Milliardäre, sofern die Initiative angenommen wird. Medienberichte beschreiben, dass diese Debatte zusammen mit Floridas Steuervorteilen den Zuzug sehr wohlhabender Menschen nach Florida befeuert. Der Satz, die Milliardäre zögen nur wegen Steuern nach Florida, wäre zu eng; Wetter, Immobilien, Unternehmensumfeld und Privatsphäre spielen ebenfalls eine Rolle. Aber Florida erhebt keine individuelle Einkommensteuer, und der Steueranreiz ist plausibel.
OnlyFans-Steuer und Fishback
Die Aussage über eine Steuer auf OnlyFans-Einkommen ist belegt. James Fishback, ein republikanischer Kandidat für das Gouverneursamt in Florida, schlug Anfang 2026 eine 50-prozentige „Sin Tax“ auf OnlyFans-Einkommen vor. Er begründete sie als moralische Abschreckung und als Finanzierungsidee für Schulen beziehungsweise soziale Programme. Im Gespräch wird dieser Vorschlag einer 5-Prozent-Vermögensabgabe für Milliardäre gegenübergestellt. Diese Gegenüberstellung ist politisch pointiert, aber der Zahlenkern stimmt: 50 Prozent bei Fishbacks OnlyFans-Idee, 5 Prozent beim kalifornischen Milliardärsteuer-Vorschlag.
US-Hilfe für Israel
Die Aussage über jährliche US-Militärhilfe für Israel ist größtenteils richtig, aber die Währung muss präzisiert werden. Das laufende Zehnjahresabkommen für 2019 bis 2028 sieht 38 Milliarden Dollar vor, also 3,8 Milliarden Dollar pro Jahr: 3,3 Milliarden Dollar Foreign Military Financing plus 500 Millionen Dollar für Raketenabwehr. In Euro gerechnet kann dies je nach Wechselkurs ungefähr in der Größenordnung von 3,4 Milliarden Euro liegen. Zusätzlich gab es seit 2023 weitere Hilfs- und Rüstungspakete, was die politische Debatte über die Zahl verkompliziert.
Übergewicht: 95 Prozent ist falsch
Die Aussage, 95 Prozent der amerikanischen Frauen seien übergewichtig, ist falsch. CDC-Daten für 2021 bis 2023 nennen bei erwachsenen Frauen eine Adipositas-Prävalenz von 41,3 Prozent. NIDDK-Daten nennen bei Frauen zusätzlich rund 27,5 Prozent im Bereich „overweight“ ohne Adipositas. Addiert man Übergewicht und Adipositas, liegt die Größenordnung also etwa um 70 Prozent, nicht bei 95 Prozent. Außerdem ist die im Gespräch zitierte abwertende Sprache eine Meinung beziehungsweise Beschimpfung und keine Faktenbehauptung.
Miami, Waymo und „Billionaire Bunker“
Mehrere Miami-Aussagen haben einen realen Kern: Waymo startete 2026 in Miami einen vollständig autonomen Robotaxi-Dienst, und Indian Creek Island ist als „Billionaire Bunker“ mit Bewohnern beziehungsweise Eigentümern wie Jeff Bezos, Ivanka Trump und Mark Zuckerberg in der Berichterstattung gut dokumentiert. Auch extrem hohe Immobilienpreise sind belegt. Nicht ausreichend belegt ist jedoch die pauschale Aussage, Häuser auf der „Milliardärsinsel“ kosteten generell ab 220 Millionen Dollar aufwärts. Einzelne Deals und Schätzungen bewegen sich häufig im Bereich von 80 bis 200 Millionen Dollar; die genaue Schwelle hängt vom Objekt ab.
Opioidkrise und Florida
Die Aussage, Florida beziehungsweise Südflorida habe bei den „Pill Mills“ der Opioidkrise eine zentrale Rolle gespielt, ist gut belegt. Berichte über Florida-Pill-Mills beschreiben, dass Schmerzkliniken große Mengen Oxycodon und andere Opioide verschrieben und Menschen aus anderen Bundesstaaten anzogen. Der Fall „American Pain“ in Südflorida steht exemplarisch dafür. Zu stark wäre aber die Aussage, Miami allein habe die Opioidkrise begonnen. Die Krise entstand aus einem Zusammenspiel von Pharma-Marketing, Verschreibungspraktiken, Vertrieb, schwacher Regulierung und späterem Fentanyl-Anstieg.
Bewertung
Der faktencheckbare Teil der Folge zeigt ein gemischtes Bild: Viele Einzelbehauptungen sind zutreffend oder plausibel, wenn man sie genau formuliert. Problematisch wird es bei pauschalen Zahlen wie 95 Prozent Übergewicht, bei anekdotischen Beobachtungen, die als allgemeiner Trend erscheinen, und bei Zukunftsaussagen über MAGA nach Trump. Die belastbare Kurzform lautet: Trumps Iran-Krieg ist teuer und politisch umstritten, Florida ist ein realer Magnet für Superreiche, die junge US-Rechte radikalisiert sich in Teilen, aber die Zukunft der MAGA-Bewegung bleibt eine offene politische Prognose.
