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Politik & Regierung

Faktencheck: Ralf Schuler über Parteistiftungen, Corona, Rente und CDU/AfD

Die 700-Millionen-Zahl hat einen realen Kern. Bei 120 Wissenschaftlern, der Drosten-Studie und einer Stimmenmehrheit von Union und AfD fehlen entscheidende Details.

KI-generierte redaktionelle Illustration mit Ralf Schuler, Bundestag und Angela Merkel im Hintergrund sowie der Frage „700 Mio. €?“; im Bild steht sichtbar „KI-GENERIERT“.
KI-generierte redaktionelle Illustration – kein authentisches Foto eines konkreten Ereignisses. Die Kennzeichnung „KI-GENERIERT“ ist im Motiv sichtbar.

Kurzfazit

Im mehr als dreistündigen Podcast sprechen Ralf Schuler und Gastgeber Ben über Medien, Macht und Politik. Der Faktencheck konzentriert sich auf zehn öffentlich prüfbare Aussagen. Die Bundesförderung parteinaher Stiftungen lag 2023 tatsächlich bei rund 697 Millionen Euro. Der umstrittene WELT-Gastbeitrag stammte jedoch von fünf, nicht von 120 Autoren. Die frühe Charité-Auswertung zu Kindern hatte eine reale Datengrundlage und wurde später deutlich erweitert. Bei der Rente mit 70, der Pflegeversicherung, der CO2-Bepreisung, der Kanzlerwahl und der Grundgesetzänderung ist die Lage differenzierter als im Gespräch dargestellt.

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Bewertet werden konkrete Aussagen nach aktueller Quellenlage. Automatische Transkripte können Fehler enthalten; wörtliche Zitate, Zahlen und zentrale Claims werden vor Veröffentlichung am Originalvideo geprüft.

Im Podcast {ungeskriptet} schildert der Journalist Ralf Schuler Erfahrungen aus dem politischen Berlin und verbindet sie mit weitreichenden Urteilen über Medien, Parteien und Staat. Viele Passagen sind persönliche Erinnerungen oder politische Bewertungen. Prüfen lassen sich vor allem konkrete Zahlen, Dokumente und institutionelle Abläufe. Wir haben zehn solcher Aussagen ausgewählt.

Kurzfazit: Die Größenordnung von rund 700 Millionen Euro Bundesförderung für parteinahe politische Stiftungen ist für 2023 belegt. Mehrere andere Zuspitzungen halten der Quellenprüfung nur teilweise stand: Der WELT-Gastbeitrag vom Juni 2022 hatte fünf Autoren, die frühe Charité-Studie verfügte über Tausende Messwerte, und Union plus AfD erzielten 2025 zusammen keine Mehrheit der Zweitstimmen. Richtig ist dagegen, dass die Pflegeversicherung 1994 beschlossen und 1995 als umlagefinanzierte Pflichtversicherung eingeführt wurde. Auch der Klimaneutralitätsbezug steht seit 2025 im Grundgesetz – allerdings als Zweckbestimmung eines kreditfinanzierten Sondervermögens, nicht als pauschaler Verfassungsbefehl für sämtliche Politik.

Was dieser Faktencheck prüft – und was nicht

Schulers Erinnerungen an interne Vorgänge bei Axel Springer, Gespräche im Regierungsflugzeug oder Motive einzelner Politiker sind ohne unabhängige Unterlagen meist nicht belastbar zu verifizieren. Solche Schilderungen behandeln wir als persönliche Zeitzeugenaussagen. Politische Wertungen wie die Kritik an der sogenannten Brandmauer oder an der CO2-Bepreisung sind legitim, aber nicht als richtig oder falsch zu benoten. Bewertet wird nur die Tatsachengrundlage, auf der diese Urteile aufbauen.

1. Der umstrittene WELT-Gastbeitrag hatte fünf, nicht 120 Autoren

Schuler sagt, Mathias Döpfner habe interveniert, nachdem „120 Biologen und andere Wissenschaftler“ einen Gastbeitrag über zwei biologische Geschlechter geschrieben hätten. Der Originalbeitrag vom 1. Juni 2022 nennt jedoch fünf Autoren: Rieke Hümpel, Uwe Steinhoff, Antje Galuschka, Alexander Korte und Marie Vollbrecht. Auch Kortes spätere Replik spricht ausdrücklich von einem „Aufruf von fünf Wissenschaftlern“ und dokumentiert Döpfners öffentliche Distanzierung.

Die Zahl 120 könnte mit späteren Unterstützerlisten oder einem anderen offenen Brief vermischt worden sein. Für den im Gespräch eindeutig bezeichneten WELT-Gastbeitrag ist sie falsch. Nicht unabhängig belegen lässt sich aus den öffentlichen Dokumenten, dass diese Kontroverse allein die spätere Beendigung von Schulers Arbeitsverhältnis verursacht habe.

2. Rund 700 Millionen Euro für politische Stiftungen: Größenordnung richtig, Verteilung zu pauschal

Gastgeber Ben nennt zwischen 100 und 200 Millionen Euro je parteinaher Stiftung und insgesamt etwa 700 Millionen Euro pro Jahr. Der Bundestag bezifferte die Bundesförderung aller politischen Stiftungen für 2023 tatsächlich auf rund 697 Millionen Euro. Diese Summe umfasst verschiedene Haushaltstitel und Aufgaben – darunter politische Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Auslandsarbeit und Begabtenförderung.

Die Aussage über jede einzelne Stiftung ist dagegen zu grob. Allein bei den Globalzuschüssen für politische Bildungsarbeit lagen 2022 laut Bundestagsantwort die Beträge zwischen 13,39 Millionen Euro für die Hanns-Seidel-Stiftung und 45,6 Millionen Euro für die Konrad-Adenauer-Stiftung; insgesamt waren es 148 Millionen Euro. Weitere Ressorts fördern zusätzliche Programme. Deshalb stimmt die Gesamtdimension, nicht aber die pauschale Vorstellung, jede Stiftung erhalte aus einem einheitlichen Topf 100 bis 200 Millionen Euro.

3. Die frühe Corona-Auswertung hatte Daten – und wurde später erweitert

Schuler sagt, die von BILD kritisierte „Drostenstudie zu Kindern“ habe „einfach keine Datengrundlage“ gehabt und sei hinterher korrigiert worden. Das ist irreführend. Schon die frühe Analyse wertete PCR-Messungen von 3.712 positiv getesteten Personen aus. Über Methodik und statistische Schlussfolgerungen wurde fachlich gestritten; das ist etwas anderes als eine fehlende Datengrundlage.

Die Arbeit wurde überarbeitet und erheblich ausgebaut. Die spätere, begutachtete Veröffentlichung in Science analysierte mehr als 25.000 Fälle und kam zu dem Ergebnis, dass die gemessenen Altersunterschiede der Viruslast allein keine großen Unterschiede der Infektiosität erklären. Die Fachpublikation und die Charité-Zusammenfassung beschreiben zugleich Einschränkungen, etwa kleinere Abstrichtupfer und andere Testbedingungen bei jungen Kindern. „Keine Daten“ trifft die damalige Lage also nicht; „überarbeitet und mit deutlich mehr Daten publiziert“ wäre präziser.

4. CO2-Bepreisung ist kein deutscher Alleingang

Schuler warnt, Deutschland könne eine CO2-Bepreisung nicht einführen, wenn „der Rest der Welt“ nicht mitmache, weil sonst die eigene Industrie abgewürgt werde. Die Sorge vor Wettbewerbsnachteilen und Carbon Leakage ist ein reales wirtschaftspolitisches Problem. Die zugrunde liegende Vorstellung eines praktisch allein handelnden Deutschlands ist aber falsch.

Nach dem Weltbank-Bericht 2026 existieren 87 umgesetzte direkte CO2-Preisinstrumente; sie erfassen knapp 30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Die Systeme unterscheiden sich stark nach Höhe und Reichweite. Die EU versucht Wettbewerbsverzerrungen zusätzlich mit dem CO2-Grenzausgleich CBAM zu begrenzen. Ob die konkrete deutsche und europäische Ausgestaltung industriepolitisch angemessen ist, bleibt eine politische Bewertungsfrage. Die Behauptung, der Rest der Welt mache nicht mit, hält der Datenlage nicht stand.

5. Pflegeversicherung: Einführung und Umlageprinzip stimmen

Schuler beschreibt, die Pflegeversicherung sei 1994 trotz absehbarer demografischer Belastungen eingeführt worden; weil sofort Beiträge eingingen, hätten auch rasch Leistungen ausgezahlt werden können. Der historische Kern stimmt. Der Bundestag beschloss das Pflege-Versicherungsgesetz am 22. April 1994. Zum 1. Januar 1995 trat die Versicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung in Kraft; Leistungen für häusliche Pflege folgten ab April 1995, für stationäre Pflege ab Juli 1996.

Der Bundestag beschreibt ausdrücklich eine paritätische, umlagefinanzierte Pflichtversicherung. Das Bundesgesundheitsministerium verweist darauf, dass der demografische Wandel bereits ein Grund für ihre Einführung war. Zu pauschal ist lediglich die Formulierung, alle heutigen Beitragszahler seien damals noch ungeboren gewesen. Das System wird von mehreren Generationen getragen und wurde seit 1995 vielfach reformiert.

6. Rente mit 70: Langfristige Größenordnung plausibel, Startjahr falsch wiedergegeben

Schuler sagt, die Rentenkommission wolle „irgendwie 2050“ mit der Anhebung beginnen; die erste Generation, die vollständig bis 70 arbeiten müsse, sei um 2090 an der Reihe. Laut den im Juni 2026 veröffentlichten Empfehlungen des Bundesarbeitsministeriums soll die Regelaltersgrenze jedoch bereits nach 2031 an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Unter den mittleren Annahmen würde sie bis 2041 von 67 auf etwa 67,5 Jahre steigen und danach ungefähr alle zehn Jahre um ein halbes Jahr.

Setzt sich dieses Rechenmuster unverändert fort, läge eine Regelaltersgrenze von 70 Jahren tatsächlich erst in den 2090er-Jahren. Kinder, die 2026 etwa vier Jahre alt sind, könnten davon betroffen sein. Das ist aber eine Projektion unter Annahmen, kein bereits beschlossenes Rentenalter. Die Aussage ist daher nur teilweise richtig: Der langfristige Zielzeitraum ist nachvollziehbar, das behauptete Startjahr 2050 nicht.

7. Union plus AfD hatten 2025 eine Sitz-, aber keine Stimmenmehrheit

Gastgeber Ben sagt, CDU und AfD hätten „in der Bevölkerung“ bei der letzten Bundestagswahl eine Mehrheit gehabt. Das endgültige Ergebnis der Bundeswahlleiterin zeigt etwas anderes: CDU und CSU kamen zusammen auf rund 28,5 Prozent der Zweitstimmen, die AfD auf 20,8 Prozent. Zusammen sind das etwa 49,3 Prozent – keine Mehrheit der gültigen Zweitstimmen und erst recht keine Mehrheit der gesamten Bevölkerung.

Im Bundestag hätten die 208 Sitze von CDU/CSU und die 152 Sitze der AfD zusammen allerdings 360 von 630 Mandaten ergeben und damit eine rechnerische Sitzmehrheit. Ursache des Unterschieds sind unter anderem Stimmen für Parteien unterhalb der Fünfprozenthürde. Wer von einer Mehrheit „in der Bevölkerung“ spricht, verwechselt Stimmen- und Sitzverteilung.

8. Ob Linke-Abgeordnete Merz zum Kanzler wählten, ist nicht belegt

Im selben Gedankengang heißt es, Merz habe sich „mit Stimmen der Linken“ wählen lassen. Amtlich belegt ist: Der erste Wahlgang scheiterte mit 310 Ja-Stimmen. Im zweiten Wahlgang erhielt Merz 325 Stimmen und damit die nötige Mehrheit. Ebenfalls belegt ist, dass CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke gemeinsam die Geschäftsordnungsabweichung ermöglichten, damit der zweite Wahlgang noch am selben Tag stattfinden konnte.

Die eigentliche Kanzlerwahl erfolgte jedoch laut Bundestag geheim mit verdeckten Stimmkarten. Deshalb lässt sich aus dem Ergebnis nicht feststellen, aus welchen Fraktionen die zusätzlichen Ja-Stimmen kamen. Die Linke half beim Verfahren; die Behauptung, ihre Abgeordneten hätten Merz gewählt, bleibt unbelegt.

9. Klimaneutralität steht im Grundgesetz – aber in einem begrenzten Finanzierungszusammenhang

Die Aussage, die Grünen hätten bei der Verfassungsänderung Klimaneutralität verankert, hat einen realen Kern. Der alte Bundestag beschloss am 18. März 2025 mit Stimmen von CDU/CSU, SPD und Grünen die Änderung der Artikel 109, 115 und 143h. Die namentliche Abstimmung endete mit 512 Ja- und 206 Nein-Stimmen.

Der heutige Artikel 143h Grundgesetz erlaubt ein kreditfinanziertes Sondervermögen von bis zu 500 Milliarden Euro für zusätzliche Infrastrukturinvestitionen und Investitionen „zur Erreichung der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045“. Der Zusatz ging aus einem gemeinsamen Änderungsantrag von Union, SPD und Grünen hervor. Er ist damit tatsächlich Verfassungstext. Er macht Klimaneutralität 2045 aber nicht losgelöst von diesem Sondervermögen zu einer umfassenden, unmittelbar einklagbaren Staatszielbestimmung.

10. Sinkende Lesekompetenz: bei Schülerinnen und Schülern klar, bei Erwachsenen nicht pauschal

Schuler sagt, die Lesekompetenz nehme seit Jahren ab und Medien müssten deshalb stärker intuitiv konsumierbare Inhalte anbieten. Für Schülerinnen und Schüler stützen große Vergleichsstudien den ersten Teil. Die PISA-Ergebnisse 2022 zeigen für Deutschland einen deutlichen Rückgang beim Lesen gegenüber 2018 und den niedrigsten jemals in PISA gemessenen Wert. Auch der IQB-Bildungstrend 2021 dokumentiert bei Viertklässlern sinkende Lesekompetenzen gegenüber 2011 und 2016.

Für Erwachsene ist das Bild anders. In der OECD-Erhebung zu Erwachsenenkompetenzen 2023 blieb der deutsche Durchschnitt gegenüber 2011/12 ungefähr stabil; größer wurde allerdings die Spreizung zwischen starken und schwachen Gruppen. Die pauschale Aussage stimmt deshalb nur mit Alters- und Studienkontext. Dass aus den Messwerten zwingend ein Trend zu kürzeren oder bildhafteren Medienformaten folgt, ist eine redaktionelle Einschätzung, keine von diesen Studien geprüfte Kausalität.

Gesamturteil

Das Gespräch enthält reale Faktenkerne, vermischt sie aber mehrfach mit Erinnerungen, Schätzungen und politischen Schlussfolgerungen. Besonders belastbar sind die Größenordnung der Stiftungsförderung, die historische Einführung der Pflegeversicherung und der Wortlaut des Grundgesetzes. Korrigiert werden müssen die 120 Autoren des WELT-Beitrags, die angeblich fehlende Datengrundlage der Charité-Auswertung und die behauptete Stimmenmehrheit von Union und AfD. Bei Rente, CO2-Preis und Lesekompetenz entscheidet der Kontext: Langfristige Trends und Risiken existieren, rechtfertigen aber keine pauschalen Aussagen über Startjahre, weltweite Alleingänge oder die gesamte Bevölkerung.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:03:07.220–00:03:20.900

Der WELT-Gastbeitrag, der Mathias Döpfners Intervention auslöste, sei von 120 Biologen und anderen Wissenschaftlern verfasst worden.

Falsch
Originalauszug
Der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner [habe] interveniert, nachdem 120 Biologen und andere Wissenschaftler einen Gastbeitrag geschrieben hatten.
Einordnung

Der Originalartikel vom 1. Juni 2022 führt fünf Autoren auf. Auch Alexander Korte bezeichnete ihn später als Aufruf von fünf Wissenschaftlern und verwies auf Döpfners Distanzierung. Die Zahl 120 kann aus einer Unterstützerliste oder einer anderen Initiative stammen, trifft aber auf diesen Gastbeitrag nicht zu.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeWELT
    Veröffentlicht 01.06.2022Abgerufen 05.08.2026
  3. SonstigeWELT
    Veröffentlicht 22.06.2022Abgerufen 05.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:26:59.240–00:27:19.420

Parteinahe politische Stiftungen erhielten jeweils etwa 100 bis 200 Millionen Euro pro Jahr und zusammen ungefähr 700 Millionen Euro.

Teilweise richtig
Originalauszug
Diese ganzen Parteienstiftungen kriegen so zwischen 100 und 200 Millionen pro Jahr ... ich glaube, 700 sind es an alle Stiftungen insgesamt.
Einordnung

Der Bundestag bezifferte die Bundesförderung 2023 auf rund 697 Millionen Euro. Bei den Globalzuschüssen 2022 lagen die Einzelbeträge dagegen nur zwischen 13,39 und 45,6 Millionen Euro. Weitere Projektmittel aus mehreren Ressorts kommen hinzu und sind ungleich verteilt. Gesamtgröße richtig, Verteilungsdarstellung zu pauschal.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeDeutscher Bundestag
    Veröffentlicht 11.10.2023Abgerufen 05.08.2026
  3. SonstigeDeutscher Bundestag
    Veröffentlicht 10.11.2022Abgerufen 05.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 01:44:53.650–01:45:08.970

Die von BILD kritisierte frühe Charité-Studie zur Viruslast von Kindern habe keine Datengrundlage gehabt und sei später korrigiert worden.

Irreführend
Originalauszug
[Wir haben] die Drostenstudie zu Kindern in Zweifel gezogen, weil die einfach keine Datengrundlage hatte, und der hat’s dann hinterher auch korrigiert.
Einordnung

Schon die frühe Fassung analysierte 3.712 positiv getestete Personen. Die spätere Science-Arbeit umfasste mehr als 25.000 Fälle und diskutierte Einschränkungen der Altersvergleiche. Überarbeitungen und fachliche Kritik sind dokumentiert, eine fehlende Datengrundlage jedoch nicht. Auch wurde die Kernaussage nicht schlicht zurückgezogen.

Quellen zu dieser Aussage (4)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigemedRxiv
    Veröffentlicht 09.06.2020Abgerufen 05.08.2026
  3. SonstigeScience / PubMed Central
    Veröffentlicht 25.05.2021Abgerufen 05.08.2026
  4. SonstigeCharité – Universitätsmedizin Berlin
    Veröffentlicht 25.05.2021Abgerufen 05.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 02:10:01.920–02:10:10.260

Deutschland könne keine CO2-Bepreisung einführen, weil der Rest der Welt nicht mitmache und dadurch die deutsche Industrie abgewürgt werde.

Irreführend
Originalauszug
Wir können nicht diese CO2-Bepreisung einführen, weil wir damit unsere eigene Industrie abwürgen, wenn der Rest der Welt sie nicht mitmacht.
Einordnung

Die Weltbank zählt 2026 insgesamt 87 umgesetzte direkte CO2-Preisinstrumente. Ihre Reichweite und Höhe sind sehr ungleich, weshalb Carbon-Leakage-Risiken nicht verschwinden. Die EU adressiert sie unter anderem mit CBAM. Die pauschale Voraussetzung, der Rest der Welt mache nicht mit, ist falsch; die behauptete Wirkung auf die Industrie bleibt eine komplexe politische und ökonomische Bewertung.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeWorld Bank
    Veröffentlicht 19.05.2026Abgerufen 05.08.2026
  3. SonstigeEuropean Commission
    Abgerufen 05.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 02:13:58.170–02:14:48.060

Die Pflegeversicherung sei 1994 als Umlagesystem eingeführt worden, sodass aus sofort eingehenden Beiträgen rasch Leistungen finanziert werden konnten.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Als man Mitte der 90er-Jahre die Pflegeversicherung eingeführt hat ... alle, die sofort einzahlen, führen dazu, dass sofort ausgezahlt wird.
Einordnung

Der Bundestag beschloss das Gesetz im April 1994, zum 1. Januar 1995 begann die Pflichtversicherung. Häusliche und stationäre Leistungen starteten gestaffelt. Die laufenden Beiträge finanzieren laufende Leistungen. Demografische Belastungen waren bereits Teil der damaligen Debatte, doch das System wird nicht ausschließlich von nach 1994 Geborenen getragen.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeDeutscher Bundestag
    Veröffentlicht 20.04.2014Abgerufen 05.08.2026
  3. SonstigeBundesministerium für Gesundheit
    Abgerufen 05.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 02:18:48.840–02:19:03.370

Die Rentenkommission beginne erst um 2050 mit der Anhebung; eine Regelaltersgrenze von 70 Jahren treffe die erste Generation um 2090 beziehungsweise heute etwa Vierjährige.

Teilweise richtig
Originalauszug
Die Rentenkommission hat gesagt, ja, fangen wir irgendwie 2050 mit an, und die erste Generation, die voll bis 70 arbeiten muss, ist dann 2090 dran. Also die heute Vierjährigen.
Einordnung

Die Kommission empfiehlt eine Kopplung nach 2031 und etwa 67,5 Jahre bis 2041. Bei ungefähr einem halben Jahr zusätzlicher Regelaltersgrenze je Jahrzehnt ergibt sich 70 erst in den 2090er-Jahren. Das ist eine Projektion und noch kein beschlossenes Rentenalter. Die Zuordnung zu heute etwa Vierjährigen ist grob plausibel, das Startjahr 2050 falsch.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeBundesministerium für Arbeit und Soziales
    Abgerufen 17.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 02:25:21.600–02:25:28.269

CDU/CSU und AfD hätten bei der Bundestagswahl 2025 zusammen eine Mehrheit in der Bevölkerung gehabt.

Falsch
Originalauszug
Wir als CDU und AfD hätten in der Bevölkerung [bei der] letzten Bundestagswahl eine Mehrheit gehabt.
Einordnung

CDU/CSU erzielten rund 28,5 Prozent und die AfD 20,8 Prozent der Zweitstimmen. Zusammen ist das keine Stimmenmehrheit. Mit 208 beziehungsweise 152 Sitzen hätten beide Fraktionen zusammen 360 von 630 Mandaten und damit eine rechnerische Sitzmehrheit gehabt. Die Aussage verwechselt Bevölkerung, Stimmen und Sitze.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeDie Bundeswahlleiterin
    Veröffentlicht 14.03.2025Abgerufen 04.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 02:25:43.399–02:25:46.150

Friedrich Merz sei im zweiten Wahlgang mit Stimmen von Abgeordneten der Linken zum Bundeskanzler gewählt worden.

Unbelegt
Originalauszug
[Sie] lassen [sich] dann mit Stimmen der Linken wählen.
Einordnung

Merz erhielt im zweiten Wahlgang 325 Ja-Stimmen. Die Abstimmung war geheim. Ein gemeinsamer Geschäftsordnungsantrag von Union, SPD, Grünen und Linken machte den zweiten Wahlgang am selben Tag möglich. Daraus folgt nicht, dass Linke-Abgeordnete für Merz stimmten. Die Behauptung überschreitet die öffentlich belegbare Tatsachenlage.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeDeutscher Bundestag
    Veröffentlicht 06.05.2025Abgerufen 05.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 02:25:46.160–02:25:53.750

Bei der Grundgesetzänderung 2025 sei auf Betreiben der Grünen Klimaneutralität in die Verfassung aufgenommen worden.

Überwiegend richtig
Originalauszug
[Sie] ändern noch schnell die Verfassung, lassen [sich] dann von den Grünen die Klimaneutralität ... in die Verfassung reinballern.
Einordnung

Der alte Bundestag beschloss die Änderung mit 512 Ja-Stimmen. Artikel 143h erlaubt Kredite für zusätzliche Infrastrukturinvestitionen und Investitionen zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045. Der Wortlaut ist tatsächlich Verfassungstext. Er ist jedoch keine eigenständige umfassende Staatszielbestimmung, sondern Teil der Zweckbindung des Sondervermögens.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeDeutscher Bundestag
    Veröffentlicht 18.03.2025Abgerufen 05.08.2026
  3. SonstigeDeutscher Bundestag
    Veröffentlicht 22.03.2025Abgerufen 05.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 03:01:59.600–03:02:08.229

Die Lesekompetenz in Deutschland nehme seit Jahren ab und Medieninhalte würden deshalb stärker intuitiv konsumierbar.

Teilweise richtig
Originalauszug
Leider nimmt die Lesekompetenz seit Jahren ab. Also der Trend geht eher zu intuitiv konsumierbaren Medieninhalten.
Einordnung

PISA 2022 und der IQB-Bildungstrend zeigen deutliche Rückgänge der Lesekompetenz bei Jugendlichen beziehungsweise Grundschulkindern. Die OECD-Erhebung 2023 zu Erwachsenen fand für Deutschland im Durchschnitt dagegen ein ähnliches Niveau wie 2011/12, allerdings eine größere Spreizung. Ohne Altersgruppe ist die Aussage zu pauschal; der behauptete Medienkausalzusammenhang wird durch diese Studien nicht geprüft.

Quellen zu dieser Aussage (4)
  1. Sonstige{ungeskriptet} by Ben / YouTube
    Veröffentlicht 01.08.2026Abgerufen 05.08.2026
  2. SonstigeOECD
    Veröffentlicht 05.12.2023Abgerufen 05.08.2026
  3. SonstigeOECD
    Veröffentlicht 10.12.2024Abgerufen 05.08.2026
  4. SonstigeKultusministerkonferenz
    Veröffentlicht 17.10.2022Abgerufen 05.08.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung vorbereitet. Die finale Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung erfolgt redaktionell.

Trotz sorgfältiger Bearbeitung können Fehler oder Auslassungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Maßgeblich bleiben das Originalvideo und die verlinkten Quellen.

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und sorgfältiger Quellenprüfung, jedoch ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.

Gesamtfazit

Die Größenordnung von rund 700 Millionen Euro für politische Stiftungen und die umlagefinanzierte Einführung der Pflegeversicherung sind belegt. Falsch ist dagegen, dass der WELT-Gastbeitrag von 120 Wissenschaftlern stammte; es waren fünf Autoren. Die frühe Corona-Auswertung hatte eine reale Datengrundlage und wurde später erweitert. Union und AfD erreichten 2025 zwar gemeinsam eine rechnerische Sitzmehrheit, aber keine Mehrheit der Zweitstimmen. Ob Linke-Abgeordnete Friedrich Merz wählten, lässt sich wegen der geheimen Abstimmung nicht feststellen. Klimaneutralität 2045 steht im Grundgesetz, allerdings als Zweckbezug des Sondervermögens. Bei Rente, CO2-Preis und Lesekompetenz braucht es klare Zeit-, System- und Altersgrenzen.