Innenpolitik & Wirtschaft

Faktencheck: Weidel und Chrupalla über Regierung, Wirtschaft, Nord Stream und Ukraine

Viele Wirtschaftsdaten sind real – mehrere politische Schlussfolgerungen bleiben Bewertung oder sind zu pauschal.

Faktencheck: Weidel und Chrupalla über Regierung, Wirtschaft, Nord Stream und Ukraine

Kurzfazit

Der Faktencheck bestätigt mehrere zentrale Zahlen aus der AfD-Pressekonferenz: Die Bundesregierung war im Mai 2026 sehr schlecht bewertet, wobei der ARD-DeutschlandTrend 13 Prozent Zufriedenheit und nicht 15 Prozent nannte. Eine INSA-Umfrage zeigte 84 Prozent Sorge um Deutschland und 49 Prozent Wunsch nach vorzeitigem Koalitionsende. Der Koalitionsausschuss hatte vor allem einen Reformfahrplan, noch kein fertiges Reformpaket. Richtig sind außerdem der ifo-Einbruch des Geschäftsklimas im Bau, der Destatis-Rückgang der energieintensiven Industrieproduktion um 15,2 Prozent seit Februar 2022, die Inflationsrate von 2,9 Prozent im April 2026, der Rückgang der Erwerbstätigkeit um 486.000 Personen im ersten Quartal 2026 und die ungefähr 100 Milliarden Euro deutscher Ukraine-Unterstützung, wenn zivile und militärische Zusagen zusammengezählt werden. Einordnungsbedürftig oder unbelegt sind dagegen die Aussagen, Deutschland habe „de facto keine Regierung“, fünf Nord-Stream-Verdächtige seien sicher frei in der Ukraine, die Bundesregierung verweigere jede Aufklärung oder die Ukraine lasse sich vom Iran-Krieg inspirieren.

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Bewertet werden konkrete Aussagen nach aktueller Quellenlage. Automatische Transkripte können Fehler enthalten; wörtliche Zitate, Zahlen und zentrale Claims werden vor Veröffentlichung am Originalvideo geprüft.

Fazit: Die Pressekonferenz verbindet reale Daten mit sehr weitreichenden politischen Schlussfolgerungen. Belegt sind das schlechte Stimmungsbild der Bundesregierung, die schwache Industrie- und Baukonjunktur, der Rückgang der energieintensiven Produktion, steigende Verbraucherpreise im April 2026, deutsche Milliardenhilfen für die Ukraine, die Nord-Stream-Ermittlungen gegen ukrainische Tatverdächtige und die geplante Übergabe eines 84-Megawatt-Kraftwerks aus Lubmin an die Ukraine. Nicht belegt ist hingegen, dass Deutschland „nicht regiert“ werde oder dass aus den Zahlen automatisch Neuwahlen, Brandmauer-Ende oder eine AfD-geführte Regierung folgen müssten.

Was wurde geprüft?

Geprüft wurden Aussagen aus der Pressekonferenz zu Regierungspopularität, Koalitionsausschuss, Reformfahrplan, Bau- und Industriekonjunktur, energieintensiven Branchen, Inflation, Beschäftigung, Nord-Stream-Ermittlungen, deutscher Ukraine-Unterstützung, Lubmin-Kraftwerk, russischen Tankern, Handelspartnern USA und China sowie Berliner Wahlumfragen. Reine Bewertungen wie „führerlos“, „gescheiterte Koalition“, „Linkskoalition“, „Staatsstreich“ oder „Vollkatastrophe“ wurden nur dort eingeordnet, wo sie an konkrete überprüfbare Angaben anknüpfen.

Regierungspopularität: sehr schlecht, aber 15 Prozent ist ungenau

Die AfD-Aussage, nur noch 15 Prozent seien mit der Bundesregierung zufrieden und 85 Prozent unzufrieden, trifft die Größenordnung der schlechten Stimmung, aber nicht die am besten belegte Zahl. Der ARD-DeutschlandTrend Mai 2026 meldete 13 Prozent Zufriedenheit und ordnete das als historisch schlechtes Urteil nach einem ersten Regierungsjahr ein. Eine zeitnahe INSA/BILD-am-Sonntag-Umfrage zeigte 84 Prozent Sorge um Deutschland und 64 Prozent, die keiner denkbaren Koalition die Lösung der aktuellen Probleme zutrauen. Diese Daten stützen die Diagnose eines massiven Stimmungstiefs; die Ableitung „de facto keine Regierung“ bleibt aber politische Wertung.

Reformfahrplan statt fertigem Reformpaket

Die Kritik an „Fahrplänen“ hat einen realen Kern. Nach dem Koalitionsausschuss Mitte Mai 2026 berichteten ZDFheute, WELT und weitere Medien, Union und SPD hätten einen Reformfahrplan beziehungsweise Arbeitsprozess vereinbart. Konkrete Details blieben bei Haushalt, Steuern, Entlastungen und einzelnen Sozialreformen offen. Kurz darauf hieß es, eine entscheidende Sitzung zu Reformen solle Ende Juni stattfinden. Dass die Regierung „nichts“ tue, ist jedoch zu pauschal, weil parallel Gesetze, Haushaltsplanungen und Reformvorhaben liefen.

Industrie, Bau und Inflation

Mehrere Wirtschaftszahlen stimmen. Das ifo-Institut meldete im April 2026 den niedrigsten Geschäftsklimaindex seit Mai 2020; im Bauhauptgewerbe brach das Geschäftsklima ein. Im Wohnungsbau fiel das Geschäftsklima im April von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte, der stärkste Rückgang seit April 2022. Destatis meldete außerdem, dass energieintensive Industriezweige von Februar 2022 bis März 2026 ihre Produktion um 15,2 Prozent reduzierten; die Beschäftigung in diesen Branchen sank um 53.200 Personen. Auch die Inflation von 2,9 Prozent im April 2026 ist belegt und war der höchste Wert seit Januar 2024. Die Formulierung „rapide“ oder „Zusammenbruch des industriellen Kerns“ ist dagegen Bewertung.

Arbeitsmarkt: fast eine halbe Million weniger Erwerbstätige im ersten Quartal

Die Aussage, im ersten Quartal 2026 seien knapp eine halbe Million Jobs verloren gegangen und neue Jobs entstünden vor allem im Staats- und Sozialbereich, ist in der Richtung belegt. Destatis meldete, dass die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal 2026 gegenüber dem vierten Quartal 2025 unbereinigt um 486.000 Personen sank; saisonbereinigt lag das Minus bei 61.000. Öffentliche Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit legten deutlich zu. Weil ein Rückgang im ersten Quartal saisonal üblich ist, sollte der unbereinigte Wert nicht als alleiniger Beweis einer akuten Jobvernichtung gelesen werden.

Nord Stream: Ermittlungen mit ukrainischer Spur, aber vorsichtig formulieren

Die Nord-Stream-Aussagen haben einen belegbaren Kern. Der Bundesgerichtshof verwarf im Januar 2026 eine Haftbeschwerde eines mutmaßlichen Beteiligten und stellte fest, dass deutsche Strafgewalt gegeben ist; Medien ordneten ein, dass der BGH von ukrainisch veranlassten Explosionen ausgehe. Berichte von ZDF, WELT, ZEIT/SZ/tagesschau und AP beschreiben ein mutmaßlich siebenköpfiges ukrainisches Kommando, gegen mehrere Personen wurden Haftbefehle erlassen. Ein Verdächtiger wurde aus Italien nach Deutschland ausgeliefert; ein anderer, Wolodymyr Z., wurde in Polen nicht nach Deutschland ausgeliefert, und frühere Recherchen berichteten über eine Flucht in einem ukrainischen Diplomatenfahrzeug. Die Aussage, fünf Verdächtige seien weiterhin frei in der Ukraine, stammt vor allem aus AfD-Kommunikation und sollte ohne unabhängige Bestätigung nicht als gesicherte Tatsache formuliert werden.

Ukraine-Hilfe: rund 100 Milliarden Euro als Rundung plausibel

Die Aussage, Deutschland unterstütze die Ukraine mittlerweile mit rund 100 Milliarden Euro, ist als Rundung plausibel, wenn zivile und militärische Zusagen beziehungsweise Mittel zusammengezählt werden. Die Bundesregierung nannte im April 2026 rund 41 Milliarden Euro bilaterale zivile Unterstützung und rund 55,5 Milliarden Euro militärische Unterstützung, also etwa 96,5 Milliarden Euro. Deutschland.de nannte im Februar 2026 rund 39 Milliarden Euro zivile und 55 Milliarden Euro militärische Hilfe. Das sind aber nicht alles bereits ausgezahlte Gelder; die Quellen sprechen teils von bereitgestellten oder für kommende Jahre vorgesehenen Mitteln.

Lubmin-Kraftwerk: 84 Megawatt, Nord-Stream-Prozesswärme, Ukraine-Hilfe

Auch der Lubmin-Claim stimmt im Kern. Ein 84-Megawatt-Gaskraftwerk beziehungsweise eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage am Nord-Stream-1-Anlandepunkt sollte als humanitäre Hilfe an einen ukrainischen Kraftwerksbetreiber gehen. Betreiberangaben und Medienberichte erklären, dass die Anlage Prozesswärme für die Einspeisung von russischem Erdgas ins deutsche Fernleitungsnetz lieferte, seit 2023 stillstand und kein Käufer gefunden wurde. Die politische Bewertung, Deutschland verschenke ein dringend benötigtes Kraftwerk an den „Verursacher“ der Nord-Stream-Sprengung, ist hingegen nicht durch die Kraftwerksmeldung selbst belegt.

Ukraine greift russische Energieinfrastruktur an – „inspiriert vom Iran-Krieg“ bleibt Spekulation

Belegt ist, dass die Ukraine im Frühjahr 2026 russische Energieinfrastruktur, Raffinerien und auch russische beziehungsweise russlandnahe Öltanker angriff oder solche Angriffe reklamierte. Reuters berichtete etwa über Angriffe auf Raffinerien und russische Ölziele; weitere Medien berichteten über ukrainische Angriffe auf sogenannte Schattenflotten-Tanker. Die Behauptung, die Ukraine lasse sich dabei vom Iran-Krieg inspirieren, ist jedoch eine Motiv- oder Strategieunterstellung und wurde nicht belegt.

USA und China als wichtigste Handelspartner

Alice Weidels Hinweis, USA und China seien zentrale Handelspartner Deutschlands, stimmt, muss aber präzisiert werden. Destatis meldete für 2025 China als wichtigsten Handelspartner Deutschlands nach Außenhandelsumsatz, gefolgt von den USA. Gleichzeitig blieben die USA das wichtigste Zielland deutscher Exporte. China ist dagegen vor allem als Importland und Gesamt-Handelspartner Nummer eins zentral. Als pauschale Aussage „USA und China sind unsere wichtigsten Handelspartner“ ist der Satz vertretbar.

Berlin: Kopf-an-Kopf-Rennen ja, AfD-Sieg nicht belegt

Tino Chrupallas Aussage, Berlin könne für die AfD interessant werden und es gebe ein Kopf-an-Kopf-Rennen, hat einen Umfragekern. Infratest dimap sah Ende April 2026 in Berlin vier Parteien fast gleichauf: CDU 19 Prozent, Grüne, Linke und AfD jeweils 18 Prozent, SPD 14 Prozent. DAWUM sah Mitte Mai einen Wahltrend mit CDU 19,6 Prozent, AfD 18,0 Prozent, Grünen und Linken je 16,2 Prozent. Das stützt die Aussage eines engen Rennens; ein AfD-Sieg ist daraus nicht sicher ableitbar.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:00:34–00:00:48

Die Richtung stimmt, die konkrete Zahl ist ungenau. Der ARD-DeutschlandTrend Mai 2026 meldete 13 Prozent Zufriedenheit; andere Umfragen zeigten ebenfalls sehr hohe Unzufriedenheit und Sorge.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Gerade mal 15% sind mit dieser Regierung noch zufrieden. Ergo 85% ... sind unzufrieden mit dieser Regierung.
Einordnung

Der ARD-DeutschlandTrend Mai 2026 meldete nur 13 Prozent Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung und ordnete das als historisch schlechtes Urteil nach einem ersten Amtsjahr ein. Eine INSA/BILD-am-Sonntag-Umfrage berichtete 84 Prozent Sorge um Deutschland und 64 Prozent fehlendes Vertrauen in irgendeine Koalition zur Problemlösung. Die Aussage ist also in der Tendenz richtig, die genannte 15/85-Aufteilung ist nicht exakt als zitierte Quelle belegt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeInfratest dimap
    Abgerufen 17.05.2026
  2. SonstigeWELT
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeWELT
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:00:48–00:03:37

Beide Punkte sind belegt. Eine INSA-Umfrage sah 49 Prozent für ein vorzeitiges Koalitionsende; der Koalitionsausschuss einigte sich im Mai 2026 auf einen Reformfahrplan, aber viele Details blieben offen.

Kontext fehlt
Originalauszug
Statt Reform hat die schwarzrote Koalition ... nur noch Fahrpläne ... Die Forderung nach einem Ende dieser Koalition [hat] in den Umfragen inzwischen eine Mehrheit.
Einordnung

WELT berichtete über eine INSA-Umfrage, wonach 49 Prozent ein Ende der Koalition vor 2029 wollten, 32 Prozent dagegen waren und 19 Prozent keine Angabe machten. ZDFheute und WELT berichteten, dass der Koalitionsausschuss Mitte Mai 2026 einen Reformfahrplan beziehungsweise Arbeitsprozess vereinbarte; konkrete Details blieben offen. Eine absolute Mehrheit aller Befragten ist 49 Prozent nicht, aber fast jeder Zweite.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeWELT
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeZDFheute
    Abgerufen 14.05.2026
  3. SonstigeWELT / dpa
    Abgerufen 17.05.2026
  4. Sonstigestern
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:01:34–00:02:07

Das ist richtig. Im April 2026 meldete ifo einen Einbruch im Bauhauptgewerbe; im Wohnungsbau fiel das Geschäftsklima von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte.

Richtig
Originalauszug
Das ifo-Institut meldet einen Einbruch des Geschäftsklimas beim Bau.
Einordnung

Das ifo-Institut berichtete im April 2026, das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe sei eingebrochen. In einer weiteren Meldung zum Wohnungsbau fiel das Geschäftsklima von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte, der stärkste Rückgang seit April 2022. Die Aussage stimmt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. Sonstigeifo Institut
    Abgerufen 19.05.2026
  2. Sonstigeifo Institut
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:01:54–00:02:15

Das ist richtig. Destatis meldete von Februar 2022 bis März 2026 einen Produktionsrückgang von 15,2 Prozent in energieintensiven Industriezweigen.

Kontext fehlt
Originalauszug
Das statistische Bundesamt verkündet einen schweren Einbruch in energieintensiven Branchen wie Chemie, Papier, Metall, Glas und Keramik. Seit Februar 2022 sinkt die Produktion in Deutschland rapide.
Einordnung

Destatis meldete im Mai 2026, dass die Produktion energieintensiver Industriezweige von Februar 2022 bis März 2026 um 15,2 Prozent zurückging. Genannt werden unter anderem Chemie, Metall, Papier, Glas, Keramik und Kokerei/Mineralölverarbeitung. In diesen Branchen sank auch die Beschäftigung um 53.200 Personen. Die Aussage stimmt, die Bewertung „rapide“ ist eine politische Wertung.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeStatistisches Bundesamt
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeWELT / dpa
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeProduktion
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:02:15–00:02:22

Das ist richtig. Destatis bestätigte für April 2026 eine Inflationsrate von 2,9 Prozent; so hoch war sie zuletzt im Januar 2024.

Richtig
Originalauszug
Die Inflationsrate klettert im April auf einen zweijahrhöchstand auf fast 3%.
Einordnung

Destatis meldete für April 2026 eine Inflationsrate von 2,9 Prozent. Eine so hohe Rate war zuletzt im Januar 2024 verzeichnet worden. Die Aussage „fast 3 Prozent“ und „Zweijahreshoch“ stimmt damit im Kern.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeStatistisches Bundesamt
    Abgerufen 18.05.2026
  2. SonstigeStatistisches Bundesamt
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeReuters
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:09:14–00:09:32

Das ist in der Richtung belegt, braucht aber saisonale Einordnung. Unbereinigt sank die Erwerbstätigkeit um 486.000 Personen, saisonbereinigt um 61.000; öffentliche Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit legten deutlich zu.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Im ersten Quartal dieses Jahres gingen knapp eine halbe Million Jobs verloren. Neue Jobs gibt's fast nur noch im Staats und Sozialbereich.
Einordnung

Destatis meldete, dass die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal 2026 gegenüber dem vierten Quartal 2025 unbereinigt um 486.000 Personen sank. Saisonbereinigt betrug der Rückgang aber 61.000 Personen. Medienberichte nennen deutliche Verluste im Produzierenden Gewerbe und Bau sowie einen Zuwachs von 181.000 Stellen im Bereich öffentliche Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit. Der Satz stimmt in der Richtung, überzeichnet aber ohne Saisonhinweis.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeStatistisches Bundesamt / Presseportal
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeWELT / dpa
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeZEIT Online / dpa
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:16–00:07:35

Der Kern ist belegt, aber einzelne Zahlen und Aufenthaltsorte sind quellenabhängig. Medien berichteten über ein siebenköpfiges mutmaßliches ukrainisches Kommando; ein Verdächtiger sitzt in Deutschland, ein anderer wurde in Polen nicht ausgeliefert.

Teilweise richtig
Originalauszug
Mittlerweile sind sieben Tatverdächtige identifiziert, aber fünf immer noch auf freiem Fuß in der Ukraine.
Einordnung

ZDFheute berichtete, ein ukrainischer Verdächtiger gelte als mutmaßlicher Drahtzieher eines siebenköpfigen Kommandos und sitze nach Auslieferung aus Italien in Deutschland in Untersuchungshaft. WELT berichtete 2025 über sieben identifizierte Mitglieder eines mutmaßlichen ukrainischen Kommandos, davon sechs per Haftbefehl gesucht; ein mutmaßliches Mitglied sei bereits 2024 gestorben. Ein polnisches Gericht lehnte die Auslieferung von Wolodymyr Z. ab. Die spezifische Aussage, fünf Verdächtige seien weiterhin frei in der Ukraine, findet sich vor allem in AfD-Kommunikation und sollte unabhängig nachgeprüft werden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeZDFheute
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeWELT
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeBundesgerichtshof
    Abgerufen 19.05.2026
  4. SonstigeLegal Tribune Online
    Abgerufen 19.05.2026
  5. SonstigeLegal Tribune Online
    Abgerufen 19.05.2026
  6. SonstigeAfD-Fraktion im Bundestag
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:49–00:08:02

Beide Punkte sind belegt, wobei sie unterschiedliche Vorgänge beziehungsweise Zeitpunkte betreffen. 2024 berichteten ZDF/ZEIT/SZ/tagesschau über die Flucht eines Verdächtigen in einem Diplomatenauto; 2025 lehnte ein polnisches Gericht die Auslieferung von Wolodymyr Z. ab.

Kontext fehlt
Originalauszug
In Polen entkam der tatverdächtige Volodimir Z. im Diplomatenfahrzeug der ukrainischen Botschaft. Polen hat die Auslieferung verweigert.
Einordnung

ZDFheute berichtete 2024, ein mutmaßlicher Nord-Stream-Saboteur sei aus Polen in einem ukrainischen Diplomatenauto geflohen. LTO und ZEIT berichteten 2025, ein polnisches Gericht habe die Auslieferung des Ukrainers Wolodymyr Z. an Deutschland abgelehnt und die Untersuchungshaft aufgehoben. Die genaue Verbindung zwischen früherer Fluchtgeschichte und späterer Auslieferungsentscheidung sollte im Text klar getrennt werden.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeZDFheute
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeDer Tagesspiegel
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeLegal Tribune Online
    Abgerufen 19.05.2026
  4. SonstigeZEIT Online / dpa
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:24–00:07:35

Das ist als Rundung plausibel, wenn zivile und militärische bilaterale Unterstützung beziehungsweise Zusagen zusammengezählt werden. Die Bundesregierung nennt rund 41 Milliarden Euro zivile und 55,5 Milliarden Euro militärische Unterstützung.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Immer noch unterstützt [Deutschland] die Ukraine ... insgesamt mittlerweile mit 100 Milliarden Euro.
Einordnung

Die Bundesregierung erklärte im April 2026, seit dem russischen Angriff habe sie der Ukraine oder für kommende Jahre bilaterale zivile Unterstützung von rund 41 Milliarden Euro und militärische Unterstützung von rund 55,5 Milliarden Euro bereitgestellt beziehungsweise vorgesehen. Zusammen sind das rund 96,5 Milliarden Euro. Deutschland.de nannte im Februar 2026 rund 39 Milliarden zivile und 55 Milliarden militärische Unterstützung. Die 100-Milliarden-Aussage ist also eine plausible Rundung, aber nicht alles ist zwingend bereits ausgezahlt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeBundesregierung
    Abgerufen 19.05.2026
  2. Sonstigedeutschland.de
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeKiel Institute for the World Economy
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:10:15–00:10:46

Das stimmt im Kern. Medien und Betreiberangaben berichten über eine 84-MW-Anlage in Lubmin, die Prozesswärme für die Nord-Stream-1-Einspeisung lieferte und einem ukrainischen Kraftwerksbetreiber zur Verfügung gestellt werden soll.

Kontext fehlt
Originalauszug
Die Ukraine, der nun ein vollfunktionsfähiges Kraftwärme-Kopplungsanlage mit 84 Megawatt Leistung als Dank dafür noch geschenkt werden soll ... Genau diese Anlage hat früher genau das russische Gas aus Nordstream 1 vorgewärmt.
Einordnung

Süddeutsche Zeitung, WELT und weitere Berichte meldeten, dass eine 84-Megawatt-Kraftwerksanlage in Lubmin als humanitäre Hilfe an einen ukrainischen Kraftwerksbetreiber gehen soll. Die Anlage diente der Bereitstellung von Prozesswärme bei der Einspeisung russischen Erdgases aus Nord Stream 1 ins deutsche Fernleitungsnetz und wurde nach dem Ende der Gaslieferungen unwirtschaftlich. Die politische Formulierung, Deutschland schenke sie dem „Verursacher“ der Nord-Stream-Sprengung, ist nicht durch die Kraftwerksquelle belegt.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeSüddeutsche Zeitung / dpa
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeWELT
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeMerkur
    Abgerufen 19.05.2026
  4. SonstigeEuromaidan Press
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:09:54–00:09:59

Das ist in der Richtung belegt. Ukraine reklamierte Angriffe auf russlandnahe Öltanker und Energieziele; zudem gab es Drohnenangriffe auf Raffinerien und Ölanlagen. Die Motivbehauptung, dies sei vom Iran-Krieg inspiriert, bleibt unbelegt.

Teilweise richtig
Originalauszug
Die Ukraine lässt sich vom Irankrieg inspirieren und greift mittlerweile russische Tanke an.
Einordnung

Reuters berichtete im Mai 2026 über verstärkte ukrainische Drohnenangriffe gegen russische Energieziele und Raffinerien. TradeWinds und weitere Quellen berichteten, die Ukraine habe russlandnahe beziehungsweise Schattenflotten-Tanker attackiert. Die konkrete Formulierung „vom Iran-Krieg inspiriert“ ist jedoch eine nicht belegte Motiv- oder Strategieunterstellung.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeReuters
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeReuters
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeTradeWinds
    Abgerufen 19.05.2026
  4. SonstigeThe Guardian
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:16:42–00:17:03

Das ist als Kurzform richtig, wenn man Gesamt-Außenhandelsumsatz und Exportziele trennt. 2025 war China wieder wichtigster Handelspartner nach Gesamtumsatz, die USA lagen auf Rang zwei und blieben wichtigstes Exportziel.

Kontext fehlt
Originalauszug
USA und China sind unsere wichtigsten Handelspartner, ne? Schauen Sie sich unsere Außenwirtschaftsbilanz an.
Einordnung

Destatis meldete für 2025 China als wichtigsten Handelspartner Deutschlands nach Außenhandelsumsatz, gefolgt von den USA. Die USA blieben zugleich wichtigstes Empfängerland deutscher Exporte. Damit ist die Kurzform „USA und China sind unsere wichtigsten Handelspartner“ vertretbar. Präzise ist: China ist Nummer eins im Gesamtvolumen, die USA sind Nummer eins bei deutschen Ausfuhren.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeStatistisches Bundesamt
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeStatistisches Bundesamt
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeStatistisches Bundesamt
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:19:56–00:20:23

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen ist durch Umfragen gestützt. Infratest dimap sah CDU bei 19 und AfD, Grüne, Linke bei je 18 Prozent; DAWUM sah Mitte Mai CDU 19,6 und AfD 18,0 Prozent. Ein AfD-Sieg ist daraus aber nicht gesichert.

Kontext fehlt
Originalauszug
Berlin ist für uns genauso wichtig. Mittlerweile haben wir hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dass man sogar Berlin gewinnen könnte.
Einordnung

Eine Infratest-dimap-Umfrage für den rbb sah Ende April 2026 die CDU bei 19 Prozent und Grüne, Linke sowie AfD jeweils bei 18 Prozent. B.Z. und Tagesspiegel sprachen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen. DAWUMs Wahltrend vom 15. Mai 2026 sah CDU 19,6 Prozent und AfD 18,0 Prozent. Das stützt die Aussage eines engen Rennens, nicht aber eine sichere AfD-Siegprognose.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeInfratest dimap
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeDer Tagesspiegel
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeB.Z.
    Abgerufen 19.05.2026
  4. SonstigeDAWUM
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:16:42–00:17:18

Das ist keine überprüfbare Gegenwartsbehauptung, sondern eine politische Absichtserklärung und Zukunftsprognose.

Nicht überprüfbar
Originalauszug
Eine deutsche Bundesregierung unter AfD-Führung wird sich für einen Frieden mit Russland einsetzen, für einen Ausgleich und Austausch sowohl mit Russland als auch den USA ... auch mit China.
Einordnung

Die Aussage beschreibt, was eine hypothetische künftige AfD-geführte Bundesregierung tun würde. Solche Absichtserklärungen sind politisch relevant, aber nicht als gegenwärtige Tatsache wahr oder falsch zu bewerten. Prüfen lassen sich nur einzelne zugrunde liegende Außenhandels- oder Energieangaben.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeAfD-Fraktion Bundestag
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeStatistisches Bundesamt
    Abgerufen 19.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:00:03–00:00:34

Diese Aussage ist eine politische Bewertung, keine belegbare Tatsachenbehauptung. Es gibt eine amtierende Bundesregierung, ein Bundeskabinett und laufende Gesetzgebungs- sowie Haushaltsverfahren.

Nicht überprüfbar
Originalauszug
Wir haben momentan keine Regierung ... unser Land [ist] führungslos, wird nicht regiert.
Einordnung

Deutschland hat seit dem 6. Mai 2025 eine amtierende Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz mit Bundeskabinett und formalen Regierungsbefugnissen. Die Aussage meint erkennbar fehlende Handlungsfähigkeit oder unzureichendes Regieren aus Sicht der Sprecherin. Das ist eine politische Bewertung, keine objektiv prüfbare Tatsache.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeBundesregierung / Bundeskanzler
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeBundesregierung
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeZDFheute
    Abgerufen 14.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:04–00:07:16

Der BGH bestätigte deutsche Strafgewalt und die Einordnung der Tat als schwerwiegende staatsgefährdende Sabotage. Die politische Formulierung „Souveränitätsverletzung“ ist zugespitzt, aber an die BGH-Entscheidung anschlussfähig.

Kontext fehlt
Originalauszug
Es handelt sich hier ganz klar um eine Verletzung der Souveränität und genau das hat auch der Bundesgerichtshof deutlich bestätigt.
Einordnung

Der BGH bestätigte im Nord-Stream-Verfahren die deutsche Strafgewalt, weil der Taterfolg auch auf deutschem Gebiet eingetreten sei, und ließ den Tatvorwurf unter anderem der verfassungsfeindlichen Sabotage bestehen. LTO ordnete die Entscheidung so ein, dass der BGH von einer Ukraine-veranlassten Tat ausgehe und den Anschlag auch im Kriegskontext als strafbar betrachte. Die exakte Formulierung „Souveränität“ ist eher politische Zusammenfassung als wörtliche BGH-Formel.

Quellen zu dieser Aussage
  1. SonstigeBundesgerichtshof
    Abgerufen 19.05.2026
  2. SonstigeBundesgerichtshof
    Abgerufen 19.05.2026
  3. SonstigeLegal Tribune Online
    Abgerufen 19.05.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung vorbereitet. Die finale Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung erfolgt redaktionell.

Trotz sorgfältiger Bearbeitung können Fehler oder Auslassungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Maßgeblich bleiben das Originalvideo und die verlinkten Quellen.

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und sorgfältiger Quellenprüfung, jedoch ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.

Gesamtfazit

Die geprüften Aussagen sind gemischt. Richtig oder überwiegend richtig sind die Angaben zu sehr niedriger Regierungszufriedenheit, Reformfahrplan statt fertigem Paket, ifo-Bauklima, Destatis-Daten zu energieintensiver Industrie, 2,9 Prozent Inflation im April 2026, Rückgang der Erwerbstätigkeit im ersten Quartal, rund 100 Milliarden Euro deutscher Ukraine-Unterstützung als Rundung, 84-Megawatt-Lubmin-Kraftwerk und Berlin-Kopf-an-Kopf-Umfragen. Teilweise richtig oder quellenabhängig sind die Aussagen zu sieben Nord-Stream-Tatverdächtigen, fünf mutmaßlich freien Verdächtigen in der Ukraine und ukrainischen Tankerangriffen. Nicht als Tatsachenbehauptung belegbar sind die Aussagen, Deutschland werde de facto nicht regiert, die Bundesregierung verweigere grundsätzlich jede Aufklärung oder die Ukraine lasse sich vom Iran-Krieg inspirieren.