Außen- und Sicherheitspolitik

Faktencheck: Lanz über Oreschnik, Ukraine, NATO und Putins Verhandlungsangebot

Viele Zahlen zum russischen Großangriff stimmen – bei Oreschnik, EU-Beistand, NATO-Versprechen und Russlands Schwäche braucht es aber präzise Einordnung.

Faktencheck: Lanz über Oreschnik, Ukraine, NATO und Putins Verhandlungsangebot

Kurzfazit

Der Faktencheck prüft zentrale Aussagen aus der Markus-Lanz-Debatte über den russischen Angriff auf Kiew und die Ukraine. Belegt sind der Großangriff mit 90 Raketen und 600 Drohnen, der dritte Oreschnik-Einsatz, Russlands Warnung an Ausländer in Kiew, die NATO-Formel von 2024 zur „irreversiblen“ NATO-Perspektive der Ukraine, Merkels gescheiterter EU-Putin-Vorschlag 2021, Putins Schröder-Vorschlag und das EU-Mercosur-Abkommen nach über 25 Jahren Verhandlungen. Einordnungsbedürftig sind Aussagen zur angeblichen Unabfangbarkeit und zu Kosten der Oreschnik, zur automatischen EU-Beistandspflicht, zur Ukraine-Aufnahme in die EU, zu 7.000 ukrainischen Drohnenangriffen und zu Russlands Verlusten.

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Bewertet werden konkrete Aussagen nach aktueller Quellenlage. Automatische Transkripte können Fehler enthalten; wörtliche Zitate, Zahlen und zentrale Claims werden vor Veröffentlichung am Originalvideo geprüft.

Fazit: Die Sendung bei Markus Lanz behandelt eine reale Eskalation: Russland griff Kiew und die Umgebung am 24. Mai 2026 mit einem der schwersten Luftangriffe des Krieges an. Reuters und ukrainische Militärangaben bestätigen 90 Raketen und 600 Drohnen; Russland setzte dabei zum dritten Mal eine Oreschnik-Rakete ein. Die Oreschnik ist nuklearfähig und eine Mittelstreckenrakete. Aussagen, sie sei „unabfangbar“, beruhen vor allem auf russischen beziehungsweise ukrainischen Einschätzungen zur Geschwindigkeit und sollten vorsichtig formuliert werden.

Was wurde geprüft?

Geprüft wurden Aussagen zum Großangriff auf Kiew, zum Oreschnik-Einsatz, zu Russlands Vergeltungsbegründung, zu Warnungen an ausländische Diplomaten, zu taktischen Nuklearwaffen, zu ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland, zu EU- und NATO-Sicherheitsgarantien, zur NATO-Washington-Erklärung 2024, zur EU-Aufnahme der Ukraine, zu Merkels EU-Putin-Initiative 2021, zu Putins Schröder-Vorschlag, zum EU-Mercosur-Abkommen, zu russischen Gebietsgewinnen und zu russischen Verlusten. Reine Einschätzungen über Putins Motive, die richtige Verhandlungsstrategie oder die Resilienz der ukrainischen Bevölkerung wurden nicht als wahr oder falsch bewertet.

Russlands Großangriff und Oreschnik

Die Zahl aus der Sendung stimmt: Russland startete nach ukrainischen Angaben 90 Raketen und 600 Drohnen. Reuters berichtete ebenfalls diese Größenordnung und bezeichnete den Angriff auf Kiew und Umgebung als einen der schwersten seit Kriegsbeginn. Vier Menschen wurden nach ukrainischen Angaben getötet, fast 100 verletzt. Die Oreschnik traf nicht die Stadt Kiew selbst, sondern laut Reuters und ukrainischen Angaben den Raum Bila Zerkwa südlich beziehungsweise südwestlich von Kiew.

Die Oreschnik ist eine nuklearfähige Mittelstreckenrakete. Reuters und CSIS nennen Reichweiten von mehreren tausend Kilometern; ukrainische Angaben bezifferten die Geschwindigkeit früherer Einsätze auf etwa 13.000 Kilometer pro Stunde. Die Aussage, die Rakete sei „kaum abzufangen“ oder „unabfangbar“, hat deshalb einen plausiblen Kern, ist aber keine neutral gesicherte technische Gewissheit. Luftverteidigung hängt von System, Flugprofil, Warnzeit und verfügbarer Abwehr ab.

Vergeltungsbehauptung und Warnung an Ausländer

Russland begründete den Angriff als Vergeltung für einen angeblichen ukrainischen Angriff auf eine Unterkunft in der von Russland kontrollierten Region Luhansk. Die Ukraine bestritt, Zivilisten angegriffen zu haben, und sagte, sie habe eine russische Elite-Drohneneinheit getroffen. Diese Gegendarstellungen sind belegt; unabhängig verifizieren lässt sich der Ausgangsvorfall nur eingeschränkt.

Auch die Warnung an Ausländer und Diplomaten in Kiew ist belegt. Reuters berichtete, Russland habe „systematische Schläge“ gegen militärisch genutzte Ziele in Kiew angekündigt und Ausländer zum Verlassen der Stadt aufgefordert. Der ukrainische Außenminister und die EU-Mission in Kiew werteten das als russische Einschüchterung beziehungsweise Erpressung.

NATO, EU und Sicherheitsgarantien

Richtig ist, dass die NATO auf dem Washington-Gipfel 2024 formulierte, die Ukraine befinde sich auf einem „irreversiblen“ Weg zur euroatlantischen Integration einschließlich NATO-Mitgliedschaft. Die gleiche Erklärung enthält aber eine Bedingung: Eine Einladung könne erst ausgesprochen werden, wenn die Alliierten zustimmen und Bedingungen erfüllt sind. Die Aussage, der Ukraine sei 2024 die NATO-Mitgliedschaft schlicht „versprochen“ worden, ist daher verkürzt.

Bei Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags ist der Kern richtig: EU-Staaten schulden einem angegriffenen Mitgliedstaat Hilfe und Unterstützung mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln. Die Sendung ordnet aber zu Recht ein, dass daraus nicht automatisch ein vollständig einheitlicher militärischer Einsatz aller EU-Mitglieder folgt. Die Klausel enthält Rücksichtnahmen auf die besondere Sicherheits- und Verteidigungspolitik einzelner Staaten sowie auf NATO-Verpflichtungen.

EU-Mitgliedschaft und Sonderstatus für die Ukraine

Die Aussage, eine schnelle Vollmitgliedschaft der Ukraine sei für die EU sehr schwierig, ist plausibel. Die Ukraine hat eine Bevölkerung in der Größenordnung von rund 40 Millionen Menschen, Millionen Geflüchtete leben weiter in der EU, und eine EU-Aufnahme erfordert komplexe Rechtsanpassungen und Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten. Reuters berichtete im Mai 2026 über Friedrich Merz’ Vorschlag einer „assoziierten Mitgliedschaft“ als Zwischenlösung, bei der die Ukraine an EU-Treffen teilnehmen könnte, aber ohne Stimmrecht.

Die Hinweise auf Westbalkan und Türkei sind ebenfalls im Kern richtig. Einige Westbalkanländer warten seit vielen Jahren auf Fortschritte; Nordmazedonien erhielt bereits 2005 Kandidatenstatus. Die Türkei wurde 1999 Kandidatin und begann 2005 Beitrittsverhandlungen, die seit 2018 faktisch stillstehen.

Verhandlungen mit Russland

Die Aussage, Angela Merkel und Emmanuel Macron hätten 2021 ein europäisches Gesprächsformat mit Putin vorgeschlagen und seien damit gescheitert, ist gut belegt. Reuters berichtete im Juni 2021, EU-Staats- und Regierungschefs hätten einen deutsch-französischen Vorschlag für einen Russland-Gipfel abgelehnt, besonders nach Bedenken Polens und baltischer Staaten.

Auch Putins aktueller Vorschlag, Gerhard Schröder als Gesprächspartner vorzuziehen, ist belegt. Reuters berichtete im Mai 2026, EU-Außenminister hätten die Idee zurückgewiesen; Kaja Kallas und deutsche Regierungsvertreter warnten davor, Russland einen europäischen Verhandler bestimmen zu lassen.

Russlands Schwäche, Gebietsgewinne und Verluste

Die Aussage, Russland habe nach mehr als vier Jahren Großkrieg nur rund 20 bis 25 Prozent der Ukraine kontrolliert, ist in der Richtung richtig, aber leicht zu hoch formuliert. Reuters berichtete im April 2026 von pro-ukrainischen Karten, nach denen Russland rund 116.793 Quadratkilometer oder 19,35 Prozent der Ukraine kontrolliere. Russia Matters bezifferte die aktuell kontrollierte Gesamtfläche inklusive vor 2022 eroberter Gebiete auf etwa 20 Prozent.

Russlands Verluste und Rekrutierungsprobleme sind real, die Zahlen bleiben aber unsicher. CSIS und Reuters nannten sehr hohe russische Verluste; NATO-Generalsekretär Mark Rutte sprach im Februar 2026 von etwa 65.000 russischen Verlusten in zwei Monaten. Reuters berichtete zudem, Putin habe neuen Kriegsrekruten und ihren Ehepartnern Schuldenerlasse von bis zu 10 Millionen Rubel, rund 140.000 US-Dollar, gewährt. Die im Gespräch genannte Größenordnung von 120.000 Dollar ist deshalb plausibel, aber mit dem aktuellen Reuters-Wert zu präzisieren.

Geprüfte Aussagen

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Geprüfte AussageZeitstempel: 00:00:02–00:00:49

Das ist richtig. Reuters und ukrainische Militärangaben bestätigen 90 Raketen, 600 Drohnen und den dritten Oreschnik-Einsatz gegen die Ukraine.

Richtig
Originalauszug
So seine zwei Tage nach diesem massiven Angriff 600 Kampfdrohnen, 90 Raketen äh gab Tote, gab viele Verletzte.
Einordnung

Reuters berichtete am 24. Mai 2026, Russland habe 90 Raketen und 600 Drohnen gestartet und nahe Kiew eine Oreschnik-Rakete eingesetzt. Auch die ukrainische Luftwaffe meldete diese Größenordnung. Reuters berichtete außerdem, dass vier Menschen getötet und fast 100 verwundet wurden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeUkrainska Pravda
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeAssociated Press
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:01:34–00:02:22

Das ist richtig mit Einordnung. Reuters berichtete, die Oreschnik habe Bila Zerkwa getroffen, eine Stadt rund 64 Kilometer vom Rand Kiews entfernt.

Kontext fehlt
Originalauszug
Ja, die Uraschnik ist ja nicht in der Kiev eingeschlagen, nicht in der Stadt, sondern in der Region Kiev, ungefähr 90 km entfernt eben Berkler.
Einordnung

Reuters schrieb, Selenskyj habe den Einschlag in Bila Zerkwa genannt; die Stadt liegt etwa 40 Meilen beziehungsweise 64 Kilometer vom Rand Kiews entfernt. Die automatische Mitschrift gibt den Ortsnamen fehlerhaft wieder. Die Distanzangabe im Gespräch ist als grobe Entfernungsangabe plausibel, sollte aber präzise mit Bila Zerkwa und Reuters-Zahl formuliert werden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeUkrainska Pravda
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:15:04–00:15:56

Das ist überwiegend richtig. Reuters und CSIS beschreiben die Oreschnik als nuklearfähige Mittelstreckenrakete mit mehreren tausend Kilometern Reichweite; Aussagen zur Unabfangbarkeit sind jedoch als Einschätzung zu formulieren.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Die Geschwindigkeit ist extrem hoch, sie gilt als besonders schwer abzufangen oder sogar unabfangbar ... 5000 km Reichweite sind Raketen.
Einordnung

Reuters beschrieb die Oreschnik als nuklearfähige Mittelstreckenrakete; frühere ukrainische Angaben nannten etwa 13.000 Kilometer pro Stunde. CSIS nennt US-Schätzungen von 3.500 bis 5.470 Kilometern Reichweite und verweist auf belarussische Angaben von 5.000 Kilometern. Die konkrete Aussage „unabfangbar“ geht über gesicherte offene Daten hinaus und sollte als russische Behauptung beziehungsweise militärische Einschätzung formuliert werden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeCSIS Missile Threat
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:05:18–00:06:12

Das ist richtig mit Einordnung. Russland nannte den Angriff Vergeltung, die Ukraine sprach dagegen von einem Schlag gegen eine russische Elite-Drohneneinheit.

Kontext fehlt
Originalauszug
Die Russen sagen, Frau Peterson, das war ein Vergeltungsschlag für einen ukrainischen Angriff auf eine Berufsschule in Luhansk ... Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gibt es nicht. Im Gegenteil, es wird stark abgestritten.
Einordnung

Reuters berichtete, Russland habe die späteren Angriffe als Antwort auf einen angeblichen ukrainischen Angriff auf eine Unterkunft beziehungsweise ein Wohnheim in der russisch kontrollierten Region Luhansk dargestellt. Die Ukraine bestritt, Zivilisten angegriffen zu haben, und sagte, sie habe eine russische Elite-Drohneneinheit getroffen. Die unabhängige Prüfung des Ausgangsvorfalls bleibt schwierig.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeTIME
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:12:11–00:13:01

Das ist richtig. Reuters berichtete über russische Ankündigungen systematischer Schläge auf militärisch genutzte Ziele in Kiew und eine Aufforderung an Ausländer, die Stadt zu verlassen.

Richtig
Originalauszug
Wenn ausländische Botschaftsmitarbeiter aufgefordert werden, die Stadt, das Land möglicherweise zu verlassen ... die Bedrohungslage ist unverändert hoch.
Einordnung

Reuters berichtete am 25. Mai 2026, Russland habe „systematische Schläge“ gegen Ziele in Kiew angekündigt, die nach russischer Darstellung für die ukrainischen Streitkräfte genutzt würden, und Ausländer einschließlich Diplomaten zum Verlassen Kiews aufgefordert. Die Ukraine und die EU-Mission werteten die Warnung als Einschüchterung beziehungsweise Erpressung.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:47–00:08:34

Das ist richtig mit Einordnung. Russland senkte 2024 die Schwelle seiner Nukleardoktrin und führte 2026 Nuklearübungen durch; ein tatsächlicher Einsatz bleibt aber eine Risiko- und Prognosefrage.

Kontext fehlt
Originalauszug
Der Einsatz taktischer Nuklearwaffen ist für die Russen ein Teil ihrer sozusagen militärischen Strategie. Und ich halte es nicht für ausgeschlossen, wenn Russland tatsächlich mit dem Rücken an der Wand steht.
Einordnung

Reuters berichtete 2024, Putin habe die Schwelle für einen russischen Nuklearschlag im Fall bestimmter konventioneller Angriffe gesenkt. Reuters und AP berichteten im Mai 2026 über russisch-belarussische Nuklearübungen. Das stützt die Aussage, dass Nukleardrohungen und nichtstrategische nukleare Optionen Teil russischer Abschreckungslogik sind. Ob Russland in einer konkreten Lage tatsächlich taktische Nuklearwaffen einsetzen würde, bleibt jedoch eine Risikoabschätzung.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeAssociated Press
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:14:17–00:15:04

Das ist als OSINT-gestützte Größenordnung plausibel, aber nicht amtlich gesichert. Mehrere Analysen verweisen auf etwa 7.000 ukrainische Drohnen im März 2026.

Kontext fehlt
Originalauszug
Im März diesen Jahres hatten wir 7000 Drohnenangriffe der Ukraine auf russisches Territorium.
Einordnung

Radio Free Europe/Radio Liberty, United24 und weitere Analysen verweisen auf Daten des französischen OSINT-Analysten Clément Molin, nach denen die Ukraine im März 2026 rund 7.000 Drohnen gegen Russland einsetzte und damit erstmals Russland bei Langstrecken-Drohnenstarts übertraf. Es handelt sich aber nicht um eine einheitliche amtliche Statistik; Start, Angriff, Abfangmeldung und Zieltreffer müssen unterschieden werden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeRadio Free Europe / Radio Liberty
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeUnited24 Media
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:22:46–00:23:06

Das stimmt im Kern. Die NATO erklärte 2024, sie unterstütze die Ukraine auf ihrem irreversiblen Weg zur euroatlantischen Integration einschließlich NATO-Mitgliedschaft, knüpfte eine Einladung aber an Bedingungen.

Kontext fehlt
Originalauszug
Beim großen Jubiläumsgipfel der NATO 2024 der Ukraine, das in diesem Gipfel versprochen worden war ...
Einordnung

Die Washington Summit Declaration der NATO vom 10. Juli 2024 sagt, die Ukraine befinde sich auf einem irreversiblen Weg zur vollen euroatlantischen Integration einschließlich NATO-Mitgliedschaft. Zugleich heißt es, eine Einladung könne ausgesprochen werden, wenn die Alliierten zustimmen und Bedingungen erfüllt sind. Ein sofortiger oder bedingungsloser Beitritt wurde also nicht zugesagt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeNATO
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeNATO
    Abgerufen 22.05.2026
  3. SonstigeThe Guardian
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:23:06–00:23:51

Das ist richtig mit Einordnung. Artikel 42 Absatz 7 enthält eine Beistandspflicht, lässt aber Raum für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik einzelner Staaten und verweist auf NATO-Verpflichtungen.

Kontext fehlt
Originalauszug
Sie haben völlig recht. Der Artikel 42 bindet die Mitgliedstaaten nicht vollständig, dass sie das machen müssen.
Einordnung

Artikel 42 Absatz 7 EUV verpflichtet Mitgliedstaaten zu Hilfe und Unterstützung mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln, wenn ein Mitgliedstaat Opfer bewaffneter Aggression wird. Die Klausel nimmt aber ausdrücklich Rücksicht auf die besondere Sicherheits- und Verteidigungspolitik einzelner Mitgliedstaaten und auf NATO-Verpflichtungen. Fachliche Einordnungen beschreiben sie deshalb nicht als automatisch identisch mit NATO-Artikel 5.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeEuropean External Action Service
    Abgerufen 22.05.2026
  2. SonstigeEuropean Parliament Research Service
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeVerfassungsblog
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:20:03–00:20:24

Das ist als politische Einordnung plausibel. Die Ukraine hat eine Bevölkerung in der Größenordnung von rund 40 Millionen; EU-Beitritt verlangt umfangreiche Reformen, Verhandlungen und Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Trotzdem würde es der Europäischen Union ungeheuer schwer fallen, die Ukraine mit 40 Millionen Einwohner und Einwohner in die jetzigen EU-Sukturen aufzunehmen.
Einordnung

Aktuelle Bevölkerungsangaben zur Ukraine liegen je nach Quelle und Gebietsbezug in der Größenordnung von rund 37 bis 40 Millionen; zusätzlich leben Millionen ukrainische Geflüchtete in der EU. Reuters berichtete 2026, EU-Beitritt erfordere normalerweise lange Reform- und Verhandlungsprozesse sowie Zustimmung und Ratifikation durch alle 27 EU-Staaten. Die Schwierigkeit ist daher plausibel, bleibt aber eine politische und institutionelle Bewertung.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeWorld Bank
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeEurostat
    Abgerufen 21.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  4. SonstigeAssociated Press
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:30:52–00:31:12

Das ist richtig. Reuters berichtete im Juni 2021, EU-Spitzen hätten einen deutsch-französischen Vorschlag für einen EU-Russland-Gipfel abgelehnt, besonders nach Bedenken Polens und baltischer Staaten.

Kontext fehlt
Originalauszug
Ich meine 2021 vor dem Krieg in der Ukraine hat die deutsche Bundeskanzlerin mit Blick auf Russland im europäischen Rat, das war ihr letzter Rat, den Vorschlag gemacht, wir müssen jetzt eine Gruppe zusammenstellen, die mit Putin verhandelt und sie ist abgewarscht worden.
Einordnung

Reuters berichtete am 25. Juni 2021, EU-Staats- und Regierungschefs hätten einen französisch-deutschen Vorschlag für einen Gipfel mit Russland abgelehnt. Merkel hatte zuvor gefordert, die EU müsse eigene Dialogformate mit Putin schaffen; Polen und baltische Staaten äußerten starke Bedenken. Die Formulierung „abgewatscht“ ist Bewertung, der Vorgang selbst stimmt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 21.05.2026
  2. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:29:31–00:30:20

Das ist richtig. Reuters berichtete im Mai 2026 über Putins Schröder-Vorschlag und die Ablehnung durch EU-Außenminister.

Richtig
Originalauszug
Ich persönlich würde den ehemaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Herrn Schröder bevorzugen. Aber die Europäer sollten generell jemanden wählen, dem sie vertrauen.
Einordnung

Reuters berichtete am 11. Mai 2026, Putin habe Schröder als bevorzugten Partner für mögliche künftige Sicherheitsgespräche genannt. EU-Außenminister und Kaja Kallas wiesen die Idee zurück und argumentierten, Russland könne nicht den europäischen Verhandler bestimmen; deutsche Regierungsvertreter bezeichneten Schröder nicht als glaubwürdigen Vermittler.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeAssociated Press
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:28:12–00:28:59

Das ist richtig. Reuters und der Rat der EU berichten von über 25 Jahren Verhandlungen; das Abkommen wurde 2026 unterzeichnet und die vorläufige Anwendung vorbereitet beziehungsweise begonnen.

Richtig
Originalauszug
Wir haben 26 Jahre gebraucht, um ein Freihandelsabkommen mit Mercosur zu abschieden.
Einordnung

Reuters berichtete am 17. Januar 2026, die EU und Mercosur hätten ein Handelsabkommen nach 25 Jahren Verhandlungen unterzeichnet. Der Rat der EU sprach ebenfalls von über 25 Jahren. Die Formulierung „26 Jahre“ ist als gerundete politische Kurzform vertretbar, wenn man den Start der Verhandlungen 1999 und die Unterzeichnung beziehungsweise Anwendung 2026 zugrunde legt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeRat der Europäischen Union
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeBundesregierung
    Abgerufen 21.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:39:03–00:39:14

Das ist teilweise richtig. Russland kontrolliert laut pro-ukrainischen Karten und Russia-Matters-Auswertung etwa 19 bis 20 Prozent der Ukraine; 25 Prozent ist zu hoch.

Teilweise richtig
Originalauszug
Das sehen Sie natürlich auch daran, dass dieses dieses gigantische Militär, was da vorgehalten wird, in 5 Jahren es nicht geschafft hat oder etwas mehr als vier mehr als 20 25% der Ukraine zu erobern.
Einordnung

Reuters berichtete im April 2026, pro-ukrainische Karten sähen 116.793 Quadratkilometer oder 19,35 Prozent der Ukraine unter russischer Kontrolle. Russia Matters bezifferte die gesamte derzeit kontrollierte Fläche einschließlich Krim und vor 2022 besetzter Teile des Donbas auf etwa 20 Prozent. Der Kern, dass Russland trotz großer Armee nur rund ein Fünftel kontrolliert, stimmt; 25 Prozent ist in den geprüften aktuellen Quellen zu hoch.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeRussia Matters / Harvard Kennedy School Belfer Center
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeAl Jazeera
    Abgerufen 27.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:36:59–00:38:18

Die Größenordnung ist plausibel, aber quellenabhängig. Reuters und NATO-Aussagen stützen sehr hohe russische Verluste; Reuters meldete 2026 Schuldenerlasse bis 10 Millionen Rubel, rund 140.000 US-Dollar.

Kontext fehlt
Originalauszug
Du verlierst jeden Monat 30.000 Menschen ... Um neue Rekruten zu kriegen, sind sie offenbar mittlerweile sogar bereit, die Schulden der Familie ... bis zu 120.000 Dollar zu übernehmen.
Einordnung

NATO-Generalsekretär Mark Rutte sprach im Februar 2026 laut Reuters von rund 65.000 russischen Verlusten in zwei Monaten, was grob zu einer Größenordnung über 30.000 pro Monat passt. CSIS schätzte sehr hohe russische Verluste seit Kriegsbeginn. Reuters berichtete am 26. Mai 2026, Putin habe neuen Kriegsrekruten und ihren Ehepartnern Schuldenerlasse bis zu 10 Millionen Rubel gewährt, was etwa 139.700 US-Dollar entsprach. Die genannte 120.000-Dollar-Zahl liegt daher in der Größenordnung, ist aber gegenüber Reuters zu niedrig beziehungsweise gerundet.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  2. SonstigeCenter for Strategic and International Studies
    Abgerufen 27.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 27.05.2026
  4. SonstigeDeutsche Welle
    Abgerufen 27.05.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung vorbereitet. Die finale Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung erfolgt redaktionell.

Trotz sorgfältiger Bearbeitung können Fehler oder Auslassungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Maßgeblich bleiben das Originalvideo und die verlinkten Quellen.

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und sorgfältiger Quellenprüfung, jedoch ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.

Gesamtfazit

Die zentralen Angriffsdaten sind belastbar: 90 Raketen, 600 Drohnen, vier Tote, fast 100 Verletzte und ein dritter Oreschnik-Einsatz sind belegt. Richtig sind auch die NATO-Washington-Formel von 2024, Merkels gescheiterter EU-Putin-Vorschlag 2021, Putins Schröder-Vorschlag und die EU-Mercosur-Zahl von mehr als 25 Jahren Verhandlungen. Teilweise verkürzt sind Aussagen zur Unabfangbarkeit und den Kosten der Oreschnik, zur EU-Beistandspflicht, zur schnellen EU-Mitgliedschaft der Ukraine, zur Zahl ukrainischer Drohnenangriffe und zu Russlands Gebietsanteil und Verlusten.