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Gesellschaft

Faktencheck: Freiburg, Krefeld und die Zahlen zur Verkehrswende

Freiburgs 76-Prozent-Wert und der Emissionsanteil des Verkehrs sind belegt. Bei Autokilometern und Länderzielen braucht der Beitrag deutliche Korrekturen.

KI-generierte redaktionelle Symbolmontage zur Verkehrswende mit geteiltem Stadtmotiv: Straßenbahn und Radroute auf der einen, autogeprägter Straßenraum auf der anderen Seite; im Bild steht sichtbar „KI-GENERIERT“.
KI-generierte redaktionelle Symbolmontage – keine authentische Aufnahme einer konkreten Straße in Freiburg oder Krefeld. Die Kennzeichnung „KI-GENERIERT“ ist im Motiv sichtbar.

Kurzfazit

Der Deutschlandfunk beschreibt Freiburg als Vorreiter und Krefeld als Nachzügler der Verkehrswende. Die zentralen kommunalen Zahlen halten überwiegend stand: In Freiburg entfielen 2023 tatsächlich 76 Prozent der Wege auf Fußverkehr, Fahrrad und öffentlichen Verkehr; der Verkehrssektor verursacht gut 22 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Der Vergleich mit Krefeld arbeitet jedoch mit Erhebungen aus unterschiedlichen Jahren. Die Aussage zum zehnprozentigen Rückgang des Autoanteils verwechselt Anteil und absolute Verkehrsleistung. Auch die pauschalen Länderziele sind zu weit gefasst: Niedersachsen plant die Verdopplung im SPNV inzwischen bis 2040, und mehrere Länder streben beim Radverkehr nur 20 statt mindestens 25 Prozent an.

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Kurzfazit: Der Deutschlandfunk-Beitrag zeichnet die Unterschiede zwischen Freiburg und Krefeld im Kern zutreffend nach. Freiburgs Modal Split von 76 Prozent für Fußverkehr, Rad und öffentlichen Verkehr ist amtlich dokumentiert; auch der Anteil des Verkehrs an den deutschen Treibhausgasemissionen liegt bei gut 22 Prozent. Korrekturbedarf besteht an drei Stellen: Der Krefeld-Freiburg-Vergleich verbindet Erhebungen aus unterschiedlichen Jahren, die bundesweite MiD-Zahl verwechselt Anteil und absolute Verkehrsleistung, und die Länderziele für ÖPNV und Radverkehr werden zu pauschal dargestellt.

Im Beitrag vom 6. August 2026 werden Zahlen, kommunale Erfahrungen und Einschätzungen von Fachleuten miteinander verbunden. Prüfen lassen sich Modal-Split-Werte, Ranglisten, Emissionsanteile, Streckenlängen und offiziell beschlossene Zielwerte. Aussagen darüber, welche politische Kultur, Verwaltungsstruktur oder Person eine Verkehrswende ermöglicht, sind dagegen fachliche Analysen und Wertungen – keine einfachen Wahr-oder-falsch-Behauptungen.

Freiburg: 76 Prozent ohne Auto – stimmt das?

Ja. Der Monitoringbericht der Stadt Freiburg weist für 2023 aus, dass 76 Prozent aller Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wurden. Auf den motorisierten Individualverkehr entfielen demnach 24 Prozent. Der Beitrag gibt diesen sogenannten Modal Split korrekt wieder.

Wichtig ist die Einheit: Gezählt werden Wege, nicht zurückgelegte Kilometer. Eine kurze Fahrt zum Bäcker wiegt im Modal Split genauso wie eine längere Autofahrt. Der Wert beschreibt deshalb vor allem die Verkehrsmittelwahl im Alltag, nicht unmittelbar Energieverbrauch oder Emissionen.

Beim ADFC liegt Freiburg hinter Münster – aber in einer Größenklasse

Auch die genannte Platzierung ist im Kern richtig. In den Ergebnistabellen des ADFC-Fahrradklima-Tests 2024 liegt Freiburg in seiner Ortsgrößenklasse hinter Münster. Der Beitrag erklärt zudem korrekt, dass Radfahrende die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt bewerten.

Die Rangliste ist keine technische Vollprüfung sämtlicher Radwege. Sie misst die Wahrnehmung der Teilnehmenden und wird nach Ortsgrößenklassen ausgewertet. Freiburg ist damit nicht automatisch die objektiv zweitbeste Fahrradstadt Deutschlands in jeder denkbaren Kennzahl.

Krefelds Autoanteil: ungefähr 50 Prozent, aber nicht direkt vergleichbar

Für Krefeld weist das kommunale Mobilitätskonzept auf Grundlage der Mobilitätsbefragung 2017 einen Anteil des motorisierten Individualverkehrs von rund 52 Prozent an den werktäglichen Wegen aus. Die Formulierung „etwa 50 Prozent“ ist deshalb plausibel; verglichen mit Freiburgs 24 Prozent ist das etwas mehr als das Doppelte.

Der Vergleich bleibt dennoch nur eine grobe Orientierung. Krefelds Wert beruht auf 2017, Freiburgs Wert auf 2023. Erhebungsdesign, Stichprobe und örtliche Abgrenzung können ebenfalls voneinander abweichen. Die Differenz ist groß, aus den beiden Zahlen allein lässt sich aber kein sauberer zeitgleicher Leistungsvergleich ableiten.

Verkehr verursacht gut 22 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen

Die Aussage des Beitrags ist belegt. Das Umweltbundesamt beziffert den Verkehrsanteil für 2024 auf 22,3 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen. Gemeint ist der nationale Emissionssektor Verkehr, insbesondere der Straßenverkehr, nicht ausschließlich der innerstädtische Pkw-Verkehr.

Der Wert erklärt, warum Bund, Länder und Kommunen über den Ausbau von Bahn, Bus, Rad- und Fußverkehr sprechen. Er beweist für sich genommen aber nicht, dass jede einzelne kommunale Maßnahme wirksam oder verhältnismäßig ist. Das muss jeweils anhand von Kosten, Nutzung, Sicherheit, sozialer Wirkung und tatsächlich vermiedenen Emissionen bewertet werden.

Die „zehn Prozent weniger Autokilometer“ sind irreführend formuliert

Am Ende des Beitrags heißt es, der Anteil des Autos an den gefahrenen Kilometern sei zwischen 2017 und 2023 bundesweit um zehn Prozent zurückgegangen, vor allem zugunsten des Fuß- und Radverkehrs. Der Ergebnisbericht Mobilität in Deutschland 2023 zeigt ein differenzierteres Bild.

Die tägliche Verkehrsleistung von Fahrerinnen, Fahrern und Mitfahrenden im motorisierten Individualverkehr sank von zusammen rund 2,404 Milliarden Personenkilometern im Jahr 2017 auf 2,192 Milliarden im Jahr 2023. Das sind knapp neun Prozent weniger und lässt sich gerundet als ungefähr zehn Prozent beschreiben. Der Anteil an allen Personenkilometern sank dagegen nur von etwa 75 auf 73 Prozent – also um zwei Prozentpunkte. Zugleich ging die gesamte tägliche Verkehrsleistung zurück. Fußverkehr legte deutlich zu, Radverkehr leicht; der öffentliche Verkehr lag bei den Personenkilometern noch unter 2017. Die Entwicklung einfach als Verlagerung zugunsten von Fuß und Rad zu beschreiben, greift daher zu kurz.

Krefelds Radpromenade ist rund 15 Kilometer lang

Die Stadt beschreibt die geplante Promenade als etwa 14,5 Kilometer lange Ost-West-Verbindung. Die im Beitrag genannte Länge von 15 Kilometern ist eine sachgerechte Rundung. Richtig ist auch die Einschränkung, dass Abschnitte bereits vorhanden sind, andere gebaut werden oder sich noch in Planung befinden. Der Wert bezeichnet also die Zielstrecke des Gesamtprojekts, nicht 15 Kilometer durchgehend fertiggestellten Radweg.

Verdoppeln vier Länder ihre ÖPNV-Fahrgastzahlen bis 2030?

Nur teilweise. Baden-Württemberg will die ÖPNV-Beförderungsleistung bis 2030 gegenüber 2010 verdoppeln. Bayern nennt eine Verdopplung der Fahrgastzahlen gegenüber 2019. Schon die Messgrößen und Ausgangsjahre sind damit nicht identisch.

Für Niedersachsen ist das im Beitrag genannte Zieljahr nicht mehr aktuell: Die SPNV-Strategie des Landes zielt auf eine Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2040. Der sächsische Landesverkehrsplan 2030 stärkt den öffentlichen Verkehr, formuliert aber kein gleichlautendes landesweites Verdopplungsziel bis 2030. Die Vier-Länder-Aussage ist deshalb nur teilweise richtig.

Wollen fast alle Länder mindestens 25 Prozent Radverkehr?

Nein. Die amtlichen Strategien zeigen ein uneinheitliches Bild. Baden-Württemberg und Brandenburg streben für 2030 jeweils 20 Prozent der Wege an. Rheinland-Pfalz will seinen Anteil von acht auf 15 Prozent steigern. Schleswig-Holstein plant dagegen 30 Prozent.

Damit ist nicht nur die angebliche Untergrenze von 25 Prozent falsch. Auch Bezugsjahre, räumliche Abgrenzungen und Definitionen unterscheiden sich. Eine gemeinsame Aussage über „so gut wie alle Bundesländer“ lässt sich aus den geltenden Strategien nicht ableiten.

Was erklärt die Unterschiede zwischen Städten?

Der Beitrag nennt historische Stadtstruktur, früh erhaltene Straßenbahnen, politische Mehrheiten, Verwaltungsorganisation, Personal, Geld und sogenannte Gelegenheitsfenster bei ohnehin anstehenden Bauarbeiten. Das sind plausible, in der Mobilitäts- und Transformationsforschung verbreitete Erklärungsansätze. Sie sind aber keine monokausalen Beweise. Topografie, Pendlerströme, Stadt-Umland-Beziehungen, Bevölkerungsdichte und die Qualität vorhandener Alternativen wirken ebenfalls auf die Verkehrsmittelwahl.

Ebenso ist die Forderung, nachhaltige Verkehrsmittel müssten schnell, sicher und praktisch sein, eine fachliche Schlussfolgerung. Ob dafür Parkplätze entfallen, Fahrspuren umgewidmet oder andere Maßnahmen priorisiert werden sollten, bleibt eine politische Abwägung. Der Faktencheck kann die Datengrundlage klären, nicht diese Abwägung ersetzen.

Gesamtbewertung

Der Deutschlandfunk stützt seine Haupterzählung auf mehrere belastbare Zahlen: Freiburg weist einen sehr hohen Anteil des Umweltverbunds auf, Krefeld einen deutlich höheren Autoanteil, und der Verkehr bleibt ein großer Emissionssektor. Präziser hätte der Beitrag beim Zeitpunkt der kommunalen Erhebungen, bei der bundesweiten MiD-Zahl und bei den Länderzielen sein müssen. Aus einem Rückgang der absoluten Auto-Verkehrsleistung wird ein Rückgang ihres Anteils; unterschiedliche Landesziele werden zu einer vermeintlich gemeinsamen Vorgabe zusammengezogen. Gerade bei solchen Vergleichen sind Einheit, Basisjahr und Zieljahr Teil der Aussage – nicht bloß eine Fußnote.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:01:36–00:01:44

In Freiburg seien 2023 insgesamt 76 Prozent der Wege zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zurückgelegt worden.

Richtig
Originalauszug
Laut der letzten Erhebung im Jahr 2023 wurden 76 Prozent der zurückgelegten Wege zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Nahverkehr zurückgelegt.
Einordnung

Der Monitoringbericht der Stadt Freiburg weist für 2023 einen Modal Split von 76 Prozent für Fußverkehr, Fahrrad und öffentlichen Verkehr zusammen aus. Die übrigen 24 Prozent entfallen auf den motorisierten Individualverkehr. Gemeint sind Anteile an Wegen, nicht an Kilometern.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. PrimärquelleStadt Freiburg im Breisgau
    Abgerufen 07.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:01:44–00:02:01

Freiburg liege beim ADFC-Fahrradklima-Test hinter Münster auf Platz zwei.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC [...] schafft es Freiburg hinter Münster auf Platz zwei.
Einordnung

Die Ergebnistabellen 2024 führen Freiburg in seiner Ortsgrößenklasse hinter Münster. Der Beitrag erklärt korrekt, dass Radfahrende ihre Stadt bewerten. Ohne den Zusatz zur Größenklasse könnte die Aussage jedoch als bundesweite Gesamtrangliste verstanden werden; zudem misst der Test Wahrnehmungen und keine vollständige technische Infrastrukturqualität.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. StudieAllgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
    Abgerufen 07.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:04:12–00:04:16

Der Autoanteil in Krefeld liege bei etwa 50 Prozent und damit ungefähr doppelt so hoch wie in Freiburg.

Kontext fehlt
Originalauszug
Der Autoanteil liegt hier bei etwa 50 Prozent, also doppelt so hoch wie in Freiburg.
Einordnung

Krefelds Mobilitätsbefragung 2017 weist rund 52 Prozent motorisierten Individualverkehr an den werktäglichen Wegen aus; Freiburg meldet für 2023 24 Prozent. Größenordnung und Verhältnis stimmen. Die Werte stammen aber aus unterschiedlichen Erhebungsjahren und können sich auch methodisch unterscheiden. Ein direkter aktueller Städtevergleich ist damit nicht belegt.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. PrimärquelleStadt Krefeld
    Abgerufen 07.08.2026
  2. PrimärquelleStadt Freiburg im Breisgau
    Abgerufen 07.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:04:52–00:05:09

Auf den Verkehrssektor entfielen rund 22 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen.

Richtig
Originalauszug
22 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland entfallen immer noch auf den Verkehrssektor.
Einordnung

Das Umweltbundesamt beziffert den Anteil des Verkehrs an den gesamten deutschen Treibhausgasemissionen für 2024 auf 22,3 Prozent. Die gerundeten 22 Prozent sind korrekt. Der Sektor umfasst insbesondere den Straßenverkehr und ist nicht mit dem innerstädtischen Pkw-Verkehr allein gleichzusetzen.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. BehördeUmweltbundesamt
    Veröffentlicht 28.04.2026Abgerufen 07.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:16:41–00:16:57

Der Anteil des Autos an den bundesweit gefahrenen Kilometern sei von 2017 bis 2023 um zehn Prozent gesunken, vor allem zugunsten von Fuß- und Radverkehr.

Irreführend
Originalauszug
Der Anteil an den gefahrenen Kilometern ist bundesweit zwischen 2017 und 2023 um zehn Prozent zurückgegangen, vor allem zugunsten des Fuß- und Radverkehrs.
Einordnung

Die MiD-Daten zeigen, dass die absolute tägliche Verkehrsleistung des motorisierten Individualverkehrs von rund 2,404 auf 2,192 Milliarden Personenkilometer sank, also um knapp neun Prozent. Sein Anteil an allen Personenkilometern fiel dagegen nur von etwa 75 auf 73 Prozent. Fußverkehr nahm deutlich und Radverkehr leicht zu; zugleich sank die gesamte Verkehrsleistung und auch der öffentliche Verkehr lag noch unter 2017. Der Beitrag verwechselt absolute Menge und Anteil und verkürzt die Ursachen der Verschiebung.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. StudieBundesministerium für Verkehr
    Abgerufen 07.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:17:01–00:17:18

Die geplante Krefelder Radpromenade sei 15 Kilometer lang; Teile bestünden bereits, weitere würden gebaut oder geplant.

Richtig
Originalauszug
Hier ist eine Radroute quer durch die Stadt geplant, die sogenannte Radpromenade. 15 Kilometer. Teile davon bestehen schon, andere Teile werden gebaut oder sind noch in Planung.
Einordnung

Die kommunale Projektbeschreibung nennt eine Gesamtlänge von etwa 14,5 Kilometern. 15 Kilometer ist eine sachgerechte Rundung. Der Beitrag macht deutlich, dass es sich um die geplante Gesamtverbindung handelt und noch nicht alle Abschnitte fertiggestellt sind.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. PrimärquelleStadt Krefeld
    Abgerufen 07.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:13–00:07:22

Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Niedersachsen wollten die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr bis 2030 verdoppeln.

Teilweise richtig
Originalauszug
Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Niedersachsen etwa wollen die Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 verdoppeln.
Einordnung

Baden-Württemberg verfolgt weiterhin eine Verdopplung der ÖPNV-Nachfrage bis 2030 gegenüber 2010; Bayern nennt eine Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2030 gegenüber 2019. Für die beiden anderen genannten Länder ist die pauschale Aussage nicht aktuell belegt. Niedersachsen hat seine landesweite Schienenstrategie auf eine Verdopplung bis 2040 ausgerichtet. Der sächsische Landesverkehrsplan 2030 stärkt den ÖPNV, formuliert aber kein entsprechendes landesweites Verdopplungsziel bis 2030. Weil die Aussage vier Länder mit demselben Zieljahr und derselben Messgröße zusammenfasst, ist sie nur teilweise richtig.

Quellen zu dieser Aussage (4)
  1. BehördeMinisterium für Verkehr Baden-Württemberg
    Veröffentlicht 19.05.2026Abgerufen 07.08.2026
  2. BehördeBayerisches Landesamt für Umwelt
    Abgerufen 07.08.2026
  3. BehördeNiedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung
    Veröffentlicht 11.06.2024Abgerufen 07.08.2026
  4. BehördeSächsische Staatsregierung
    Veröffentlicht 25.06.2019Abgerufen 07.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:21–00:07:28

Fast alle Bundesländer wollten künftig einen Radverkehrsanteil von mindestens 25 Prozent erreichen.

Falsch
Originalauszug
So gut wie alle Bundesländer wollen künftig einen Radverkehrsanteil von mindestens 25 Prozent erreichen.
Einordnung

Die Länder verfolgen sehr unterschiedliche Zielwerte und nicht fast alle mindestens 25 Prozent. Baden-Württemberg und Brandenburg nennen für 2030 jeweils 20 Prozent der Wege, Rheinland-Pfalz will seinen Anteil von acht auf 15 Prozent steigern. Schleswig-Holstein strebt dagegen 30 Prozent an. Schon diese offiziellen Strategien widerlegen die pauschale Untergrenze von 25 Prozent für nahezu alle Länder; zudem sind Bezugsjahre und Definitionen nicht einheitlich.

Quellen zu dieser Aussage (4)
  1. BehördeMinisterium für Verkehr Baden-Württemberg
    Veröffentlicht 28.10.2025Abgerufen 07.08.2026
  2. BehördeMinisterium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg
    Veröffentlicht 09.05.2023Abgerufen 07.08.2026
  3. BehördeMinisterium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz
    Veröffentlicht 11.03.2021Abgerufen 07.08.2026
  4. BehördeMinisterium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus Schleswig-Holstein
    Veröffentlicht 23.02.2024Abgerufen 07.08.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde KI-gestützt vorbereitet und redaktionell anhand amtlicher Primärquellen, Originaltabellen und aktueller Landesstrategien geprüft. Zentrale Wortlaute, Zahlen, Sprecherzuordnungen und Zeitstellen wurden mit einer frischen lokalen Transkription des Originaltons abgeglichen.

Die Einordnung bezieht sich auf den öffentlich zugänglichen Datenstand bis 7. August 2026. Kommunale Modal-Split-Erhebungen können sich in Jahr, Methode und Abgrenzung unterscheiden; politische Zielwerte sind Absichtserklärungen und keine Erfolgsprognosen.

Trotz sorgfältiger Prüfung kann keine Gewähr für die dauerhafte Verfügbarkeit externer Quellen oder spätere Änderungen amtlicher Daten und politischer Zielsetzungen übernommen werden.

Gesamtfazit

Die zentralen kommunalen Größenordnungen des Deutschlandfunk-Beitrags stimmen. Freiburg kam 2023 auf 76 Prozent Wege zu Fuß, per Rad oder im öffentlichen Verkehr; Krefelds ältere Erhebung zeigt einen Autoanteil von rund 52 Prozent; der deutsche Verkehrssektor steht für gut 22 Prozent der Treibhausgasemissionen. Der Städtevergleich benötigt den Hinweis auf unterschiedliche Erhebungsjahre. Deutlich korrigiert werden muss die MiD-Aussage: Die absolute Auto-Verkehrsleistung sank um knapp neun Prozent, ihr Anteil an allen Personenkilometern aber nur um zwei Prozentpunkte. Auch bei den Länderzielen ist die Pauschalisierung nicht haltbar: Nicht alle vier genannten Länder verfolgen eine Fahrgastverdopplung bis 2030, und mehrere Landesstrategien setzen beim Radverkehr Ziele unter 25 Prozent. Die Erklärungen zu Planungskultur und politischen Mehrheiten bleiben plausible Fachurteile, keine abschließend beweisbaren Tatsachen.