39 Sitze für die AfD, 44 für alle anderen Parteien zusammen: Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hängt die Mehrheitsfrage an wenigen Mandaten. Mit dem Sitzrechner kannst du selbst Parteien kombinieren. Du siehst sofort, wie viele Sitze sie zusammen haben und ob sie die Schwelle von 42 der insgesamt 83 Mandate erreichen.
Datenstand: Vorläufiges amtliches Ergebnis vom 8. September 2026, 15:06 Uhr; redaktionell geprüft am 9. September. Die endgültige Feststellung des Landesergebnisses ist für den 22. September vorgesehen. Die Grafik zeigt rechnerische Möglichkeiten, keine bereits vereinbarten Koalitionen.
Sitze im Überblick
Die Linke: 8 · SPD: 8 · Grüne: 8 · BSW: 5 · CDU: 15 · AfD: 39
Insgesamt 83 Mandate. Absolute Mehrheit: 42. Diese Übersicht bleibt auch ohne interaktive Grafik lesbar.
So benutzt du den Sitzrechner
Klicke oder tippe auf die Parteien, die du zusammenrechnen möchtest. Ein weiterer Klick nimmt eine Partei wieder aus der Auswahl. Die farbigen Punkte zeigen die ausgewählten Parteisitze, die übrigen Mandate werden blasser. Ohne Auswahl sind alle Parteifarben zur Orientierung sichtbar; der Zähler beginnt bei null. Die Parteischalter funktionieren auch mit der Tastatur.
Über einem Sitz erfährst du, zu welcher Partei er gehört und wie viele Mandate diese insgesamt hat. Ein Klick auf einen Punkt wählt die gesamte Partei aus. Es werden keine einzelnen Abgeordneten angewählt. Die Beispielknöpfe laden typische Rechenfälle, die du anschließend verändern kannst. Die Reihenfolge und Anordnung der Punkte ist eine grafische Darstellung, keine tatsächliche Sitzordnung im Plenarsaal.
Welche Zahlen hinter der Grafik stehen
Grundlage ist die amtliche Sitzverteilung der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt: AfD 39, CDU 15, SPD acht, Grüne acht, Linke acht und BSW fünf. Die Summe beträgt 83. Die amtliche Ergebnistabelle erfasst alle 2.661 Wahlbezirke. Sie weist für die AfD 43,8 Prozent und für die CDU 17,2 Prozent der gültigen Zweitstimmen aus.
Stimmenanteile und Sitzanteile sind unterschiedlich. Für die Grafik werden deshalb die veröffentlichten Mandate übernommen. Sie werden nicht aus gerundeten Prozentwerten neu berechnet. Die FDP ist im Rechner nicht auswählbar, weil ihr die amtliche Sitztabelle kein Mandat zuweist. Die vollständigen Stimmenzahlen und den Übergang von den Hochrechnungen zum ausgezählten Ergebnis dokumentiert unser aktualisierter Ergebnis-Faktencheck.
Warum 39 Sitze noch keine eigene Mehrheit sind
Eine absolute Mehrheit der 83 Mitglieder beginnt bei 42. Die AfD ist mit 39 Mandaten die größte Parteigruppe, bleibt aber drei Sitze darunter. Mit dem BSW ergeben sich rechnerisch 44, mit SPD, Grünen oder Linken jeweils 47 und mit der CDU 54 Sitze. Damit würde bereits jede Zweierkombination der AfD mit einer anderen vertretenen Partei die Schwelle überschreiten.
Das sagt ausschließlich etwas über die Addition der Sitze. Es ist keine Aussage darüber, ob die jeweilige Partei eine Zusammenarbeit will, ob sie diese ausgeschlossen hat oder ob alle ihre Abgeordneten bei einer geheimen Abstimmung gleich stimmen. Der Rechner weist deshalb keine Kombination als politisch wahrscheinlich, empfohlen oder beschlossen aus.
Eine Mehrheit ohne AfD: Warum alle fünf zählen
CDU, SPD, Grüne und Linke kommen gemeinsam auf 15 + 8 + 8 + 8 = 39 Sitze. Mit den fünf Mandaten des BSW werden daraus 44. Schon wenn man die kleinste dieser fünf Parteigruppen weglässt, bleibt die Summe unter 42. Eine absolute Mehrheit ohne AfD erfordert bei einer Rechnung mit vollständigen Parteigruppen somit alle fünf übrigen Parteien.
„Zusammen 44 Sitze“ bedeutet trotzdem nicht zwingend eine förmliche Fünfparteienkoalition. Parteien können sich beispielsweise über die Wahl einer Person verständigen, ohne anschließend alle Minister zu stellen. Auch eine Minderheitsregierung mit Unterstützung von außen ist als Modell von einer festen Koalition zu unterscheiden. Die Erläuterung des Landtags zur Bildung einer neuen Landesregierung beschreibt diese unterschiedlichen Möglichkeiten.
Was der Rechner über die Ministerpräsidentenwahl nicht verrät
Der Regierungschef wird vom Landtag gewählt, nicht automatisch durch den ersten Platz seiner Partei bestimmt. Artikel 65 der Landesverfassung verlangt im ersten und zweiten Wahlgang die Mehrheit der Mitglieder. Kommt sie nicht zustande und wird die vorzeitige Beendigung der Wahlperiode nicht beschlossen, folgt ein weiterer Wahlgang; dort gilt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
Der Sitzrechner zeigt die feste Schwelle der Mitgliedermehrheit. Er simuliert keine Ja- und Nein-Stimmen, Enthaltungen, Abwesenheiten oder abweichenden Stimmen einzelner Abgeordneter. Eine Parteikombination mit weniger als 42 Sitzen beantwortet deshalb noch nicht abschließend jede mögliche Abstimmungssituation. Ebenso wenig garantiert eine Kombination über 42 ein späteres Wahlergebnis.
Wie belastbar ist dieser Stand?
Alle Wahlbezirke sind erfasst, aber die amtliche Prüfung ist damit nicht abgeschlossen. Laut den FAQ der Landeswahlleiterin wird das endgültige Landesergebnis am 22. September festgestellt. Bis dahin bleiben Übersicht und Rechner als vorläufig gekennzeichnet. Der Datenstand ist fest angegeben; die Grafik behauptet keine laufende automatische Aktualisierung.
Fazit: Die entscheidende Zahl ist 42. Der Rechner macht die Sitzarithmetik sichtbar: Die AfD liegt allein darunter; jede Kombination mit einer weiteren vertretenen Partei liegt darüber. Ohne AfD braucht eine absolute Mehrheit rechnerisch alle fünf übrigen Parteigruppen. Ob daraus eine Regierung entsteht, entscheiden politische Verständigungen und die tatsächlichen Abstimmungen.
Quellen und Methode
Die Mandate wurden aus der amtlichen Sitztabelle übernommen, ihre Summe und alle 64 möglichen Parteiauswahlen geprüft. Der Rechner führt ausschließlich Additionen durch. Als Hintergrund ist die MDR-Sendung „Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: Wie geht’s weiter?“ vom 7. September eingebunden. Unsere Rechenbeispiele und die interaktive Darstellung sind eigenständige Ergänzungen auf Grundlage der amtlichen Daten, keine wörtlichen Aussagen aus der Sendung.
