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Energie & Umwelt

Methanol statt Wasserstoff? 13 Aussagen im Faktencheck

Was der minimale Methanol-Backstop leisten kann – und wo Modellannahmen, Biomassepotenziale und Kostenvergleiche Grenzen haben

KI-generiertes Symbolbild einer Methanol-Syntheseanlage zwischen erneuerbarem Strom, Wasserstoff, Biomasseresten und Tanks
Symbolbild zu erneuerbarem Methanol, Wasserstoff und Biomasseresten. KI-GENERIERT.

Kurzfazit

Der DIW-Podcast stellt Methanol als flüssigen Backstop nach maximaler Elektrifizierung vor. Wir prüfen Chemie, Biomasse, Systemkosten, Wasserstoffnetz und EU-Quoten.

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Bewertet werden konkrete Aussagen nach aktueller Quellenlage. Automatische Transkripte können Fehler enthalten; wörtliche Zitate, Zahlen und zentrale Claims werden vor Veröffentlichung am Originalvideo geprüft.

Im DIW-Podcast „fossilfrei“ stellt der Energiesystemforscher Tom Brown einen bewusst zugespitzten Vorschlag vor: Erst soll möglichst viel direkt elektrifiziert werden, für die verbleibenden Anwendungen soll Methanol häufiger an die Stelle einer großen Wasserstoffinfrastruktur treten. Gemeint sind vor allem Schifffahrt, Luftfahrt, chemische Grundstoffe und selten benötigte Reservekraftwerke. Der Kern ist kein Methanol-für-alles, sondern ein möglichst kleiner flüssiger Backstop.

Wir haben den vollständigen Originalton der 68-minütigen Folge geprüft und 13 abgrenzbare Aussagen mit der zugrunde liegenden Forschung, amtlichen Stoffdaten, EU-Recht und aktuellen Kostenanalysen verglichen. Das Ergebnis: Das Konzept ist wissenschaftlich sauber beschrieben, doch einzelne Formulierungen im Gespräch sind kategorischer, als es die Evidenz trägt.

Für die Urteile trennen wir drei Ebenen. Chemische Eigenschaften und geltendes EU-Recht lassen sich unmittelbar belegen. Größen wie Biomassepotenzial oder künftige Bezugskosten hängen dagegen von Definitionen, Anlagenpfaden und Rahmenannahmen ab. Und die Frage, ob Deutschland ein Netz schneller oder langsamer ausbauen sollte, ist eine politische Empfehlung. Ein plausibles Modellresultat wird deshalb nicht als sichere Vorhersage behandelt; eine zugespitzte Podcastformulierung wird nicht allein deshalb verworfen, weil im Gespräch technische Zwischenschritte fehlen. Maßgeblich ist, ob der Kern stimmt und ob entscheidende Grenzen genannt werden.

Was die Studie tatsächlich untersucht

1. Elektrifizierung zuerst, Methanol für den Rest

Urteil: überwiegend richtig. Die Joule-Studie modelliert ein europäisches klimaneutrales Energiesystem, in dem Landverkehr, Gebäudewärme und viele Industrieprozesse weitgehend direkt elektrifiziert werden. Methanol deckt die schwer elektrifizierbaren Restanwendungen ab. Das entspricht Browns Aussage. Der Vorbehalt: Das Ergebnis gilt innerhalb eines Modells mit festgelegten Kosten, Potenzialen und Emissionsgrenzen. Andere Klimaneutralitätspfade können Wasserstoff, Ammoniak oder andere Flüssigkraftstoffe anders gewichten.

2. Ist Wasserstoff für Schiffe praktisch ausgeschlossen?

Urteil: teilweise richtig. Wasserstoff besitzt volumetrisch eine geringe Energiedichte. Komprimierung oder Verflüssigung kosten Energie, verlangen große Tanks und erschweren lange Reisen. Der DIW-Wochenbericht zur Wasserstoffstrategie bestätigt diese Transportnachteile und den Nutzen leichter handhabbarer Derivate. „Quasi ausgeschlossen“ geht dennoch zu weit: Flüssigwasserstoff bleibt technisch möglich, während maritime Regulierung mehrere erneuerbare Kraftstoffe offenhält. Methanol ist eine plausible, aber nicht die einzig denkbare Lösung.

3. Rund 100 Millionen Tonnen und der einfachste Alkohol

Urteil: überwiegend richtig. Der IRENA-Ausblick verortete die weltweite Produktion um 100 Millionen Tonnen. Die genaue Menge verändert sich mit dem Markt, weshalb die Zahl nur als Größenordnung taugt. Methanol ist bei normalen Umgebungsbedingungen eine farblose Flüssigkeit; seine Formel CH3OH macht es zum einfachsten Alkohol. Gerade die Flüssigkeit ist für Lagerung und Transport ein praktischer Vorteil gegenüber elementarem Wasserstoff.

4. Methanol ist giftig

Urteil: richtig. Die amtliche PubChem-Stoffseite führt Methanol als entzündliche und toxische Chemikalie. Eine Vergiftung kann schwere Stoffwechselentgleisungen, Schädigungen des Sehnervs, Erblindung und Tod verursachen. Browns Warnung ist deshalb sachlich richtig. Daraus folgt nicht, dass industrieller Einsatz unmöglich wäre: Wie bei Benzin oder anderen Gefahrstoffen sind geschlossene Systeme, Kennzeichnung, Arbeitsschutz und Notfallkonzepte entscheidend.

Wie Bio- und E-Biomethanol entstehen

5. Der Weg über Synthesegas

Biomethan kann reformiert, feste Biomasse kann vergast werden. Beide Wege liefern ein Synthesegas aus Wasserstoff, Kohlenmonoxid und weiteren Bestandteilen, das gereinigt und katalytisch zu Methanol umgesetzt wird. Die Podcastbeschreibung ist als technischer Überblick richtig. Sie lässt jedoch Prozessschritte wie Gasreinigung, Druckführung und die Behandlung von Nebenprodukten aus. Für die Einordnung der Grundidee ist diese Vereinfachung vertretbar.

6. Zusätzlicher grüner Wasserstoff erhöht die Ausbeute

Bei der Vergasung kann mehr biogener Kohlenstoff anfallen, als der vorhandene Wasserstoff vollständig in Methanol überführen kann. Zusätzlicher Elektrolysewasserstoff verbessert das Verhältnis und bindet mehr dieses Kohlenstoffs im Produkt. IRENA beschreibt denselben Hebel. Die Chemie hinter der Aussage stimmt; die Bezeichnung E-Biomethanol ist jedoch keine universell eindeutige Rechtskategorie. EU-Regeln bilanzieren den biogenen und den nicht biogenen erneuerbaren Anteil differenziert.

7. Reststoffe lösen den Flächenkonflikt nicht vollständig

Stroh, Forstreste, Gülle und andere echte Nebenprodukte konkurrieren weniger direkt mit Nahrungsmitteln als Mais oder Raps, die gezielt als Energiepflanzen angebaut werden. Browns Richtung ist daher nachvollziehbar. „Kein Konflikt“ wäre aber zu stark: Stroh trägt zur Bodenfruchtbarkeit bei, Totholz kann ökologisch wertvoll sein, und manche Reststoffe werden bereits stofflich oder energetisch genutzt. Nachhaltige Potenziale müssen Abzüge für Boden, Biodiversität, Logistik und bestehende Nutzungen enthalten.

8. 1.400 TWh in Europa, 200 bis 300 TWh in Deutschland

Urteil: teilweise richtig. Browns Autoren-FAQ summiert auf Basis des JRC-Datensatzes ENSPRESO für Europa 1.049 TWh feste Biomasse und 342 TWh Biogas, zusammen rund 1.391 TWh. Für Deutschland nennt es 189 plus 32 TWh, also rund 221 TWh. Damit passen die gerundeten Podcastzahlen. Ob diese Mengen den späteren Bedarf „ungefähr decken“, ist dagegen ein Modellergebnis und keine gesicherte reale Verfügbarkeit.

Kosten, Infrastruktur und Politik

9. Nur wenige Prozent höhere Systemkosten

Urteil: richtig als Modellergebnis. Die Studie beziffert den Aufschlag des methanolbasierten Systems gegenüber ihrer wasserstoffbasierten Referenz auf 2,4 Prozent; in den untersuchten Sensitivitäten bleibt er unter 6,4 Prozent. Diese Zahlen wurden im Podcast korrekt gerundet. Sie sind jedoch keine Rechnung für eine einzelne Anlage und keine Vorhersage des künftigen Energiepreises. Sie vergleichen komplette modellierte Systeme unter gemeinsamen Annahmen.

10. „Minimal“ bedeutet tatsächlich: so wenig Methanol wie möglich

Studie und Autoren-FAQ definieren den Ansatz ausdrücklich als Lückenfüller nach weitgehender Elektrifizierung. Straßenverkehr, Raumwärme und große Teile der Prozesswärme sollen nicht pauschal auf Methanol umgestellt werden. Übrig bleiben dichte Kraftstoffe, Kohlenstoff für Chemikalien und langfristige Reserve. Das schützt die These vor einem häufigen Missverständnis: Methanol konkurriert im Konzept nicht mit jeder Batterie und jeder Wärmepumpe, sondern mit Infrastruktur für die verbleibenden Molekülanwendungen.

11. Eine Pause beim Wasserstoffkernnetz ist kein prüfbarer Fakt

Browns Vorschlag, zunächst einen kleineren nördlichen Netzteil aufzubauen und den weiteren Ausbau abzuwarten, ist eine politische Risikoabwägung. Man kann ihn nicht als „wahr“ oder „falsch“ verifizieren. Belegbar sind die Unsicherheiten: Nachfrage, Speicherbedarf, Auslastung und Netzentgelte beeinflussen die Wirtschaftlichkeit stark. Ebenso belegbar ist, dass Wasserstoff lokal für Stahl, Ammoniak und andere schwer elektrifizierbare Prozesse relevant bleiben kann. Die Entscheidung hängt deshalb von Versorgungssicherheit, Zeitplan und Alternativen ab.

12. 460 Euro für Wasserstoff, 150 bis 170 Euro für Methanol?

Urteil: teilweise richtig. Fraunhofer nennt für netzgebundene Wasserstoff-Spitzenlastkraftwerke im Jahr 2035 insgesamt 8,77 bis 15,16 Euro je Kilogramm, entsprechend 265 bis 460 Euro je MWh. Rund die Hälfte kann auf Infrastruktur entfallen. Die Fraunhofer-Ergebnisdarstellung nennt erneuerbares Methanol als Alternative, weist dort aber die im Podcast genannten 150 bis 170 Euro nicht aus. Diese zweite Spanne bleibt deshalb abhängig von Bezugsweg, Produktion, Auslastung und Bilanzgrenze.

13. Zwei verschiedene Quoten: 1,2 Prozent in der Luftfahrt, 1,5 Prozent in Deutschland

Urteil: teilweise richtig. Die ReFuelEU-Aviation-Verordnung verlangt für 2030 und 2031 im Periodendurchschnitt 1,2 Prozent synthetische Flugkraftstoffe; in jedem einzelnen Jahr gilt dabei ein Mindestanteil von 0,7 Prozent. Das ist keine pauschale Jahresquote von 1,2 Prozent ab 2030. Für die deutsche Kraftstoffquote legt § 3b Absatz 1 Nummer 3 der 37. BImSchV ab 2030 dagegen einen jährlichen RFNBO-Mindestanteil von 1,5 Prozent fest – nicht 1,2 Prozent. Der Bezug umfasst die für die Treibhausgasquote maßgebliche Energiemenge und nicht schlicht „sämtliche Verkehrskraftstoffe“. Biomethanol und strombasierte Anteile können zudem unterschiedlichen Kategorien und Anrechnungsregeln unterliegen.

Was aus dem Vergleich folgt

Wasserstoff und Methanol erfüllen nicht dieselbe Aufgabe. Wasserstoff kann dort sinnvoll sein, wo er direkt als Reaktionsstoff gebraucht, vor Ort erzeugt oder kontinuierlich abgenommen wird. Methanol gewinnt dort an Attraktivität, wo ein flüssiger, lagerbarer Kohlenstoffträger benötigt wird oder eine Reserve nur wenige Stunden im Jahr läuft. Auch der Herstellungsweg zählt: Fossiles Methanol ist keine Klimaschutzlösung; erneuerbares Methanol braucht zusätzlich sauberen Strom, belastbare Kohlenstoffquellen und eine nachvollziehbare Bilanz. Der faire Vergleich betrachtet daher immer die gesamte Kette vom Strom beziehungsweise Reststoff bis zur Endanwendung.

Fazit

Die Folge präsentiert keine Widerlegung von Wasserstoff, sondern eine robuste Alternative für bestimmte Restanwendungen. Am stärksten ist die These dort, wo sie direkte Elektrifizierung priorisiert, Methanol als gut lagerbare Flüssigkeit behandelt und ihre Mehrkosten offen als Modellresultat ausweist. Vorsicht ist bei absoluten Sätzen, Biomassepotenzialen und einzelnen Preisvergleichen nötig. Für die Praxis lautet die belastbare Schlussfolgerung: erst Nachfrage und direkte Stromoption prüfen, dann Molekül, Herkunft, Infrastruktur und Gesamtkosten anwendungsspezifisch vergleichen.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:05:10–00:05:27

Direkte Elektrifizierung deckt in den untersuchten Klimaneutralitätsszenarien den größten Teil der Nachfrage; Methanol bleibt für schwer elektrifizierbare Restanwendungen.

Überwiegend richtig
Originalauszug
In fast allen Szenarien spielt die Elektrifizierung den Löwenanteil, aber für den Reststoff ist Methanol dann sehr gut geeignet.
Einordnung

Das beschreibt die veröffentlichte Joule-Studie korrekt. Es ist ein modelliertes Szenario, keine universelle Prognose für jedes Energiesystem.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. StudieJoule / ScienceDirect
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  2. PrimärquelleTechnische Universität Berlin
    Veröffentlicht 23.07.2026Abgerufen 20.08.2026
  3. StudieDIW Berlin
    Veröffentlicht 19.11.2025Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:28–00:07:50

Wasserstoff sei für den Schiffsverkehr wegen seiner geringen volumetrischen Energiedichte praktisch ausgeschlossen.

Teilweise richtig
Originalauszug
Für Schiffsverkehr ist es quasi ausgeschlossen, weil man so viel Volumen braucht für Wasserstoff. Man hat eine sehr geringe Energiedichte volumetrisch.
Einordnung

Der Volumen- und Handhabungsnachteil ist real. Das Wort „ausgeschlossen“ ist jedoch zu absolut: Flüssigwasserstoff und weitere wasserstoffbasierte Kraftstoffe bleiben technisch mögliche, wenn auch anspruchsvolle Optionen.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. StudieDIW Berlin
    Veröffentlicht 11.10.2023Abgerufen 20.08.2026
  2. GesetzEUR-Lex
    Veröffentlicht 13.09.2023Abgerufen 20.08.2026
  3. PrimärquelleTechnische Universität Berlin
    Veröffentlicht 23.07.2026Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:10:19–00:10:44

Weltweit werden rund 100 Millionen Tonnen Methanol hergestellt; es ist eine farblose Flüssigkeit und der einfachste Alkohol.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Wir stellen weltweit um die 100 Millionen Tonnen Methanol her. Das ist eine farblose Flüssigkeit ... Es ist der einfachste Alkohol.
Einordnung

IRENA nennt für den damaligen Weltmarkt rund 100 Millionen Tonnen. Stoffform, Formel und Einordnung als einfachster Alkohol stimmen; die Produktionszahl ist gerundet und zeitabhängig.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StudieInternational Renewable Energy Agency
    Veröffentlicht 27.01.2021Abgerufen 20.08.2026
  2. BehördePubChem, U.S. National Library of Medicine
    Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:10:50–00:11:00

Das Trinken von Methanol kann zur Erblindung und zum Tod führen.

Richtig
Originalauszug
Bitte nicht trinken. Das führt zu Erblindung und möglicherweise zu Tod. Das ist toxisch, wenn man das trinkt.
Einordnung

Methanolvergiftungen können den Sehnerv schwer schädigen und tödlich verlaufen. Das belegt die Stoffdatenbank; die Aussage bezieht sich auf Exposition, nicht auf sachgerechte industrielle Handhabung.

Quellen zu dieser Aussage (1)
  1. BehördePubChem, U.S. National Library of Medicine
    Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:12:12–00:12:47

Biomethanol lässt sich über Synthesegas aus Biomethan oder durch Vergasung fester Biomasse herstellen.

Richtig
Originalauszug
Man kann entweder aus Biomethan oder aus der Vergasung von fester Biomasse Biomethanol herstellen. Aus dem Biomethan kann man durch Dampfreformierung sogenanntes Synthesegas herstellen.
Einordnung

Die thermochemischen Grundpfade sind fachlich korrekt beschrieben. Reale Anlagen benötigen zusätzlich Gasreinigung, Konditionierung und katalytische Synthese.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StudieInternational Renewable Energy Agency
    Veröffentlicht 27.01.2021Abgerufen 20.08.2026
  2. PrimärquelleTom Brown
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:14:16–00:14:47

Zusätzlicher erneuerbarer Wasserstoff erhöht bei der Biomassevergasung die nutzbare Kohlenstoffausbeute; daraus entsteht E-Biomethanol.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Um diese Ausbeute von dem Kohlenstoff zu erhöhen, kann man mit Wasserstoff ergänzen ... so dass man den ganzen Kohlenstoff aus der Biomasse für die Methanolherstellung verwenden kann.
Einordnung

Der zusätzliche Wasserstoff kann mehr biogenen Kohlenstoff in Methanol überführen. „E-Biomethanol“ ist eine anschauliche Bezeichnung; die rechtliche Bilanzierung trennt biogenen und stromstämmigen Anteil genauer.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. StudieJoule / ScienceDirect
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  2. PrimärquelleTom Brown
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  3. StudieInternational Renewable Energy Agency
    Veröffentlicht 27.01.2021Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:17:18–00:17:46

Reststoffe und Abfälle vermeiden im Unterschied zu Energiepflanzen den Tank-oder-Teller-Konflikt.

Teilweise richtig
Originalauszug
Aus diesen Nebenprodukten stellen wir die Kraftstoffe her. Für solche Abfälle und Reststoffe ist Methanol sehr gut geeignet.
Einordnung

Die Nutzung echter Rest- und Abfallstoffe senkt den direkten Flächen- und Nahrungsmittelkonflikt. Sie ist aber nicht folgenlos: Stroh, Holzreste und Gülle haben konkurrierende Nutzungen und ökologische Funktionen.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. PrimärquelleTom Brown
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  2. StatistikEuropean Commission, Joint Research Centre
    Veröffentlicht 07.05.2019Abgerufen 20.08.2026
  3. StudieInternational Renewable Energy Agency
    Veröffentlicht 27.01.2021Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:18:36–00:19:02

Europa verfüge über rund 1.400 TWh und Deutschland über 200 bis 300 TWh nachhaltige Reststoffe und Abfälle pro Jahr; das passe ungefähr zum Bedarf.

Teilweise richtig
Originalauszug
Wir haben in Europa um die 1400 Terawattstunden pro Jahr, in Deutschland irgendwo zwischen 200 und 300 Terawattstunden pro Jahr an Reststoffen und Abfällen. Und das deckt ungefähr die Nachfrage.
Einordnung

Die Größenordnung lässt sich aus den im FAQ aufbereiteten ENSPRESO-Werten nachvollziehen. Das sind technische Modellpotenziale; Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit, Logistik und der behauptete Bedarfsabgleich hängen von Annahmen ab.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. PrimärquelleTom Brown
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  2. StatistikEuropean Commission, Joint Research Centre
    Veröffentlicht 07.05.2019Abgerufen 20.08.2026
  3. StudieZenodo
    Veröffentlicht 15.07.2026Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:26:35–00:26:50

Das Methanol-Szenario kostet im Basisszenario 2,4 Prozent mehr, in Alternativszenarien bis etwa sechs Prozent.

Richtig
Originalauszug
Nicht viel, also 2,4 Prozent im Normalszenario und dann bis zu 6 Prozent in anderen Alternativszenarien.
Einordnung

Die Studie nennt 2,4 Prozent Mehrkosten gegenüber dem wasserstoffbasierten Referenzsystem und unter 6,4 Prozent in Sensitivitäten. Das ist ein Modellergebnis, keine Preisprognose.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. StudieJoule / ScienceDirect
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  2. PrimärquelleTom Brown
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  3. StudieZenodo
    Veröffentlicht 15.07.2026Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:50:34–00:50:52

Der minimale Methanol-Backstop soll Methanol möglichst klein halten und so weit wie möglich elektrifizieren.

Richtig
Originalauszug
Wir haben das absichtlich einen minimalen Methanol-Backstop genannt, weil man versucht, diese Methanolmengen so klein wie möglich zu halten und so weit wie möglich zu elektrifizieren.
Einordnung

Das ist die ausdrückliche Definition des Konzepts in Studie und Autoren-FAQ. Methanol ersetzt dort nicht die Elektrifizierung, sondern füllt verbleibende Lücken.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. StudieJoule / ScienceDirect
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  2. PrimärquelleTom Brown
    Veröffentlicht 14.05.2026Abgerufen 20.08.2026
  3. PrimärquelleTechnische Universität Berlin
    Veröffentlicht 23.07.2026Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:55:49–00:56:15

Beim vollständigen Wasserstoffkernnetz solle Deutschland eine Pause einlegen und zunächst einen kleineren nördlichen Teil testen.

Nicht überprüfbar
Originalauszug
Ich würde schon ein Kernnetz in der nördlichen Hälfte von Deutschland bauen ... Aber ich würde eine kleine Pause jetzt einlegen, um abzuwarten, wie das geht.
Einordnung

Das ist eine politische Empfehlung, keine Tatsachenbehauptung mit eindeutigem Wahrheitswert. Belegbar sind lediglich die zugrunde liegenden Unsicherheiten bei Nachfrage, Infrastruktur und Kosten.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. StudieFraunhofer CINES
    Veröffentlicht 01.07.2026Abgerufen 20.08.2026
  2. StudieFraunhofer IEG
    Veröffentlicht 30.06.2026Abgerufen 20.08.2026
  3. StudieDIW Berlin
    Veröffentlicht 11.10.2023Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 01:01:37–01:01:53

Wasserstoff für selten laufende Spitzenlastkraftwerke könne 460 Euro je MWh kosten, Methanol dagegen 150 bis 170 Euro je MWh bei geringen Lager- und Transportkosten.

Teilweise richtig
Originalauszug
So 460 Euro pro Megawattstunde und Methanol wäre im Vergleich dann 150, 170, mit sehr geringen Lagerungs- und Transportkosten.
Einordnung

Fraunhofer bestätigt für netzgebundenen Wasserstoff 265 bis 460 Euro je MWh und nennt erneuerbares Methanol als Alternative. Die konkrete Methanolspanne 150 bis 170 Euro je MWh ist in der öffentlich geprüften Fraunhofer-Kurzfassung nicht ausgewiesen und bleibt annahmenabhängig.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. StudieFraunhofer CINES
    Veröffentlicht 01.07.2026Abgerufen 20.08.2026
  2. StudieFraunhofer IEG
    Veröffentlicht 30.06.2026Abgerufen 20.08.2026
  3. StudieJoule / ScienceDirect
    Veröffentlicht 15.11.2023Abgerufen 20.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 01:03:40–01:04:05

Es gebe bereits 1,2-Prozent-Quoten für E-Fuels im Flugverkehr und in Deutschland bis 2030 für sämtliche Verkehrskraftstoffe.

Teilweise richtig
Originalauszug
Wir haben diese Quoten von 1,2 Prozent E-Fuels für Flugverkehr. Wir haben jetzt mit der Umsetzung von RED III hier in Deutschland ein Ziel von 1,2 Prozent bis 2030 für alle Kraftstoffe für Verkehr.
Einordnung

ReFuelEU Aviation verlangt für 2030–2031 im Periodendurchschnitt 1,2 Prozent synthetische Flugkraftstoffe, bei einem jährlichen Minimum von 0,7 Prozent. § 3b Absatz 1 Nummer 3 der 37. BImSchV setzt ab 2030 dagegen 1,5 Prozent RFNBO fest; zudem ist die gesetzliche Bezugsmenge enger definiert als „alle Verkehrskraftstoffe“.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. GesetzEUR-Lex
    Veröffentlicht 18.10.2023Abgerufen 20.08.2026
  2. GesetzEUR-Lex
    Veröffentlicht 18.10.2023Abgerufen 20.08.2026
  3. GesetzBundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
    Abgerufen 20.08.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung aus vollständigem Originalton und dokumentierten Quellen erstellt.

Journalistische Einordnung zum dokumentierten Quellenstand vom 20. August 2026; keine individuelle Energie-, Rechts- oder Anlageberatung.

Aussagen werden nach dem dokumentierten Quellenstand eingeordnet; neue Evidenz, Preise oder Rechtsänderungen können Bewertungen verändern.

Gesamtfazit

Der minimale Methanol-Backstop ist ein wissenschaftlich begründetes Szenario, keine allgemeine Ablösung von Wasserstoff. Besonders belastbar sind maximale Elektrifizierung, die gute Lagerbarkeit von Methanol und die transparenten Modellkosten; pauschale Ausschlüsse und einzelne Preisangaben brauchen Kontext.