Internationale Politik

Ukraine: Sind mehr als 200.000 Soldaten wirklich Deserteure?

Das ZDF zeigt Männer zwischen Einberufung, unerlaubter Abwesenheit und Rückkehr an die Front. Die Größenordnung der Krise ist belegt – der Begriff Deserteur verwischt jedoch wichtige juristische Unterschiede.

Redaktionelle KI-Illustration zu unerlaubter Abwesenheit und Rückkehrprogrammen für ukrainische Soldaten, sichtbar als KI-generiert gekennzeichnet.
Redaktionelle KI-Illustration; im Bild als KI-GENERIERT gekennzeichnet.

Kurzfazit

Mehr als 200.000 Fälle unerlaubter Abwesenheit aus ukrainischen Einheiten sind in der berichteten Größenordnung plausibel und wurden von ukrainischen Stellen öffentlich eingeräumt. Nicht jeder Fall ist aber Desertion, und Verfahren sind nicht automatisch mit der Zahl verschiedener Menschen identisch. Dokumentiert sind zudem Beschwerden über rechtswidrige Gewalt bei der Mobilisierung sowie ein bis September 2026 befristetes Programm zur Rückkehr und freien Einheitenwahl.

Beitrag anhören

Die Wiedergabe nutzt die Sprachausgabe des Browsers. Es wird keine externe API aufgerufen.

Modus: Kurzfassung

Bereit.

Geprüftes Video

Hinweis zur Prüfung

Bewertet werden konkrete Aussagen nach aktueller Quellenlage. Automatische Transkripte können Fehler enthalten; wörtliche Zitate, Zahlen und zentrale Claims werden vor Veröffentlichung am Originalvideo geprüft.

Die Ukraine verteidigt sich seit dem russischen Großangriff 2022 und benötigt zugleich immer neue Soldaten. Das ZDF-Auslandsjournal begleitet Männer, die eingezogen wurden, sich einer Einheit unerlaubt entzogen haben oder Einberufungsaufforderungen ignorieren. Der Beitrag nennt sie im Titel pauschal „Deserteure“. Juristisch ist das zu ungenau.

Dieser Faktencheck trennt individuelle Schilderungen von verifizierbaren Zahlen und Rechtsregeln. Die persönlichen Erlebnisse der unter Vornamen auftretenden Männer sind für sich genommen nicht unabhängig nachprüfbar; sie werden deshalb nicht als gesicherte allgemeine Tatsachen behandelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Größenordnung von mehr als 200.000 Fällen unerlaubter Abwesenheit ist durch öffentliche Aussagen ukrainischer Verantwortlicher und Strafverfahrensdaten plausibel. Je nach Quelle geht es aber um Fälle, Verfahren oder Personen und um unterschiedliche Zeiträume.
  • Unerlaubtes Entfernen von der Einheit und Desertion sind im ukrainischen Strafgesetzbuch getrennte Tatbestände. Desertion setzt eine Absicht voraus, sich dem Dienst dauerhaft zu entziehen.
  • Gewaltsame und rechtswidrige Übergriffe bei Mobilisierungskontrollen sind dokumentiert. Daraus folgt nicht, dass jede Einberufung so abläuft.
  • Die Ukraine hat ein vereinfachtes Rückkehrprogramm geschaffen. Rückkehrer können unter Voraussetzungen über Army Plus eine neue Einheit aus einer Liste wählen.
  • Die persönlichen Aussagen von Pavlo, Arkadii und Ivan sowie die behauptete Verdreifachung der Bewerbungen bei einem bestimmten Korps sind ohne zusätzliche Unterlagen nicht unabhängig verifizierbar.

1. Warum die Ukraine weiter mobilisiert

Ausgangspunkt ist kein innerukrainischer Konflikt, sondern der russische Angriffskrieg. Die UN-Generalversammlung bezeichnete Russlands Vorgehen in ihrer Resolution ES-11/1 als Aggression und verlangte den Abzug russischer Truppen. Die Ukraine verlängert seither Kriegsrecht und allgemeine Mobilisierung regelmäßig. Das ukrainische Parlament dokumentierte auch im Juli 2026 eine weitere Verlängerung.

Aus dem Recht eines angegriffenen Staates auf Verteidigung folgt jedoch nicht, dass jede konkrete Mobilisierungsmaßnahme rechtmäßig ist. Einberufung, medizinische Tauglichkeit, Freiheitsentzug und Gewaltanwendung unterliegen weiterhin ukrainischem Recht. Genau hier liegt der Konflikt, den die ZDF-Reportage sichtbar macht.

2. Unerlaubte Abwesenheit ist nicht automatisch Desertion

Der Beitrag spricht von Männern, die sich unerlaubt von ihren Einheiten entfernt haben, verwendet dafür aber im Titel den Begriff „Deserteure“. Das ukrainische Strafgesetzbuch unterscheidet: Artikel 407 behandelt das unerlaubte Verlassen einer Einheit oder das nicht rechtzeitige Zurückkehren. Artikel 408 regelt Desertion, also das Verlassen mit der Absicht, sich dem Militärdienst dauerhaft zu entziehen. Diese subjektive Absicht muss festgestellt werden.

Die Unterscheidung ist mehr als sprachliche Feinheit. Ein Soldat, der nach Tagen oder Wochen zurückkehrt, kann wegen unerlaubter Abwesenheit verfolgt werden, ohne dass ihm eine dauerhafte Entziehungsabsicht nachgewiesen ist. Umgekehrt kann auch eine kurze Abwesenheit bei entsprechender Absicht als Desertion verfolgt werden. Eine Reportage darf beide Phänomene gemeinsam behandeln, sollte die Betroffenen aber nicht pauschal juristisch vorverurteilen.

3. Was bedeutet die Zahl 200.000?

Das ZDF sagt, mehr als 200.000 solcher Fälle seien durch Zahlen des ukrainischen Verteidigungsministeriums belegt. Die Größenordnung passt zu öffentlichen Angaben Anfang 2026. Der damalige Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow nannte mehr als 200.000 Soldaten, die sich unerlaubt von Einheiten entfernt hätten. Parallel verweisen Analysen auf deutlich mehr eröffnete Verfahren, weil eine Person mehrfach erfasst werden kann oder Zeiträume und Delikte anders abgegrenzt sind.

Deshalb ist die Zahl als Größenordnung der Personalkrise belastbar, nicht aber als exakte Zahl verurteilter Deserteure. Vier Größen dürfen nicht gleichgesetzt werden:

  • gemeldete Abwesenheitsereignisse,
  • eröffnete Ermittlungsverfahren,
  • verschiedene betroffene Personen,
  • rechtskräftige Verurteilungen wegen Desertion.

Die britische Länderinformation und die Analyse des polnischen OSW zeigen, wie stark die Werte je nach Zählweise auseinandergehen. Der ZDF-Satz braucht deshalb die Ergänzung „Fälle unerlaubter Abwesenheit beziehungsweise betroffene Soldaten“, nicht „200.000 rechtskräftig festgestellte Deserteure“.

4. Strafandrohung und Einzelfall

Die Reportage erklärt, unerlaubtes Entfernen während des Kriegsrechts könne mit Gefängnis bestraft werden. Das ist richtig. Artikel 407 sieht für qualifizierte Fälle während des Kriegsrechts mehrjährige Freiheitsstrafen vor; Desertion nach Artikel 408 ist ebenfalls strafbar. Welche Norm und welcher Strafrahmen greifen, hängt von Dauer, Umständen, Vorsatz und möglichen Entschuldigungsgründen ab.

Die Aussage eines Protagonisten, ihm drohe eine bestimmte Haftstrafe oder alternativ der Einsatz in einer besonders gefährlichen Infanterieeinheit, kann anhand des Beitrags nicht unabhängig geprüft werden. Eine Versetzung darf nicht ohne Beleg als informelle Strafe dargestellt werden. Möglich sind dienstliche Zuweisungen aufgrund des Personalbedarfs; ob im Einzelfall unzulässiger Druck ausgeübt wurde, wäre gesondert zu ermitteln.

5. Gewalt bei der Mobilisierung: dokumentierte Fälle, kein Gesamtbild

Im Video sind Aufnahmen zu sehen, in denen Männer offenbar gegen ihren Willen in Fahrzeuge gebracht werden. Solche Bilder sind nicht bloß ein Internetgerücht. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte berichtet über stark gestiegene Beschwerden gegen einzelne Angehörige der territorialen Rekrutierungszentren. Für 2025 nennt sein Jahresbericht zahlreiche Eingaben zu Gewalt, unrechtmäßigem Festhalten und Verfahrensverstößen. In einzelnen Fällen leitete sein Büro Untersuchungen ein, etwa nach einem Vorfall in Iwano-Frankiwsk.

Damit ist belegt, dass rechtswidrige Übergriffe vorkommen und ein ernstes Aufsichtsproblem darstellen. Nicht belegt wäre die Verallgemeinerung, ukrainische Männer würden typischerweise von der Straße „weggeprügelt“. Die Ombudsstelle selbst unterscheidet zwischen gesetzlicher Mobilisierung und rechtswidrigem Verhalten einzelner Amtsträger. Eine seriöse Einordnung muss beides nebeneinander zeigen.

6. Todesfälle und die Aussage einer Journalistin

Die ukrainische Journalistin Anastasia Stanko spricht im Beitrag über Brutalität und Todesfälle und bezeichnet die Mobilisierung als zentrales Problem des Landes. Der erste Teil kann sich auf dokumentierte Einzelfälle beziehen; eine vollständige, öffentlich überprüfbare Gesamtzahl nennt die Reportage nicht. Der zweite Teil ist eine politische Einschätzung. Sie ist angesichts der Personalkrise nachvollziehbar, aber kein messbarer Fakt mit nur einer richtigen Antwort.

Auch die geschilderte Flucht eines Mannes über ein vermintes Übungsgelände ist eine persönliche Erzählung. Ohne Akten, Ortsangabe und unabhängige Bestätigung kann Evidico weder ihren Wahrheitsgehalt noch die behauptete Schussabgabe abschließend bewerten.

7. Das Rückkehrprogramm und die Wahl einer neuen Einheit

Gut belegt ist das staatliche Rückkehrangebot. Das ukrainische Verteidigungsministerium beschreibt ein vereinfachtes Verfahren über die App Army Plus. Nach einer Mitteilung vom 13. Juni 2026 können Berechtigte, die sich vor dem 12. Juni unerlaubt entfernt hatten, bis zum 20. September zurückkehren und eine neue Einheit aus einer vorgegebenen Liste wählen. Die Army-Plus-Beschreibung erläutert den digitalen Antrag.

Das ist mehr als eine pauschale Amnestie. Es gelten Fristen und Voraussetzungen; außerdem bedeutet „Einheit wählen“ nicht freie Wahl jedes beliebigen Postens. Die Rückkehr kann strafrechtliche Folgen mindern oder ein vereinfachtes Verfahren eröffnen, sie löscht aber nicht automatisch jeden denkbaren Tatvorwurf. Das ZDF gibt die Grundidee richtig wieder, verkürzt jedoch die juristischen Details.

8. Das Dritte Armeekorps als Alternative

Im Beitrag heißt es, die Bewerbungen beim Dritten Armeekorps hätten sich seit Mitte Juni verdreifacht. Außerdem werden flachere Hierarchien, erfahrene Kommandeure, bessere Ausbildung und ausreichende Ausstattung als Gründe genannt. Solche Aussagen können reale Rekrutierungsmerkmale beschreiben, stammen hier aber im Wesentlichen aus dem Umfeld der betreffenden Einheit. Eine öffentlich zugängliche, unabhängige Statistik zu einer Verdreifachung ist nicht ausgewiesen.

Diese Passage sollte daher als Selbstauskunft beziehungsweise Protagonistenaussage stehenbleiben. Sie beweist weder, dass alle anderen Einheiten schlechter geführt sind, noch dass Rückkehrer tatsächlich dauerhaft den gewünschten Einsatzort behalten.

9. Angriffe auf Kasernen

Während der Dreharbeiten gibt es Luftalarm. Der Off-Text erklärt, Kasernen würden immer wieder von Russland angegriffen. Wiederholte Angriffe auf ukrainische Ausbildungs- und Militärstandorte sind dokumentiert; die Associated Press bezeichnete einen Angriff vom Juli 2025 als den vierten tödlichen Angriff auf eine ukrainische Militäranlage binnen fünf Monaten. Für den konkreten Alarm im Beitrag lässt sich aus dem Transkript jedoch nicht feststellen, welches Ziel bedroht war. Der Luftalarm belegt die allgemeine Kriegsgefahr, nicht automatisch einen Angriff auf genau diese Kaserne.

10. Was bleibt von der Reportage?

Die Reportage beschreibt eine reale doppelte Krise: Die Ukraine benötigt Personal zur Verteidigung, während Vertrauen in Mobilisierung und militärische Führung durch lange Kriegsdauer, Verluste und dokumentierte Übergriffe geschwächt ist. Die Zahl von mehr als 200.000 zeigt die Dimension. Sie darf aber weder zu einer exakten Verurteiltenstatistik noch zu einer pauschalen Charakterisierung aller Betroffenen als Deserteure umgedeutet werden.

Für eine faire Debatte müssen auch die Grenzen der Prüfung sichtbar bleiben. Aussagen von anonymisierten oder nur mit Vornamen gezeigten Protagonisten können journalistisch relevant sein, aber ohne zusätzliche Dokumente nicht im Einzelnen bestätigt werden. Umgekehrt widerlegen einzelne Missbrauchsfälle nicht die Rechtmäßigkeit der ukrainischen Landesverteidigung.

Fazit

Der ZDF-Beitrag trifft den Kern einer schweren ukrainischen Personal- und Vertrauenskrise. Die Größenordnung unerlaubter Abwesenheiten, strafrechtliche Risiken, dokumentierte Beschwerden gegen Rekrutierungsstellen und das Rückkehrprogramm sind belastbar. Präziser werden muss vor allem die Sprache: Unerlaubte Abwesenheit und Desertion sind nicht dasselbe, Ermittlungsfälle sind nicht automatisch verschiedene Menschen, und persönliche Erlebnisse ersetzen keine allgemeine Statistik.

Ausgewählte Quellen

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 4–20

Die Ukraine verteidigt sich gegen einen russischen Angriffskrieg und mobilisiert während des Kriegsrechts.

Richtig
Originalauszug
Sie haben diesen Krieg nicht gewollt und trotzdem müssen ukrainische Männer kämpfen.
Einordnung

Die UN-Generalversammlung bezeichnete Russlands Vorgehen als Aggression. Die Ukraine hat Kriegsrecht und Mobilisierung wiederholt verlängert.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeUnited Nations General Assembly
    Veröffentlicht 02.03.2022
  2. SonstigeWerchowna Rada der Ukraine
    Veröffentlicht 14.07.2026
  3. SonstigeWerchowna Rada / Gesetzesdatenbank der Ukraine
    Veröffentlicht 24.02.2022
Geprüfte AussageZeitstempel: 30–41

Pavlo ist 27 Jahre alt und wurde im März eingezogen.

Nicht überprüfbar
Originalauszug
Pavlo, erst 27, wurde im März eingezogen.
Einordnung

Alter und Einberufungszeitpunkt sind personenbezogene Angaben der Reportage. Ohne zugängliche Unterlagen oder identifizierbare Quelle lassen sie sich nicht unabhängig bestätigen.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. SonstigeZDFheute Nachrichten auf YouTube
    Veröffentlicht 29.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 78–96

Alle Männer, die sich unerlaubt von ihrer Einheit entfernt haben, sind Deserteure.

Irreführend
Originalauszug
Viele der Männer hier sind Deserteure; sie haben sich unerlaubt von ihren Einheiten entfernt.
Einordnung

Das ukrainische Strafgesetz unterscheidet unerlaubte Abwesenheit nach Artikel 407 und Desertion nach Artikel 408. Für Desertion ist die Absicht dauerhafter Dienstentziehung entscheidend; eine pauschale Gleichsetzung ist juristisch ungenau.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. GesetzWerchowna Rada / Gesetzesdatenbank der Ukraine
Geprüfte AussageZeitstempel: 96–105

Mehr als 200.000 Fälle unerlaubter Abwesenheit gibt es in der ukrainischen Armee.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Mehr als 200.000 solcher Fälle gibt es in der ukrainischen Armee, das belegen Zahlen des Verteidigungsministeriums.
Einordnung

Ukrainische Regierungsvertreter nannten eine Größenordnung von mehr als 200.000 unerlaubt abwesenden Soldaten. Quellen unterscheiden jedoch Personen, Ereignisse und Ermittlungsverfahren. Die Zahl ist kein Nachweis für 200.000 rechtskräftig verurteilte Deserteure.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeAssociated Press
    Veröffentlicht 14.01.2026
  2. SonstigeUK Home Office
    Veröffentlicht 01.01.2026
  3. SonstigeCentre for Eastern Studies OSW
    Veröffentlicht 03.04.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 104–123

Unerlaubtes Entfernen von einer Einheit während des Kriegsrechts kann mit Freiheitsstrafe geahndet werden.

Richtig
Originalauszug
Auf unerlaubtes Entfernen im Kriegsrecht steht Gefängnis.
Einordnung

Artikel 407 des ukrainischen Strafgesetzbuchs sieht für qualifizierte unerlaubte Abwesenheit während des Kriegsrechts mehrjährige Freiheitsstrafen vor. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, muss im Einzelfall geklärt werden.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. GesetzWerchowna Rada / Gesetzesdatenbank der Ukraine
Geprüfte AussageZeitstempel: 123–150

Pavlo sei eine besonders gefährliche Infanterieverwendung als informelle Strafe angedroht worden.

Nicht überprüfbar
Originalauszug
Ihm drohe Gefängnis oder der Einsatz bei der Infanterie als Strafe.
Einordnung

Die konkrete Drohung ist eine persönliche Schilderung. Ohne Befehl, Akte oder Stellungnahme der Einheit lässt sich weder ihr Wortlaut noch eine unzulässige Strafabsicht bestätigen.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. SonstigeZDFheute Nachrichten auf YouTube
    Veröffentlicht 29.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 152–161

Ukrainische Rekrutierungsbedienstete prügeln junge Männer von der Straße in Fahrzeuge.

Teilweise richtig
Originalauszug
Junge Männer, die von der Straße weg in Autos geprügelt werden, weil sie mobilisiert werden.
Einordnung

Der Ombudsmann dokumentiert Beschwerden und konkrete Untersuchungen wegen Gewalt, Festhalten und Verfahrensverstößen. Die Aussage ist als Beschreibung dokumentierter Fälle richtig, wäre als Normalfall jeder Mobilisierung aber eine unbelegte Verallgemeinerung.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeUkrainian Parliament Commissioner for Human Rights
    Veröffentlicht 22.04.2026
  2. SonstigeUkrainian Parliament Commissioner for Human Rights
    Veröffentlicht 01.01.2026
  3. SonstigeUkrainian Parliament Commissioner for Human Rights
    Veröffentlicht 01.07.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 161–175

Ein Mann namens Arkadii floh aus einer Ausbildungseinrichtung über vermintes Gelände, während auf ihn geschossen wurde.

Nicht überprüfbar
Originalauszug
Arkadii sei geflohen, obwohl geschossen wurde und das Gelände vermint war.
Einordnung

Ort, Identität, Schussabgabe und Minenlage sind im zugänglichen Transkript nicht durch Dokumente oder eine zweite Quelle belegt.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. SonstigeZDFheute Nachrichten auf YouTube
    Veröffentlicht 29.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 175–192

Brutalität und Todesfälle bei der Mobilisierung sind ein zentrales Problem der Ukraine.

Kontext fehlt
Originalauszug
Anastasia Stanko hat zu Brutalität und Todesfällen recherchiert; Mobilisierung ist das Kernproblem.
Einordnung

Dokumentierte Missbrauchsfälle und Beschwerden stützen den Tatsachenkern. Eine Gesamtzahl der Todesfälle wird nicht genannt; 'Kernproblem' ist eine politische Gewichtung, kein objektiv messbares Einzelurteil.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeUkrainian Parliament Commissioner for Human Rights
    Veröffentlicht 22.04.2026
  2. SonstigeUkrainian Parliament Commissioner for Human Rights
    Veröffentlicht 01.01.2026
  3. SonstigeUkrainian Parliament Commissioner for Human Rights
    Veröffentlicht 01.07.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 267–295

Ein vereinfachtes Rückkehrprogramm erlaubt berechtigten unerlaubt abwesenden Soldaten, eine neue Einheit zu wählen.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Ein Amnestieprogramm lässt Pavlo zurückkehren und seine Einheit selbst wählen.
Einordnung

Das Verteidigungsministerium beschreibt eine Rückkehr über Army Plus mit Wahl einer neuen Einheit aus einer Liste. Es gelten jedoch Stichtage, Fristen und Voraussetzungen; 'Amnestie' ist daher als Kurzform unvollständig.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. SonstigeMinistry of Defence of Ukraine
    Veröffentlicht 13.06.2026
  2. SonstigeMinistry of Defence of Ukraine
    Veröffentlicht 02.08.2026
  3. SonstigeArmy Plus / Ministry of Defence of Ukraine
Geprüfte AussageZeitstempel: 295–317

Beim Dritten Armeekorps haben sich die Bewerbungen seit Mitte Juni verdreifacht.

Unbelegt
Originalauszug
Seit Mitte Juni haben sich die Bewerbungen beim Dritten Armeekorps verdreifacht.
Einordnung

Eine unabhängig prüfbare Ausgangszahl, der betrachtete Zeitraum und eine amtliche Bewerbungsstatistik werden nicht zugänglich gemacht. Die Angabe kann als Selbstauskunft der Einheit wiedergegeben werden, nicht als unabhängig bestätigte Zahl.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. SonstigeZDFheute Nachrichten auf YouTube
    Veröffentlicht 29.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 336–344

Ukrainische Kasernen und Ausbildungsorte werden immer wieder von Russland angegriffen.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Luftalarm, alle müssen sich in Sicherheit bringen, weil Kasernen immer wieder von den Russen angegriffen werden.
Einordnung

Mehrere tödliche russische Angriffe auf ukrainische Militär- und Ausbildungsstandorte sind dokumentiert. Der konkrete Luftalarm im Beitrag beweist aus sich heraus jedoch nicht, dass genau die gefilmte Kaserne Ziel war.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. SonstigeAssociated Press / KSAT
    Veröffentlicht 30.07.2025

Transparenzhinweis

KI-gestützt aus vollständigem automatischem Projekttranskript und verlinkten Primär- sowie Autoritätsquellen erstellt. Die persönlichen Fälle, eingeblendete Fremdaufnahmen und das künftige Bild müssen vor Veröffentlichung noch im Original beziehungsweise visuell geprüft werden.

Keine individuelle Schuldzuweisung und keine Rechtsberatung. Der Beitrag wahrt die Würde der gezeigten Personen.

Kriegsbedingt sind unabhängige Verifikation und aktuelle Zahlen begrenzt; Angaben können nachträglich korrigiert werden.

Gesamtfazit

Die Reportage beschreibt eine belegte Krise, verwendet den Begriff Deserteure aber zu pauschal. Mehr als 200.000 unerlaubte Abwesenheiten sind als Größenordnung plausibel; genaue Personen-, Fall- und Verurteiltenzahlen müssen getrennt werden. Das Rückkehrprogramm und dokumentierte Mobilisierungsverstöße sind belegt, mehrere persönliche Erzählungen bleiben offen.