Energie & Umwelt

Faktencheck: Hat der IPCC den „Weltuntergang“ abgesagt?

Ein extremes Klimaszenario gilt in der neuen CMIP7-Planung als unplausibel – das ist aber keine pauschale Entwarnung.

Faktencheck: Hat der IPCC den „Weltuntergang“ abgesagt?

Kurzfazit

Der Faktencheck bestätigt: Eine im April 2026 veröffentlichte ScenarioMIP-Arbeit bewertet die sehr hohen Emissionsniveaus von SSP5-8.5 aus CMIP6 als unplausibel. Aktuelle Projektionen wie der Climate Action Tracker liegen bei heutigen Politiken eher um 2,6 Grad Erwärmung bis 2100 als bei 4 bis 5 Grad. Gleichzeitig ist das keine formelle IPCC-Mitteilung, keine Rücknahme der Klimawissenschaft und keine Aussage, dass Klimarisiken verschwunden sind. Mehrere Aussagen Vahrenholts haben einen realen Kern, werden aber verkürzt: Deutschlands Anteil an globalem CO2 liegt bei etwa 1,5 Prozent, China und Indien nennen Netto-null-Ziele für 2060 beziehungsweise 2070, globale CO2-Emissionen liegen heute bei rund 38 Milliarden Tonnen und die Weltbevölkerung dürfte laut UN nicht 14 Milliarden erreichen. Irreführend oder unbelegt sind dagegen die Behauptungen, der IPCC habe Klimamodelle als falsch eingeräumt, das Bundesverfassungsgericht habe sich „genau“ auf SSP5-8.5 gestützt, globale Begrünung bedeute 20 Prozent mehr Ernährungsgrundlage oder der DOE-Bericht liefere eine wissenschaftliche Entwarnung.

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Hinweis zur Prüfung

Bewertet werden konkrete Aussagen nach aktueller Quellenlage. Automatische Transkripte können Fehler enthalten; wörtliche Zitate, Zahlen und zentrale Claims werden vor Veröffentlichung am Originalvideo geprüft.

Fazit: Das Video greift eine reale Entwicklung auf: In der neuen CMIP7-Szenarioarbeit wird das sehr hohe Emissionsniveau von SSP5-8.5 aus der vorherigen Modellgeneration als unplausibel bewertet. Das ist für die Klimadebatte relevant, weil sehr hohe Erwärmungsprojektionen in Politik, Medien und Forschung tatsächlich lange prominent waren. Daraus folgt aber nicht, dass „der IPCC“ den Weltuntergang offiziell abgesagt hätte oder dass Klimarisiken verschwunden wären. Die wissenschaftliche Lage ist nüchterner: Sehr extreme Hoch-Emissionspfade gelten weniger plausibel, aktuelle Politikpfade liegen aber weiterhin deutlich über den Pariser Klimazielen.

Was wurde geprüft?

Geprüft wurden zentrale Aussagen aus dem Interview mit Fritz Vahrenholt zu IPCC-Szenarien, SSP5-8.5 beziehungsweise RCP8.5, globalen Temperaturprojektionen, deutschen CO2-Emissionen, dem Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts, China und Indien, globaler Begrünung, Weltbevölkerung, Klimafinanzierung und einem Bericht des US-Energieministeriums. Reine Wertungen und politische Schlussfolgerungen wurden von überprüfbaren Tatsachenbehauptungen getrennt.

Das extreme Szenario: unplausibel, aber nicht einfach „zurückgezogen“

Die wichtigste Aussage hat einen belegten Kern. Die ScenarioMIP-CMIP7-Veröffentlichung vom April 2026 schreibt, dass die sehr hohen CMIP6-Emissionsniveaus, wie sie durch SSP5-8.5 quantifiziert wurden, inzwischen als unplausibel gelten. Gründe sind unter anderem die Entwicklung der erneuerbaren Energien, Klimapolitik und neuere Emissionstrends. Diese Aussage stammt aber aus einer Fachveröffentlichung zur nächsten Szenariogeneration, nicht aus einer formellen IPCC-Mitteilung. Sie bedeutet auch nicht, dass Klimamodelle insgesamt falsch wären.

Was 2,6 Grad wirklich bedeuten

Aktuelle Auswertungen wie der Climate Action Tracker kommen für bestehende Politiken auf etwa 2,6 Grad Erwärmung bis 2100. Das liegt deutlich unter den extremsten früheren Hoch-Emissionsszenarien, aber deutlich über dem Ziel, die Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad und deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Eine Projektion von 2,6 Grad ist daher keine Entwarnung, sondern ein Hinweis: Das schlimmste alte Szenario ist weniger plausibel, aber die aktuelle Politik reicht weiterhin nicht für die internationalen Klimaziele.

Deutschland, CO2 und das Bundesverfassungsgericht

Deutschland hat nur einen relativ kleinen Anteil an den heutigen globalen CO2-Emissionen, in der Größenordnung von etwa 1,5 Prozent. Die daraus abgeleitete Rechnung, Deutschlands Anteil an einer zusätzlichen Erwärmung von einem Grad betrage 0,015 Grad, ist als grobe Arithmetik nachvollziehbar, aber politisch und naturwissenschaftlich zu verkürzt. Klimapolitik wird nicht nur als direkte Temperaturwirkung eines einzelnen Landes begründet, sondern auch über internationale Verpflichtungen, kumulative Emissionen, Innovations- und Vorbildfunktionen. Auch die Aussage zum Bundesverfassungsgericht braucht Korrektur: Der Klimabeschluss von 2021 stützte sich auf IPCC-Berichte und das Konzept eines CO2-Restbudgets. Er lässt sich nicht sauber darauf reduzieren, das Gericht habe „genau“ das extreme SSP5-8.5-Szenario zugrunde gelegt.

CO2, Pflanzenwachstum und Ernährung

Dass die Erde in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Regionen grüner geworden ist, ist belegt. NASA-gestützte Studien führen einen großen Anteil dieser Begrünung auf CO2-Düngung zurück. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass die „Ernährungsgrundlage“ der Welt um 20 Prozent gestiegen sei. Pflanzenwachstum hängt auch von Wasser, Hitze, Nährstoffen, Landnutzung, Extremwetter, Bodenqualität und Artenzusammensetzung ab. Mehr Blattfläche ist nicht gleich mehr Nahrungssicherheit.

China, Indien und globale Emissionen

Richtig ist: China nennt Klimaneutralität vor 2060, Indien Netto-null bis 2070. Richtig ist auch, dass globale fossile CO2-Emissionen derzeit in der Größenordnung von rund 37 bis 38 Milliarden Tonnen pro Jahr liegen. Szenarien mit mehr als 120 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr bis 2100 sind daher extreme Hoch-Emissionspfade und heute deutlich weniger plausibel als früher. Trotzdem steigen oder stagnieren globale Emissionen weiterhin auf hohem Niveau; der Trend ist noch nicht mit dem Pariser Abkommen vereinbar.

Weltbevölkerung und Klimafinanzierung

Bei der Weltbevölkerung liegt Vahrenholt teilweise richtig und teilweise daneben. Die UN schätzte die Weltbevölkerung 2024 auf rund 8,2 Milliarden und erwartet einen Höchststand von etwa 10,3 Milliarden in den 2080er Jahren. Damit ist eine 14-Milliarden-Weltbevölkerung in den aktuellen UN-Projektionen nicht plausibel. Nicht korrekt ist aber die Aussage, der Höhepunkt komme schon um 2050 und liege nur bei 9 bis 10 Milliarden. Beim 100-Milliarden-Dollar-Klimafinanzierungsziel stimmt: Die Industriestaaten verfehlten das Ziel zunächst, erreichten es aber laut OECD im Jahr 2022 mit 115,9 Milliarden Dollar. Über Qualität, Zusätzlichkeit und faire Anrechnung der Mittel wird weiterhin gestritten.

Der DOE-Bericht ist keine globale Klimawissenschafts-Entwarnung

Ein Bericht des US-Energieministeriums von 2025 stellte die ökonomischen Schäden von Treibhausgasemissionen für die USA deutlich weniger dramatisch dar als viele andere Bewertungen. Daraus folgt aber kein wissenschaftlicher Konsens, dass CO2 ungefährlich sei. Der Bericht wurde von zahlreichen Klimawissenschaftlern und Faktenchecks scharf kritisiert, unter anderem wegen selektiver Darstellung und irreführender Schlussfolgerungen. Für einen neutralen Faktencheck muss er daher als umstrittene Quelle eingeordnet werden.

Bewertung

Der Kern des Videos ist nicht frei erfunden: Sehr extreme Hoch-Emissionsszenarien werden in der neuen Szenariogeneration zurückgestuft, und viele politische Debatten haben solche Szenarien früher zu stark in den Vordergrund gestellt. Die Schlussfolgerung „Weltuntergang abgesagt“ ist dennoch eine politische Zuspitzung. Eine seriöse Einordnung lautet: Das schlimmste alte Szenario ist weniger plausibel, die aktuelle Weltpolitik führt aber weiterhin zu erheblicher Erwärmung und relevanten Klimarisiken.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:00:29–00:01:18

Der Kern stimmt. Die neue ScenarioMIP-CMIP7-Arbeit bewertet die sehr hohen SSP5-8.5-Emissionsniveaus als unplausibel; das ist aber keine formelle IPCC-Mitteilung.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Im April haben jetzt die 44 Wissenschaftler, die diese Szenarien geschrieben haben, einen Bericht vorgelegt ... sie haben gesagt, das, was wir bisher erzählt haben, ist nicht mehr plausibel.
Einordnung

Die ScenarioMIP-CMIP7-Veröffentlichung vom 7. April 2026 schreibt, dass die hohen CMIP6-Emissionsniveaus von SSP5-8.5 als unplausibel gelten. Das stützt Vahrenholts Kernaussage. Ungenau ist jedoch die Darstellung als IPCC-Bericht oder als offizielle Rücknahme durch den IPCC. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Fachveröffentlichung zur neuen Szenariogeneration, nicht um einen neuen Sachstandsbericht.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeGeoscientific Model Development / Copernicus
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeThe Times
    Abgerufen 14.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:01:18–00:01:53

Das stimmt im Kern. SSP5-8.5 ist ein sehr hoher Emissionspfad; der IPCC AR6 nennt für 2081 bis 2100 eine sehr hohe Erwärmungsspanne.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Dieses Szenario 8.5 ist davon ausgegangen, dass wir den CO2-Ausstoß weltweit verdreifachen bis vervierfachen ... dann kommt man auf Werte von 3 bis 5 Grad.
Einordnung

RCP8.5 beziehungsweise SSP5-8.5 beschreibt einen sehr hohen Emissionspfad mit starkem fossilem Energieverbrauch. NOAA beschreibt SSP5-8.5 als Pfad, in dem CO2-Emissionen bis etwa 2075 etwa verdreifacht werden; Carbon Brief verweist zudem auf sehr starke Kohlenutzung. Im IPCC AR6 WGI liegt die Erwärmung unter SSP5-8.5 für 2081 bis 2100 bei einem Median von 4,4 Grad und einer wahrscheinlichen Spanne von 3,3 bis 5,7 Grad gegenüber 1850 bis 1900. Die Formulierung „3 bis 5 Grad“ ist daher grob, aber nicht frei erfunden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeIPCC
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeCarbon Brief
    Abgerufen 14.05.2026
  3. SonstigeNOAA Science On a Sphere
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:03:48–00:04:29

Die Größenordnung ist durch aktuelle Projektionen wie den Climate Action Tracker gestützt, bedeutet aber keine Entwarnung.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Das wahrscheinlichste ist ... am Ende des Jahrhunderts 2,56 Grad.
Einordnung

Der Climate Action Tracker nennt für bestehende Politiken eine Erwärmung von etwa 2,6 Grad bis 2100. Das liegt nahe an der im Video genannten Zahl. Gleichzeitig betont der CAT, dass diese Projektion weiterhin weit über den Pariser Klimazielen liegt. Die Zahl kann daher nicht als Beleg verstanden werden, Klimarisiken seien erledigt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeClimate Action Tracker
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeIntergovernmental Panel on Climate Change
    Abgerufen 14.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:04:29–00:05:38

Die Rechenlogik hat einen Kern, die Anpassungsbehauptung ist aber eine politische und wissenschaftlich stark verkürzte Bewertung.

Kontext fehlt
Originalauszug
Heute haben wir schon 1,45 Grad. Das heißt, wir reden über eine Zunahme von nur 1,1 Grad für die nächsten 75 Jahre ... daran kann sich die Menschheit anpassen.
Einordnung

Der IPCC AR6 nennt für 2011 bis 2020 eine menschengemachte Erwärmung von etwa 1,1 Grad gegenüber 1850 bis 1900; einzelne jüngere Jahre lagen deutlich höher. Wenn man eine 2,6-Grad-Projektion bis 2100 mit einem heutigen Wert um 1,4 bis 1,5 Grad vergleicht, ergibt sich grob ein zusätzliches Grad. Die Schlussfolgerung, daran könne sich die Menschheit einfach anpassen, ist jedoch keine reine Rechenfrage. Der IPCC betont, dass Klimarisiken mit jeder zusätzlichen Erwärmung zunehmen und Anpassung Grenzen hat.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeIntergovernmental Panel on Climate Change
    Abgerufen 14.05.2026
  2. SonstigeClimate Action Tracker
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:05:38–00:05:51

Der Emissionsanteil ist in der Größenordnung richtig, die daraus gezogene Klimapolitik-Schlussfolgerung ist aber irreführend verkürzt.

Teilweise richtig
Originalauszug
Deutschland hat 1,5% CO2. Wenn dieses eine Grad noch käme ... dann hieße das, Deutschland hat 0,015 Grad Beitrag.
Einordnung

Deutschlands Anteil an den jährlichen globalen CO2-Emissionen liegt in der Größenordnung von etwa 1,5 Prozent. Die Multiplikation von 1,5 Prozent mit einem Grad ist als einfache Rechenübung nachvollziehbar. Sie unterschlägt aber kumulative historische Emissionen, internationale Verpflichtungen, politische Verteilungsfragen, technologische Wirkung und die Tatsache, dass Klimapolitik im Zusammenspiel vieler Staaten bewertet wird.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeOur World in Data
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeWorldometer
    Abgerufen 15.05.2026
  3. SonstigeUmweltbundesamt
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:08:05–00:08:15

Es ist belegt, dass RCP8.5/SSP5-8.5 häufig verwendet und teils kritisiert wurde; die konkrete 50-Prozent-Aussage wurde nicht belastbar bestätigt.

Unbelegt
Originalauszug
Wenn Sie mal den IPCC-Bericht sich ansehen und die Szenarien zählen ... 50% dieses Szenarios war dieses schlimmste Szenario.
Einordnung

Die wissenschaftliche Debatte bestätigt, dass RCP8.5 beziehungsweise SSP5-8.5 in Forschung und Kommunikation prominent genutzt wurde und häufig als Business-as-usual missverstanden wurde. Für die konkrete Aussage, im IPCC-Bericht entfielen 50 Prozent der Szenario-Zitate auf dieses Szenario, wurde jedoch keine belastbare, direkt nachvollziehbare Quelle gefunden. Die Aussage sollte daher nicht ohne eigene Zählung oder Primärbeleg übernommen werden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeIssues in Science and Technology
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeCarbon Brief
    Abgerufen 14.05.2026
  3. SonstigeGeoscientific Model Development / Copernicus
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:08:36–00:09:42

Der Klimabeschluss stützte sich auf IPCC-Berichte und CO2-Budgets. Eine direkte Reduktion auf SSP5-8.5 ist irreführend.

Irreführend
Originalauszug
Das Bundesverfassungsgericht hat genau dieses Szenario genommen ... hat gesagt, Deutschland muss runter auf Null bis 2050 ... eigentlich müsste Karlsruhe jetzt das Urteil revidieren.
Einordnung

Das Bundesverfassungsgericht stützte seinen Klimabeschluss von 2021 auf IPCC-Berichte, das Pariser Temperaturziel und das Konzept eines verbleibenden globalen CO2-Budgets. Der Beschluss kann nicht sauber darauf reduziert werden, das Gericht habe „genau“ das extreme SSP5-8.5-Szenario zugrunde gelegt. Das Gericht schrieb dem Gesetzgeber zudem nicht im Detail einzelne Maßnahmen vor, sondern beanstandete unzureichende Festlegungen für die Zeit nach 2030. Deutschlands Netto-null-Ziel 2045 wurde später politisch gesetzlich festgelegt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeBundesverfassungsgericht
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeBundesverfassungsgericht
    Abgerufen 15.05.2026
  3. SonstigeBundesregierung
    Abgerufen 15.05.2026
  4. SonstigeZDFheute
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:12:29–00:12:34

Die Aussage ist richtig: China nennt Klimaneutralität vor 2060, Indien Netto-null bis 2070.

Richtig
Originalauszug
China hat angekündigt, ab 2060 null zu gehen ... Indien ab 2070.
Einordnung

China hat angekündigt, CO2-Emissionen vor 2030 zu peaken und vor 2060 CO2-neutral beziehungsweise klimaneutral zu werden. Indien nennt Netto-null bis 2070. Diese Ziele sind politisch angekündigt; ob sie erreicht werden, ist eine gesonderte Frage.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeInternational Energy Agency
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigePress Information Bureau, Government of India
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:13:48–00:14:10

Globale Begrünung ist belegt, aber die Gleichsetzung mit 20 Prozent mehr Ernährungssicherheit ist irreführend.

Teilweise richtig
Originalauszug
Die Blattmasse ist um über 20% gewachsen in den letzten 30 Jahren ... das heißt 20% mehr Ernährungsgrundlage.
Einordnung

NASA und Fachstudien bestätigen eine deutliche globale Begrünung in vielen Regionen, zu der CO2-Düngung einen wichtigen Beitrag leistet. Daraus folgt aber nicht automatisch 20 Prozent mehr Nahrungsgrundlage. Blattfläche ist nicht gleich essbare Biomasse oder landwirtschaftlicher Ertrag. Wasserstress, Hitze, Nährstoffe, Schädlingsdruck, Extremwetter, Bodenqualität und sinkende Nährstoffgehalte können positive CO2-Effekte begrenzen oder überlagern.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeNASA
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeReuters Fact Check
    Abgerufen 15.05.2026
  3. SonstigeNature Communications
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:15:08–00:15:20

Die Größenordnung stimmt. Aktuelle fossile CO2-Emissionen liegen bei rund 37 bis 38 Milliarden Tonnen; 120 Milliarden Tonnen wären ein sehr hoher Extrempfad.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Im Moment haben wir 36, 38 Gigatonnen CO2 weltweit. Vielleicht sind es jetzt 40 geworden. Aber 120 ist absurd.
Einordnung

Der Global Carbon Budget bezifferte fossile CO2-Emissionen 2024 auf etwa 37,4 Milliarden Tonnen und 2025 auf etwa 38,1 Milliarden Tonnen. Die Aussage zur heutigen Größenordnung ist daher richtig. SSP-Literatur zeigt, dass sehr hohe Baseline-Szenarien bis über 120 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr reichen können; solche Pfade sind nach heutiger Szenariodebatte deutlich weniger plausibel.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeGlobal Carbon Project
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeLMU / Global Carbon Project
    Abgerufen 15.05.2026
  3. SonstigeInternational Energy Agency
    Abgerufen 15.05.2026
  4. SonstigeGlobal Environmental Change
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:23:09–00:24:01

Das stimmt im Kern. Die UN erwartet einen Peak bei etwa 10,3 Milliarden in den 2080er Jahren; Vahrenholts Aussage zum Peak um 2050 ist aber nicht korrekt.

Teilweise richtig
Originalauszug
Wir sind heute 8,2 Milliarden. Nach Aussage der UN werden wir noch etwas über 10 Milliarden ... die Weltbevölkerung geht nicht über 14 Milliarden.
Einordnung

Die UN World Population Prospects 2024 schätzt die Weltbevölkerung 2024 auf rund 8,2 Milliarden und erwartet einen Höchststand von etwa 10,3 Milliarden Mitte der 2080er Jahre, danach einen leichten Rückgang auf rund 10,2 Milliarden bis 2100. Damit ist die Aussage gegen 14 Milliarden in aktuellen UN-Projektionen richtig. Nicht richtig ist die im Gespräch anklingende Aussage, der Peak komme schon um 2050 und liege nur bei 9 bis 10 Milliarden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeUnited Nations
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeUnited Nations
    Abgerufen 15.05.2026
  3. SonstigeGlobal Environmental Change / PMC
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:20:47–00:21:34

Die Aussage ist zu pauschal. Das Ziel wurde zunächst verfehlt, laut OECD 2022 aber mit 115,9 Milliarden Dollar erreicht; über Qualität und Anrechnung gibt es Streit.

Teilweise richtig
Originalauszug
Die jährlichen 100 Milliarden an die Dritte Welt ... die sind alle nicht oder so gut wie gar nicht umgesetzt worden.
Einordnung

Die Industriestaaten verfehlten das 100-Milliarden-Dollar-Ziel zunächst, insbesondere für 2020. Laut OECD wurde das Ziel 2022 mit 115,9 Milliarden Dollar erstmals materiell übertroffen. Gleichzeitig gibt es berechtigte Kritik an Qualität, zusätzlicher Wirkung, Krediten statt Zuschüssen und Anrechnungsmethoden. Die Aussage „so gut wie gar nicht umgesetzt“ ist daher zu stark.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeOECD
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeUNFCCC Standing Committee on Finance
    Abgerufen 15.05.2026
  3. SonstigeCarbon Brief
    Abgerufen 15.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:17:38–00:17:51

Der Bericht existiert und argumentiert in diese Richtung, ist aber kein wissenschaftlicher Konsens und wurde stark kritisiert.

Kontext fehlt
Originalauszug
Die US-Regierung hat jetzt einen Bericht vorgelegt, der sagt: CO2 ist ein Klimagas, aber es wird keine großen Auswirkungen auf die Erde haben, jedenfalls keine negativen.
Einordnung

Das US-Energieministerium veröffentlichte 2025 einen Bericht, der Treibhausgaswirkungen für die USA weniger schädlich darstellt als viele etablierte Bewertungen. Diese Quelle steht aber nicht für einen globalen wissenschaftlichen Konsens. Carbon Brief und Science Feedback dokumentierten zahlreiche aus ihrer Sicht falsche oder irreführende Darstellungen. Der IPCC hält weiterhin fest, dass menschliche Treibhausgasemissionen die Erwärmung eindeutig verursachen und dass Risiken mit weiterer Erwärmung zunehmen.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeU.S. Department of Energy
    Abgerufen 15.05.2026
  2. SonstigeU.S. Department of Energy
    Abgerufen 15.05.2026
  3. SonstigeCarbon Brief
    Abgerufen 15.05.2026
  4. SonstigeScience Feedback
    Abgerufen 15.05.2026
  5. SonstigeIntergovernmental Panel on Climate Change
    Abgerufen 14.05.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung vorbereitet. Die finale Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung erfolgt redaktionell.

Trotz sorgfältiger Bearbeitung können Fehler oder Auslassungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Maßgeblich bleiben das Originalvideo und die verlinkten Quellen.

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und sorgfältiger Quellenprüfung, jedoch ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.

Gesamtfazit

Die wichtigste geprüfte Aussage ist überwiegend richtig: Die neue ScenarioMIP-CMIP7-Arbeit bewertet SSP5-8.5-Emissionsniveaus als unplausibel. Daraus folgt aber keine pauschale IPCC-Rücknahme und keine Entwarnung für die Klimapolitik. Richtig oder plausibel sind auch Deutschlands CO2-Anteil von etwa 1,5 Prozent, die Netto-null-Ziele Chinas und Indiens, aktuelle globale CO2-Emissionen um 38 Milliarden Tonnen sowie die UN-Projektion eines Bevölkerungsmaximums von rund 10,3 Milliarden. Irreführend sind die Reduktion des BVerfG-Klimabeschlusses auf SSP5-8.5, die Gleichsetzung von globaler Begrünung mit 20 Prozent mehr Ernährungssicherheit, die Verwechslung eines DOE-Berichts mit wissenschaftlichem Konsens und die Darstellung, Klimamodelle seien vom IPCC als falsch eingeräumt worden.