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Wirtschaft & Finanzen

Faktencheck: Würde eine 2-Prozent-Vermögenssteuer Großbritannien 24 Milliarden Pfund bringen?

Armutsquote und Milliardärsanstieg sind belegt. Die 24-Milliarden-Schätzung ist ein Modell – und die behauptete geringe Abwanderung bleibt unbewiesen.

KI-generierte Symbolgrafik: London, Union Jack und eine Waage zwischen Münzen und öffentlichen Diensten zur Zwei-Prozent-Vermögenssteuer
Symbolbild zur Debatte über Armut und eine Vermögenssteuer im Vereinigten Königreich. KI-generiert.

Kurzfazit

Der DW-Beitrag trifft mehrere zentrale Größenordnungen: Rund 20 Prozent der Menschen im Vereinigten Königreich leben nach Wohnkosten in relativer Einkommensarmut, fast die Hälfte der Betroffenen wird von der Joseph Rowntree Foundation als in sehr tiefer Armut lebend eingeordnet, und die Zahl der britischen Milliardäre stieg von 11 im Jahr 1995 auf 156 im Jahr 2025. Zwei Prozent auf Vermögen oberhalb von zehn Millionen Pfund und 24 Milliarden Pfund Jahresertrag sind dagegen ein Kampagnenvorschlag. Die Einnahme hängt stark von Bemessungsgrundlage, Bewertung, Ausweichreaktionen und Ausnahmen ab.

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Kurzfazit: Der DW-Beitrag beschreibt ein reales britisches Verteilungsproblem und nennt mehrere belastbare Zahlen. Nach der neuesten amtlichen Einkommensstatistik lebten im Finanzjahr 2024/25 rund 20 Prozent der Bevölkerung nach Wohnkosten in relativer Einkommensarmut. Die Joseph Rowntree Foundation ordnet 48 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze als in sehr tiefer Armut lebend ein. Auch der Anstieg von 11 Milliardären im Jahr 1995 auf 156 im Jahr 2025 ist durch die vom Equality Trust ausgewertete Rich List belegt. Anders liegt der Fall bei der vorgeschlagenen Vermögenssteuer: Zwei Prozent auf den Teil des Vermögens oberhalb von zehn Millionen Pfund sind kein geltendes Recht, sondern eine politische Forderung. Die oft genannten 24 Milliarden Pfund pro Jahr sind eine Modellschätzung, keine gesicherte Einnahme.

Der Beitrag stellt den ehemaligen Wirtschaftsanwalt Stephen Kinsella und die Initiative Patriotic Millionaires UK vor. Kinsella wirbt dafür, besonders große Vermögen stärker zu besteuern. Der Faktencheck bewertet deshalb nicht, ob eine Vermögenssteuer politisch wünschenswert wäre. Geprüft werden die Armutszahlen, die genaue Konstruktion des Vorschlags, die Einnahmeschätzung, die Vermögensverteilung, Parteipositionen und Umfragen. Aussagen über Gerechtigkeit, Mut oder gesellschaftliche Verantwortung sind Wertungen und erhalten kein Wahr-oder-falsch-Urteil.

Was bedeutet „jeder Fünfte lebt in Armut“?

Die Kurzformel ist für die gebräuchliche britische Definition richtig. Der Department for Work and Pensions weist für 2024/25 einen Anteil von 20 Prozent in relativer Niedrigeinkommenslage nach Wohnkosten aus. Vor Wohnkosten waren es 16 Prozent. Als relativ einkommensarm gilt ein Haushalt, wenn sein verfügbares, nach Haushaltsgröße gewichtetes Einkommen unter 60 Prozent des jeweiligen Medians liegt. Das ist keine Aussage, dass jeder fünfte Mensch dieselbe materielle Not erlebt. Es ist eine statistische Schwelle, deren Ergebnis unter anderem davon abhängt, ob Wohnkosten abgezogen werden.

Die amtliche Statistik warnt außerdem vor zu einfachen Zeitvergleichen. Seit der Veröffentlichung 2026 werden Verwaltungsdaten stärker mit der Haushaltsbefragung verknüpft; dadurch entstand ein Bruch in der Zeitreihe. Jährliche Veränderungen beruhen auf einer Stichprobe und waren bei mehreren aktuellen Armutsindikatoren statistisch nicht signifikant. Der DW-Satz ist als gerundete Bestandsaufnahme trotzdem korrekt.

Fast die Hälfte lebt in „sehr tiefer“ Armut

Auch diese Größenordnung hat eine belastbare Grundlage. Die Joseph Rowntree Foundation nennt 48 Prozent beziehungsweise rund 6,8 Millionen Menschen in „very deep poverty“. Gemeint sind Menschen, deren Einkommen weit unter der üblichen Armutsgrenze liegt. Die Stiftung berichtet zudem, dass sich die durchschnittliche Lücke zur Armutsgrenze von 23 Prozent in den Jahren 1994 bis 1997 auf 29 Prozent in den jüngsten zugrunde liegenden Daten vergrößert habe.

Wichtig ist die Begriffstrennung: „Very deep poverty“ ist eine analytische Kategorie der Stiftung und nicht identisch mit der neuen amtlichen Kennzahl „deep material poverty“. Letztere misst, ob grundlegende Güter und Dienstleistungen fehlen. Beide Kennzahlen beschreiben schwere Not, verwenden aber unterschiedliche Methoden. Der DW-Beitrag trifft die Richtung, sollte die Kategorie jedoch nicht als überall einheitliche amtliche Definition darstellen.

Werden eine halbe Million Kinder aus der Armut geholt?

Die britische Regierung kündigte im Dezember 2025 an, ihre Strategie werde bis 2030 rund 550.000 Kinder aus relativer Einkommensarmut holen. Das war eine modellierte Wirkung, kein bereits gemessenes Ergebnis. Der im Sommer 2026 veröffentlichte Monitoring-Baselinebericht rechnet unter aktualisierten Annahmen mit 3,6 Millionen betroffenen Kindern im Jahr 2029/30 – 400.000 weniger als im Ausgangsjahr. Die Aussage „rund eine halbe Million“ gibt die ursprüngliche Regierungsankündigung also zutreffend wieder, ist aber als Prognose und nicht als Erfolgsmeldung zu kennzeichnen.

So funktioniert der Zwei-Prozent-Vorschlag

Patriotic Millionaires UK und Tax Justice UK schlagen eine jährliche Steuer von zwei Prozent auf den Vermögensteil oberhalb von zehn Millionen Pfund vor. Wer elf Millionen Pfund besitzt, würde nach diesem Modell nicht zwei Prozent auf das gesamte Vermögen, sondern auf die eine Million oberhalb der Schwelle zahlen – also 20.000 Pfund. Die Organisationen schätzen, dass rund 20.000 Menschen beziehungsweise 0,04 Prozent der Bevölkerung betroffen wären. Die Kampagnenstudie berücksichtigt nach eigener Angabe Verhaltensreaktionen, beschreibt ihre Ergebnisse aber ausdrücklich als Schätzungen.

Das ist nicht die aktuelle Position der britischen Regierung und auch nicht exakt das Modell der Grünen. Das Wahlprogramm der Green Party verlangte ein Prozent oberhalb von zehn Millionen Pfund und zwei Prozent erst oberhalb von einer Milliarde. Der DW-Beitrag zeigt daher eine Kampagne für ein konkretes Modell, nicht die Erklärung einer bereits beschlossenen oder parteiübergreifend ausformulierten Steuer.

Sind 24 Milliarden Pfund im Jahr realistisch?

Die Zahl stammt nachvollziehbar aus dem Umfeld der Kampagne. Patriotic Millionaires UK und Tax Justice UK beziffern das mögliche Aufkommen auf bis zu 24 Milliarden Pfund pro Jahr. Die House of Commons Library führt diese Schätzung auf, betont aber die Unsicherheit: Das Ergebnis setzt voraus, dass alle Vermögensarten einbezogen werden – einschließlich Hauptwohnsitz und Pensionsvermögen. Ausnahmen würden Anreize schaffen, Vermögen in begünstigte Anlageformen zu verschieben.

Ein Vergleich zeigt die Bandbreite. Die unabhängige Wealth Tax Commission modellierte 2020 bei einer Schwelle von zehn Millionen Pfund einen deutlich niedrigeren Satz von 1,12 Prozent, um bei niedriger Vermeidung rund 9,9 Milliarden Pfund und bei hoher Vermeidung rund 8,7 Milliarden Pfund einzunehmen. Das ist kein direkter Gegenbeweis, weil Satz, Datenjahr und Modell anders sind. Es zeigt aber, wie empfindlich die Einnahme auf Annahmen reagiert. Die faire Bewertung lautet deshalb: 24 Milliarden sind eine dokumentierte Modellschätzung, aber keine garantierte Haushaltseinnahme.

Besitzen 50 Familien mehr als die ärmere Hälfte?

Der Equality Trust beziffert das Vermögen der 50 reichsten Familien 2025 auf 468 Milliarden Pfund und das Vermögen der ärmeren Hälfte auf 466 Milliarden Pfund. Damit wird die Aussage in dieser Auswertung knapp bestätigt. Die zugrunde liegenden Einheiten sind jedoch ungewöhnlich: Auf der einen Seite stehen Familien aus einer Reichenliste, auf der anderen Millionen Haushalte beziehungsweise Menschen aus Vermögensstatistiken. Solche Vergleiche hängen von Bewertungen nicht börsennotierter Unternehmen, Schulden, Pensionsansprüchen und der Abgrenzung eines Familienvermögens ab.

Die amtliche Wealth and Assets Survey liefert einen robusteren, aber anders zugeschnittenen Vergleich: Im Zeitraum 2020 bis 2022 hielt das reichste Prozent der Haushalte zehn Prozent des gesamten Haushaltsvermögens – genauso viel wie die ärmere Hälfte zusammen. Das bestätigt die starke Konzentration, aber nicht mit exakt derselben Rechnung. Zudem hat die Statistikbehörde die Akkreditierung der jüngsten Vermögensrunde wegen Qualitätsproblemen bei sehr feinen Auswertungen ausgesetzt. Das sollte bei zugespitzten Ranglistenvergleichen sichtbar bleiben.

Von 11 auf mehr als 150 Milliardäre

Diese Zeitreihe stimmt. Der Equality Trust listet für 1995 elf und für 2025 insgesamt 156 Milliardäre im Vereinigten Königreich. Die Zahl stammt aus der Sunday Times Rich List und misst dort erfasste Personen beziehungsweise Familien mit Bezug zum Land; sie ist keine Steuerregisterzählung. Als Aussage über die Entwicklung der Rich List ist „11 damals, heute über 150“ richtig.

Bleibt jeder trotz zwei Prozent Steuer reicher?

Kinsella rechnet vor, große Vermögen könnten jährlich fünf, sechs oder sieben Prozent Rendite erzielen und wären nach einer Zwei-Prozent-Steuer weiterhin größer. Das kann in Jahren mit entsprechenden nominalen Erträgen stimmen, ist aber keine Garantie. Vermögen bestehen aus sehr unterschiedlichen Anlagen; Bewertungen können steigen oder fallen, Erträge sind volatil, und nicht jedes Vermögen ist liquide. Zudem würde die vorgeschlagene Steuer nur den Teil oberhalb der Schwelle treffen, nicht das gesamte Vermögen. Der Satz „niemand würde ärmer“ vermischt daher eine plausible Beispielrechnung mit einer allgemeinen Zukunftsaussage.

Die Wealth Tax Commission diskutiert genau solche Bewertungs- und Liquiditätsfragen. Sie kommt nicht zu dem Schluss, eine Vermögenssteuer sei unmöglich, empfiehlt aber klare Regeln für schwer bewertbare Vermögenswerte und für Personen, die vermögend, aber kurzfristig zahlungsarm sind. Ob das Vermögen einer einzelnen Person nach Steuer wächst, hängt von Rendite, Inflation, Ausgaben und Steuerlast zusammen ab.

Sind die Grünen die einzige Partei für eine Vermögenssteuer?

Die Green Party hatte als einzige größere landesweit antretende Partei im Wahlprogramm 2024 eine klar bezifferte jährliche Vermögenssteuer. In diesem engen Sinn ist die DW-Formulierung nachvollziehbar. Wörtlich ist „die einzige Partei in Großbritannien“ jedoch zu weit. Eine parlamentarische Early Day Motion für zwei Prozent oberhalb von zehn Millionen Pfund wurde auch von Abgeordneten anderer Parteizugehörigkeiten beziehungsweise Unabhängigen unterstützt. Einzelne Abgeordnetenunterschriften sind wiederum kein offizielles Parteiprogramm. Ohne Definition von „Partei“ und „dafür sein“ bleibt die Aussage kontextabhängig.

Was sagen Millionäre und die Bevölkerung?

Die behauptete Mehrheit unter Millionären ist als Umfrageergebnis belegt. Survation befragte 2025 im Auftrag von Patriotic Millionaires UK 511 in Großbritannien lebende Millionäre. 80 Prozent unterstützten zwei Prozent auf Vermögen oberhalb von zehn Millionen Pfund; unter den Befragten, die nach eigener Vermögenshöhe selbst betroffen wären, waren es 85 Prozent. Eine weitere Befragung im April 2026 umfasste 501 Personen mit mindestens einer Million Pfund Anlagevermögen außerhalb des Eigenheims. 75 Prozent erklärten, sie wären bereit, mehr Steuern zu zahlen, um gesellschaftliche Grundlagen zu stärken. Das sind aussagekräftige Erhebungen für die befragte Zielgruppe, aber keine Volkszählungen aller britischen Millionäre.

Auch die allgemeine Bevölkerung zeigte in einer repräsentativ gewichteten YouGov-Befragung im März 2025 deutliche Zustimmung: Laut Oxfam unterstützten 78 Prozent der 2.257 Erwachsenen eine Zwei-Prozent-Steuer auf Nettovermögen oberhalb von zehn Millionen Pfund. Das belegt eine klare Mehrheit zu diesem Zeitpunkt und bei dieser Frageformulierung. Es beweist nicht, dass jede denkbare Ausgestaltung dieselbe Zustimmung erhielte.

Würden wirklich nur sehr wenige Reiche wegziehen?

Hier reicht die veröffentlichte Evidenz nicht. Die im Beitrag erwähnten Befragungen zeigen Steuerbereitschaft, Heimatverbundenheit und geringe Sorge über einen möglichen Wegzug anderer Millionäre. Sie veröffentlichen aber keine direkt passende Zahl dazu, wie viele Betroffene bei Einführung genau dieses Zwei-Prozent-Modells tatsächlich auswandern würden. Eine Haltung in einer Umfrage ist zudem nicht dasselbe wie späteres Verhalten. Historische Erfahrungen anderer Länder helfen nur begrenzt, weil Steuerbasis, Wegzugsbesteuerung, internationale Mobilität und Durchsetzung unterschiedlich sind.

Die Aussage kann sich auf nicht öffentlich dokumentierte Detailtabellen beziehen. Solange Fragewortlaut, Stichprobe und Ergebnis nicht vorliegen, bleibt „nur sehr wenige würden wegziehen“ unbelegt. Das ist kein Beweis für eine große Abwanderungswelle. Es bedeutet lediglich, dass der DW-Beitrag an dieser Stelle mehr Sicherheit vermittelt, als die verlinkten Daten tragen.

Gesamtbewertung

Der Beitrag ist bei Armut, sehr tiefer Armut, Vermögenskonzentration und der Milliardärszahl überwiegend präzise. Er stellt auch den Steuervorschlag korrekt als Forderung einer Initiative dar. Die entscheidende Einschränkung betrifft Prognosen: 24 Milliarden Pfund, konstante Renditen und geringe Abwanderung sind keine beobachteten Folgen, sondern Modellannahmen beziehungsweise noch unzureichend belegte Erwartungen. Wer über die Steuer streitet, sollte deshalb drei Ebenen auseinanderhalten: die gut belegte Ungleichheit, die politische Entscheidung über eine neue Steuer und die unsichere Schätzung ihrer konkreten Wirkung.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:00:04–00:00:12

Im Vereinigten Königreich lebt ungefähr jeder fünfte Mensch in Armut.

Richtig
Originalauszug
Großbritannien ist eines der reichsten Länder der Welt. Trotzdem lebt jeder fünfte hier in Armut.
Einordnung

Die amtliche HBAI-Statistik weist für 2024/25 20 Prozent relative Niedrigeinkommenslage nach Wohnkosten aus. Vor Wohnkosten waren es 16 Prozent. Die Kurzformel stimmt daher für das gebräuchliche Maß nach Wohnkosten; die verwendete Definition sollte genannt werden.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. StatistikUK Department for Work and Pensions
    Veröffentlicht 26.03.2026Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:03:07–00:03:21

Fast die Hälfte der Menschen in Armut lebt in sehr tiefer Armut; die Armutslücke ist seit den 1990er-Jahren gewachsen.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Seit Mitte der 90er Jahre ist der Anteil der Menschen in extremer Armut [...] gestiegen und macht mittlerweile fast die Hälfte der in Armut lebenden Menschen aus.
Einordnung

Die Joseph Rowntree Foundation nennt 48 Prozent beziehungsweise rund 6,8 Millionen Menschen in very deep poverty und dokumentiert eine wachsende Lücke zur Armutsgrenze. Der Ausdruck „extreme Armut“ ist im Beitrag jedoch nicht sauber von anderen amtlichen und nichtamtlichen Tiefenmaßen abgegrenzt.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StatistikUK Department for Work and Pensions
    Veröffentlicht 26.03.2026Abgerufen 08.08.2026
  2. StudieJoseph Rowntree Foundation
    Veröffentlicht 27.01.2026Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:03:25–00:03:32

Regierungsreformen sollen ungefähr eine halbe Million Kinder aus relativer Armut holen.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Dadurch sollen rund eine halbe Million Kinder aus der Armut geholt werden.
Einordnung

Die Regierung kündigte zunächst rund 550.000 Kinder bis 2030 an. Der aktualisierte Baselinebericht von 2026 projiziert gegenüber dem Ausgangsjahr noch eine Reduktion um 400.000 Kinder. Die Größenordnung ist als Prognose plausibel, aber noch kein gemessener Erfolg.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. BehördeUK Government
    Veröffentlicht 04.12.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. BehördeUK Government
    Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:04:55–00:05:00

Die Initiative fordert zwei Prozent Steuer auf den Vermögensteil oberhalb von zehn Millionen Pfund.

Richtig
Originalauszug
Es geht um eine Steuer von nur 2% auf Vermögen von mehr als 10 Millionen Pfund.
Einordnung

Patriotic Millionaires UK und Tax Justice UK beschreiben genau dieses Modell: zwei Prozent auf den Teil des Vermögens oberhalb von zehn Millionen Pfund. Es handelt sich um einen Kampagnenvorschlag, nicht um geltendes Recht.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. PrimärquellePatriotic Millionaires UK
    Veröffentlicht 17.03.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. StudieTax Justice UK und Patriotic Millionaires UK
    Veröffentlicht 01.03.2025Abgerufen 08.08.2026
  3. BehördeHouse of Commons Library
    Veröffentlicht 03.12.2025Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:05:00–00:05:11

Die vorgeschlagene Vermögenssteuer könnte rund 24 Milliarden Pfund pro Jahr einbringen.

Kontext fehlt
Originalauszug
Stephen Kinsellas Gruppe schätzt, dass ihre Vermögenssteuer in einem Jahr etwa 24 Milliarden Pfund einbringen könnte.
Einordnung

Die 24 Milliarden sind als Kampagnenschätzung dokumentiert. Die Commons Library betont, dass das Aufkommen von der Einbeziehung sämtlicher Vermögensarten, Bewertungen, Ausnahmen und Verhaltensreaktionen abhängt. Andere Modelle gelangen bei anderen Sätzen und Annahmen zu deutlich anderen Einnahmen.

Quellen zu dieser Aussage (5)
  1. PrimärquellePatriotic Millionaires UK
    Veröffentlicht 17.03.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. StudieTax Justice UK und Patriotic Millionaires UK
    Veröffentlicht 01.03.2025Abgerufen 08.08.2026
  3. BehördeHouse of Commons Library
    Veröffentlicht 03.12.2025Abgerufen 08.08.2026
  4. StudieWealth Tax Commission
    Veröffentlicht 09.12.2020Abgerufen 08.08.2026
  5. StudieUniversity of Warwick
    Veröffentlicht 25.10.2021Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:05:39–00:05:51

Die 50 reichsten Familien besaßen mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der britischen Bevölkerung.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Laut dem Thinktank Equality Trust besaßen die 50 reichsten Familien im Vereinigten Königreich im Jahr 2023 mehr Vermögen als die Hälfte der britischen Bevölkerung.
Einordnung

Der Equality Trust beziffert 2025 die 50 reichsten Familien auf 468 Milliarden Pfund und die ärmere Hälfte auf 466 Milliarden. Die zugrunde liegenden Einheiten und Bewertungsmethoden unterscheiden sich; die amtliche ONS-Statistik bestätigt starke Konzentration, aber nicht exakt denselben Familien-gegen-Bevölkerung-Vergleich.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StatistikOffice for National Statistics
    Veröffentlicht 24.01.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. StudieThe Equality Trust
    Veröffentlicht 16.05.2025Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:05:51–00:05:59

Die Zahl britischer Milliardäre stieg von 11 Mitte der 1990er-Jahre auf mehr als 150.

Richtig
Originalauszug
Mitte der 1990er Jahre gab es im Vereinigten Königreich gerade einmal 11 Milliardäre. Heute sind es über 150.
Einordnung

Die vom Equality Trust ausgewertete Rich-List-Reihe nennt 11 Milliardäre für 1995 und 156 für 2025. Die Aussage stimmt als Beschreibung dieser Reihe.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. StudieThe Equality Trust
    Veröffentlicht 16.05.2025Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:06:23–00:06:35

Bei fünf bis sieben Prozent Jahresrendite blieben Betroffene trotz Zwei-Prozent-Steuer automatisch reicher.

Irreführend
Originalauszug
Im Laufe eines Jahres können sie eine Rendite von 5, 6 oder 7% auf ihr Kapital erzielen. Am Ende des Jahres sind sie also trotzdem reicher als zuvor. Niemand würde dadurch ärmer.
Einordnung

Als Beispielrechnung kann das stimmen, als allgemeine Aussage nicht. Renditen sind nicht garantiert, Vermögenswerte können fallen oder illiquide sein, und Inflation sowie Ausgaben verändern das reale Vermögen. Die Steuer träfe zudem nur den Teil oberhalb der Schwelle.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. BehördeHouse of Commons Library
    Veröffentlicht 03.12.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. StudieWealth Tax Commission
    Veröffentlicht 09.12.2020Abgerufen 08.08.2026
  3. StudieUniversity of Warwick
    Veröffentlicht 25.10.2021Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:52–00:07:58

Die Grünen sind die einzige britische Partei, die eine Vermögenssteuer unterstützt.

Kontext fehlt
Originalauszug
Die Grünen sind als einzige Partei in Großbritannien für eine Vermögenssteuer.
Einordnung

Die Green Party hatte im Wahlprogramm eine klar bezifferte jährliche Vermögenssteuer. Abgeordnete anderer Zugehörigkeiten unterstützten jedoch ebenfalls parlamentarische Vorstöße für eine solche Steuer. Ob die Grünen „die einzige Partei“ sind, hängt davon ab, ob offizielle landesweite Parteiprogramme oder auch Abgeordneteninitiativen gemeint sind.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. BehördeHouse of Commons Library
    Veröffentlicht 03.12.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. PrimärquelleGreen Party of England and Wales
    Veröffentlicht 12.06.2024Abgerufen 08.08.2026
  3. PrimärquelleUK Parliament
    Veröffentlicht 30.10.2024Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:09:11–00:09:20

Eine Mehrheit britischer Millionäre unterstützt eine Vermögenssteuer für die Allerreichsten.

Richtig
Originalauszug
Laut einer Untersuchung der Patriotic Millionaires ist eine Mehrheit der britischen Millionäre für eine Vermögenssteuer für die Allerreichsten.
Einordnung

In einer Survation-Befragung von 511 britischen Millionären unterstützten 80 Prozent zwei Prozent auf Vermögen oberhalb von zehn Millionen Pfund. Eine zweite Stichprobe 2026 zeigte ebenfalls hohe Bereitschaft zu höheren Steuern. Das belegt Mehrheiten in den Befragungen, nicht zwingend unter allen Millionären.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StudiePatriotic Millionaires UK / Survation
    Veröffentlicht 05.06.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. StudiePatriotic Millionaires UK / Survation
    Veröffentlicht 12.05.2026Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:09:29–00:09:36

Nur sehr wenige Vermögende würden allein zur Umgehung einer Zwei-Prozent-Steuer wegziehen.

Unbelegt
Originalauszug
Unsere Umfragen zeigen, dass nur sehr wenige tatsächlich wegziehen würden, nur um eine Vermögenssteuer von 2% zu umgehen.
Einordnung

Der Originalton enthält den Quantor „nur sehr wenige“ eindeutig. Die veröffentlichten Survation-Tabellen tragen ihn jedoch nicht: Sie messen Unterstützung für das Steuermodell und fragen, ob es patriotisch oder unpatriotisch sei, das Land bei höheren Beiträgen zu verlassen. Sie fragen weder nach der eigenen Auswanderungsabsicht noch ermitteln sie den tatsächlichen Anteil der Wegziehenden bei genau diesem Modell. Umfragehaltung und reales Verhalten wären außerdem zu unterscheiden.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StudiePatriotic Millionaires UK / Survation
    Veröffentlicht 05.06.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. StudiePatriotic Millionaires UK / Survation
    Veröffentlicht 12.05.2026Abgerufen 08.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:11:42–00:11:48

Eine Mehrheit der britischen Bevölkerung befürwortet eine Vermögenssteuer für sehr große Vermögen.

Richtig
Originalauszug
Laut Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Bevölkerung Vermögenssteuern.
Einordnung

Eine repräsentativ gewichtete YouGov-Befragung von 2.257 Erwachsenen im März 2025 ergab 78 Prozent Zustimmung zu zwei Prozent auf Nettovermögen oberhalb von zehn Millionen Pfund. Das ist eine klare Umfragemehrheit, abhängig von Zeitpunkt und Frageformulierung.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StudieTax Justice UK und Patriotic Millionaires UK
    Veröffentlicht 01.03.2025Abgerufen 08.08.2026
  2. StudieOxfam GB / YouGov
    Veröffentlicht 25.03.2025Abgerufen 08.08.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung vorbereitet. Die finale Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung erfolgt redaktionell.

Trotz sorgfältiger Bearbeitung können Fehler oder Auslassungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Maßgeblich bleiben das Originalvideo und die verlinkten Quellen. Modellrechnungen und Umfragen sind keine Garantie für künftige Steuereinnahmen oder individuelles Verhalten; der Artikel ist keine Steuer- oder Anlageberatung.

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und sorgfältiger Quellenprüfung, jedoch ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.

Gesamtfazit

Mehrere Kerndaten des DW-Beitrags stimmen: Rund ein Fünftel der Bevölkerung lebt nach Wohnkosten in relativer Einkommensarmut, 48 Prozent der Betroffenen werden von der Joseph Rowntree Foundation als in sehr tiefer Armut lebend eingeordnet, und die Rich-List-Zahl stieg von 11 Milliardären 1995 auf 156 im Jahr 2025. Der Zwei-Prozent-Satz oberhalb von zehn Millionen Pfund und 24 Milliarden Pfund Jahresaufkommen sind hingegen ein Kampagnenmodell. Die Einnahme ist möglich, aber nicht garantiert. Für die Behauptung, nur sehr wenige Vermögende würden wegen der Steuer auswandern, fehlt ein öffentlich nachvollziehbarer, direkt passender Beleg.