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Politik & Regierung

AfD vor der Macht? Caren Miosga im Faktencheck

14 Aussagen über Umfragen, Brandmauer, AfD-Programme und demokratische Institutionen im Quellencheck.

Helles symbolisches Fernsehstudio mit vier leeren Gesprächssesseln hinter einer gläsernen, leicht gerissenen Brandmauer.
KI-GENERIERT – Symbolbild zu politischer Brandmauer, Talkshow und demokratischer Abgrenzung.

Kurzfazit

Die Miosga-Runde beschreibt den AfD-Aufstieg überwiegend zutreffend. Bei Parteiprogramm, CDU-Beschluss, Merz-Zitat und Demokratieumfragen fehlen jedoch wichtige Details.

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Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt diskutiert Caren Miosga mit Armin Laschet, Christian Friedel, Valerie Schönian und Politikwissenschaftler Christian Stecker über eine AfD jenseits von 40 Prozent. Im Zentrum stehen die Folgen eines möglichen AfD-Wahlsiegs, der Sinn der sogenannten Brandmauer und Minderheitsregierungen mit wechselnden Mehrheiten. Wir haben 14 überprüfbare Aussagen aus der Sendung mit amtlichen Daten, Parteiprogrammen, Parlamentsdokumenten und wissenschaftlichen Studien abgeglichen.

Was die Sendung richtig einordnet

Mehrere Kernaussagen halten der Prüfung stand: Die AfD Sachsen-Anhalt ist amtlich als gesichert rechtsextremistisch eingestuft, ihr Umfragewert hat sich gegenüber 2021 annähernd verdoppelt, und Einwanderungssorgen sind ein besonders starker statistischer Prädiktor ihrer Unterstützung. Andere Zuspitzungen vermischen dagegen Programmforderung, politische Prognose und Rechtslage. Gerade vor einer Wahl lohnt deshalb die Trennung zwischen gesichertem Befund und möglichem Szenario.

1. AfD über 40 Prozent und absolute Mehrheit

Urteil: überwiegend richtig. Die Sendung nennt 41 Prozent für die AfD und 24 Prozent für die CDU. Diese Werte entsprechen dem Infratest-dimap-Ländertrend. Der Wahltermin am 6. September liegt tatsächlich zwei Wochen nach der Ausstrahlung. Eine absolute Sitzmehrheit ist bei dieser Größenordnung möglich, folgt aber nicht automatisch aus 41 Prozent: Entscheidend sind Fünfprozenthürde, Reststimmen und Sitzverteilung. Eine Umfrage ist zudem keine Prognose.

2. Sachsen-Anhalts Vorsitz in der Ministerpräsidentenkonferenz

Urteil: richtig mit Präzisierung. Die offizielle Rotationsfolge der Ministerpräsidentenkonferenz sieht Sachsen-Anhalt ab Oktober 2026 als Vorsitzland vor. Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder stellte laut AFP infrage, ob dieser Vorsitz bei einer AfD-geführten Regierung automatisch übergehen müsse. Beschlossen war ein Entzug damit nicht. Laschets Warnung beschreibt folglich eine reale politische Kontroverse, keinen bereits feststehenden institutionellen Schritt.

3. Rundfunk, politische Bildung und Kirchenverträge

Urteil: teilweise falsch. Laschet bündelt drei Vorwürfe, die das AfD-Landesprogramm nicht vollständig tragen. Es verlangt die Kündigung von Rundfunkstaatsverträgen und das Ende des Beitrags, sieht jedoch einen öffentlich finanzierten „Grundfunk“ vor. Abschaffen will es die Landeszentrale, nicht die Bundeszentrale für politische Bildung. Eine ausdrückliche Kündigung der Staatskirchenverträge fehlt; genannt werden Kirchensteuereinzug und Staatsleistungen. Auch die rechtliche Rundfunkeinordnung von BR24 zeigt diese Differenz.

4. Gesichert rechtsextremistischer Landesverband

Urteil: richtig. Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stufte den AfD-Landesverband im November 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Das Innenministerium begründet dies unter anderem mit einem ethnisch-abstammungsmäßigen Volksverständnis, fremden- und muslimfeindlichen Positionen sowie Angriffen auf das Demokratieprinzip. Der aktuelle Verfassungsschutzbericht dokumentiert die weitere Beobachtung. Die Formulierung der Moderatorin entspricht damit dem amtlichen Status.

5. „Kulturfremde Fachkräfte“

Urteil: richtig. Schönian verweist auf eine besonders zugespitzte Formulierung. Im offiziellen Regierungsprogramm steht tatsächlich die Überschrift „Folgeprobleme vermeiden, auf kulturfremde Fachkräfte verzichten!“. Anschließend setzt die Partei stärker auf Automatisierung und künstliche Intelligenz. Der Wortlaut ist somit keine journalistische Paraphrase, sondern im Originalprogramm nachlesbar. Welche Menschen als „kulturfremd“ gelten sollen, definiert das Programm dort nicht trennscharf.

6. Verdopplung gegenüber der Landtagswahl 2021

Urteil: richtig. Das amtliche Endergebnis von 2021 weist für die AfD 20,82 Prozent aus. Die in der Sendung genannten 41 Prozent entsprechen dem 1,97-Fachen und damit nahezu einer Verdopplung. Methodisch wird allerdings ein tatsächliches Wahlergebnis mit einer aktuellen Befragung verglichen. Ob sich die Verdopplung am Wahltag bestätigt, kann der Ländertrend nicht vorhersagen.

7. AfD, Euro und Europäische Union

Urteil: überwiegend richtig, aber verkürzt. Das AfD-Bundesprogramm fordert ausdrücklich den Austritt aus dem Euro-System und eine nationale Währung. Für die EU formuliert es einen Übergang zu einem „Bund europäischer Nationen“, nicht schlicht einen voraussetzungslosen Dexit. Eine IW-Modellrechnung beziffert mögliche Dexit-Folgen auf 690 Milliarden Euro entgangene Wertschöpfung und 2,5 Millionen Arbeitsplätze nach fünf Jahren. Das sind Szenariowerte, keine sichere Vorhersage.

8. Einwanderungssorgen als stärkster AfD-Faktor

Urteil: durch die zitierte Studie gedeckt. Die PLOS-One-Studie wertet 110.194 Beobachtungen von 31.985 Personen aus den SOEP-Jahren 2014 bis 2024 aus. Einwanderungssorgen erklären laut Autoren etwa 75 Prozent der statistisch erklärbaren Variation der AfD-Unterstützung und 90 Prozent beim berichteten Wahlverhalten; Benachteiligungsvariablen ergänzen vergleichsweise wenig. Der NDR-Faktencheck bestätigt die Wiedergabe. Die Studie beweist jedoch keinen einzigen Beweggrund für jeden Wähler.

9. Merz sagte „Links ist vorbei“ am Wahlabend

Urteil: Zitat richtig, Zeitpunkt falsch. Friedrich Merz sagte „Links ist vorbei“ tatsächlich, jedoch am 22. Februar 2025 beim Wahlkampfabschluss in München – einen Tag vor der Bundestagswahl, nicht am Wahlabend. Das lässt sich im Originalvideo der Rede nachvollziehen. Auch der NDR korrigiert diesen Zeitbezug. Die politische Interpretation bleibt davon getrennt.

10. Steht „Brandmauer“ im CDU-Beschluss?

Urteil: Laschet hat recht. Der CDU-Parteitagsbeschluss vom 8. Dezember 2018 schließt Koalitionen und ähnliche Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der AfD aus. Das Wort „Brandmauer“ kommt im Dokument nicht vor. Auch „Unvereinbarkeitsbeschluss“ ist eher die geläufige politische Bezeichnung als der formale Titel. Miosgas inhaltlicher Verweis auf die Abgrenzung stimmt, ihre Aussage zum Wortlaut ist laut NDR-Prüfung unpräzise.

11. Ausschussvorsitze und Bundestagsvizepräsident

Urteil: im Ergebnis richtig. In Nordrhein-Westfalen wurde der Vorsitz des Wissenschaftsausschusses nach der vereinbarten Verteilung der AfD zugesprochen, wie die amtliche Ausschussniederschrift festhält. Im Bundestag besitzt die AfD Vorschlagsrechte, ihre Kandidaten erreichten aber die erforderlichen Mehrheiten nicht; zuletzt scheiterte Malte Kaufmann als Vizepräsident. „Ausgeschlossen“ ist eine politische Deutung: Die Posten werden gewählt, und ein automatischer Anspruch auf einen bestimmten Amtsinhaber besteht nicht.

12. Mehr als 90 Prozent für Demokratie?

Urteil: Kerngedanke plausibel, Zahl nicht allgemein belastbar. Der Deutschland-Monitor 2024 zeigt unter AfD-Sympathisanten nur vier Prozent klar „Antidemokratische“, aber sehr viele system- oder politikkritische Befragte. Eine KomRex-Auswertung findet je nach ostdeutscher Stichprobe deutlich mehr als zehn Prozent, die Demokratie als Staatsidee ablehnen. Die behaupteten „weit über 90 Prozent“ hängen daher stark von Frageformulierung, Jahr und Stichprobe ab. Abstrakte Zustimmung und Unzufriedenheit können trotzdem gleichzeitig bestehen.

13. Siegmund und Gauland waren in der CDU

Urteil: richtig. Das Volkshandbuch des Landtags Sachsen-Anhalt nennt für Ulrich Siegmund eine CDU-Mitgliedschaft von 2008 bis 2014. Die Bundestagsbiografie Alexander Gaulands dokumentiert seine jahrzehntelange CDU-Mitgliedschaft und die spätere Mitgründung der AfD. Steckers biografische Aussage ist damit korrekt. Aus früheren Parteibüchern folgt allerdings nichts darüber, wie heutige programmatische Positionen zu bewerten sind.

14. Migrationshaltungen ändern sich kaum

Urteil: im Kern richtig, zu absolut formuliert. Eine Untersuchung von neun Paneldatensätzen im Journal of Politics beschreibt migrationspolitische Einstellungen als bemerkenswert stabil und gegenüber größeren politischen oder wirtschaftlichen Schocks robust. Auch der Sachverständigenrat für Integration und Migration dokumentiert längerfristige Muster. Daraus folgt nicht, dass 2015 „kaum etwas“ bei allen Menschen änderte: Kurzfristige Stimmungen, Themengewicht und einzelne Gruppen können sich durchaus verschieben.

Was die Faktenprüfung nicht entscheidet

Ob die Brandmauer politisch nützt, den AfD-Aufstieg verstärkt oder demokratische Institutionen schützt, lässt sich nicht mit einem einzelnen Datensatz entscheiden. Eine Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten ist verfassungsrechtlich möglich, aber ihre Stabilität hängt von Personen, Verfahren und konkreten Abstimmungen ab. Ebenso ist zwischen einer Mehrheit, die ohne Absprache durch AfD-Stimmen zustande kommt, einer verhandelten Kooperation und einer Koalition zu unterscheiden. Die Runde verwendet diese Ebenen nicht immer konsequent getrennt.

Auch Umfragen brauchen Disziplin. 41 Prozent beschreiben die Präferenz der Befragten zu einem bestimmten Zeitpunkt unter statistischer Unsicherheit. Die Zahl sagt weder die Wahlbeteiligung noch taktisches Wählen oder die endgültige Sitzverteilung voraus. Umgekehrt ist sie politisch relevant, weil Parteien und Öffentlichkeit auf mögliche Mehrheiten reagieren. Unser Urteil „überwiegend richtig“ würdigt deshalb den gemessenen Wert, nicht die Sicherheit des daraus entwickelten Regierungsszenarios.

Schließlich richtet sich eine amtliche Einstufung gegen Bestrebungen einer Partei, nicht pauschal gegen jeden ihrer Wähler. Dass der Landesverband gesichert rechtsextremistisch eingestuft ist, bleibt eine überprüfbare Tatsache. Warum einzelne Menschen ihn wählen, ist eine andere Frage. Studien können typische Zusammenhänge sichtbar machen, aber keine individuelle Motivation beweisen. Diese Trennung ist wichtig, damit politische Analyse weder verharmlost noch ganze Wählergruppen ohne Beleg etikettiert.

Gesamturteil

Die Sendung vermittelt die politische Größenordnung der Sachsen-Anhalt-Wahl überwiegend belastbar. Besonders solide sind Umfragewert, Wahlergebnis, Verfassungsschutzstatus und die Wiedergabe der neuen Migrationsstudie. Korrekturbedarf besteht dort, wo zugespitzt wird: Laschets Programmliste vermischt Bundes- und Landesebene, der CDU-Beschluss enthält das Wort „Brandmauer“ nicht, und das Merz-Zitat fiel nicht am Wahlabend. Minderheitsregierung und Umgang mit AfD-Stimmen bleiben politische Abwägungen, keine durch einen Faktencheck abschließend lösbaren Tatsachenfragen.

Geprüfte Aussagen

Bewertungen werden immer mit Text angezeigt und quellenbasiert begründet.

Geprüfte AussageZeitstempel: 00:01:07–00:01:34

Umfragewert und mögliches Sitzmehrheitsszenario vor der Landtagswahl Sachsen-Anhalt.

Überwiegend richtig
Originalauszug
In der jüngsten Umfrage von Infratest dimap von Ende Juli steht die AfD bei 41 Prozent, die regierende CDU bei 24 Prozent, und je nachdem, wie viele Parteien es in den Landtag schaffen, könnte es für die AfD zur absoluten Mehrheit reichen.
Einordnung

Der Ländertrend von Infratest dimap weist 41 Prozent für die AfD und 24 Prozent für die CDU aus. Eine absolute Sitzmehrheit ist bei diesem Stimmenanteil möglich, aber nicht automatisch: Sie hängt davon ab, wie viele Stimmen auf Parteien unter fünf Prozent entfallen und wie Mandate verteilt werden. Umfragen bilden aktuelle Präferenzen ab und sind ausdrücklich keine Wahlprognosen.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. Studieinfratest dimap
    Abgerufen 20.08.2026
  2. SonstigeLandtag von Sachsen-Anhalt
    Abgerufen 21.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:02:23–00:02:49

Rotationsfolge und politische Debatte über den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz.

Richtig
Originalauszug
Ab Oktober hat Sachsen-Anhalt turnusmäßig den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz, und der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, hat laut überlegt, ob man diesen Vorsitz Sachsen-Anhalt wieder entziehen sollte.
Einordnung

Die offizielle Rotationsfolge sieht Sachsen-Anhalt ab Oktober 2026 als Vorsitzland der Ministerpräsidentenkonferenz vor. Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder erklärte, ein automatischer Übergang sei nirgends festgeschrieben, falls die AfD regiere. Er hatte damit eine Prüfung beziehungsweise politische Debatte angestoßen; ein förmlicher Beschluss, Sachsen-Anhalt den Vorsitz tatsächlich zu entziehen, lag zum Sendungszeitpunkt noch nicht vor und wurde auch nicht gemeinsam vereinbart.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. BehördeStaatskanzlei Rheinland-Pfalz
    Abgerufen 24.08.2026
  2. MediumAgence France-Presse
    Veröffentlicht 19.08.2026Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:03:08–00:03:36

Laschets gebündelte Darstellung dreier Forderungen aus der AfD-Programmatik.

Teilweise richtig
Originalauszug
Die Staatskirchenverträge aufzukündigen ... den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen, die Bundeszentrale für politische Bildung abschaffen.
Einordnung

Das Landesprogramm verlangt die Kündigung von Rundfunkstaatsverträgen und das Ende des Beitrags, sieht aber einen öffentlich finanzierten Grundfunk vor. Genannt wird die Abschaffung beziehungsweise Neuordnung der Landeszentrale, nicht der Bundeszentrale für politische Bildung. Eine ausdrückliche Kündigung der Staatskirchenverträge steht dort nicht; gefordert werden das Ende des staatlichen Kirchensteuereinzugs und die Ablösung von Staatsleistungen an die Kirchen.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. PrimärquelleAfD Sachsen-Anhalt
    Abgerufen 23.08.2026
  2. MediumBayerischer Rundfunk
    Veröffentlicht 30.11.-0001Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:06:35–00:06:48

Amtlicher Beobachtungsstatus des AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt.

Richtig
Originalauszug
Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt ist vom dortigen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.
Einordnung

Der Landesverfassungsschutz stufte den AfD-Landesverband am 7. November 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Das Innenministerium nennt ein ethnisch-abstammungsmäßiges Volksverständnis, fremden- und muslimfeindliche Positionen sowie Angriffe auf das Demokratieprinzip als maßgebliche Gründe. Der aktuelle Verfassungsschutzbericht dokumentiert die weitere Beobachtung. Die Formulierung der Moderatorin entspricht daher genau dem derzeit amtlich veröffentlichten Status des Landesverbands in Sachsen-Anhalt.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. BehördeInnenministerium Sachsen-Anhalt
    Abgerufen 24.08.2026
  2. BehördeMinisterium für Inneres Sachsen-Anhalt
    Abgerufen 23.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:07:04–00:07:17

Wortlaut einer migrationspolitischen Überschrift im AfD-Landesprogramm.

Richtig
Originalauszug
Da drin steht, sie wollen keine kulturfremden Ausländer und keine kulturfremden Fachkräfte.
Einordnung

Im offiziellen AfD-Regierungsprogramm steht wörtlich die Überschrift: „Folgeprobleme vermeiden, auf kulturfremde Fachkräfte verzichten!“ Der anschließende Abschnitt setzt stattdessen stärker auf Automatisierung und künstliche Intelligenz. Schönian gibt den entscheidenden Wortlaut damit korrekt wieder. Das Programm legt an dieser Stelle allerdings bis heute nicht klar und überprüfbar fest, nach welchen Kriterien eine ausländische Fachkraft als „kulturfremd“ gelten soll.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. PrimärquelleAfD Sachsen-Anhalt
    Abgerufen 23.08.2026
  2. PrimärquelleNDR / ARD-Mediathek
    Veröffentlicht 23.08.2026Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:14:48–00:15:04

Vergleich des amtlichen Wahlergebnisses 2021 mit dem Umfragewert 2026.

Richtig
Originalauszug
Es sind nämlich doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren bei der letzten Landtagswahl.
Einordnung

Bei der Landtagswahl 2021 erhielt die AfD amtlich 20,82 Prozent. Der in der Sendung verwendete Infratest-dimap-Wert von 41 Prozent ist das 1,97-Fache und damit nahezu eine Verdopplung. Die Größenordnung stimmt. Methodisch vergleicht Miosga jedoch ein tatsächliches Wahlergebnis mit einer aktuellen Befragung. Ob sich dieser Abstand am kommenden Wahltag bestätigt, ist daraus nicht abzuleiten.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. Studieinfratest dimap
    Abgerufen 20.08.2026
  2. StatistikLandeswahlleiterin Sachsen-Anhalt
    Veröffentlicht 21.06.2021Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:18:38–00:18:59

AfD-Positionen zu Euro und EU sowie modellierte wirtschaftliche Dexit-Folgen.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Heute hat Frau Weidel im Sommerinterview gesagt, sie will aus dem Euro raus und aus der Europäischen Union raus. Was das für den Unternehmer bedeuten würde ... Das sind Milliardenschäden.
Einordnung

Das AfD-Bundesprogramm fordert ausdrücklich den Austritt aus dem Euro-System und eine nationale Währung. Für die EU formuliert es einen Übergang zu einem „Bund europäischer Nationen“, nicht bloß einen bedingungslosen Dexit. Eine IW-Modellrechnung beziffert mögliche Dexit-Verluste nach fünf Jahren auf 690 Milliarden Euro Wertschöpfung und 2,5 Millionen Arbeitsplätze. Das sind modellierte Szenariowerte, keine sichere Schadensprognose.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. PrimärquelleAlternative für Deutschland
    Abgerufen 22.08.2026
  2. StudieInstitut der deutschen Wirtschaft
    Veröffentlicht 30.11.-0001Abgerufen 24.08.2026
  3. MediumZDFheute
    Veröffentlicht 23.08.2026Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:21:52–00:22:14

Ergebnisse einer neuen SOEP-Längsschnittanalyse zur AfD-Unterstützung.

Richtig
Originalauszug
Viele Menschen wählen die AfD, weil sie große Sorgen um die Zuwanderung haben. Das ist wirklich der größte Effekt, und so übliche Verdächtige, wie dass man sich als Modernisierungsverlierer fühlt, haben gar nicht so einen großen Ausschlag.
Einordnung

Die PLOS-One-Studie nutzt 110.194 SOEP-Beobachtungen von 31.985 Personen aus den Jahren 2014 bis 2024. Einwanderungssorgen erklären laut Autoren rund 75 Prozent der statistisch erklärbaren Variation der AfD-Unterstützung und 90 Prozent beim berichteten Wahlverhalten; Benachteiligungsvariablen fügen vergleichsweise wenig hinzu. Das stützt Steckers Aussage, beweist aber keinen identischen persönlichen Beweggrund bei allen Wählerinnen und Wählern.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. MediumNDR
    Veröffentlicht 24.08.2026Abgerufen 24.08.2026
  2. StudiePLOS One
    Veröffentlicht 21.07.2026Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:29:08–00:29:18

Wortlaut und formale Bezeichnung des CDU-Parteitagsbeschlusses von 2018.

Teilweise richtig
Originalauszug
Sie steht ja im Programm der CDU. – Nein, nicht das Wort Brandmauer. – Der Unvereinbarkeitsbeschluss. – Das ist ja etwas anderes.
Einordnung

Der CDU-Parteitagsbeschluss vom 8. Dezember 2018 schließt Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der AfD aus. Das Wort „Brandmauer“ enthält das veröffentlichte Dokument nicht. Auch „Unvereinbarkeitsbeschluss“ ist die gebräuchliche politische Kurzbezeichnung, nicht sein formaler Titel. Miosgas inhaltlicher Verweis stimmt; Laschets Einwand zum tatsächlich dokumentierten Wortlaut ist daher korrekt.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. MediumNDR
    Veröffentlicht 24.08.2026Abgerufen 24.08.2026
  2. PrimärquelleCDU Deutschlands
    Veröffentlicht 08.12.2018Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:31:42–00:33:01

Vergleich der Vergabe parlamentarischer Leitungsämter in NRW und im Bundestag.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Im Landtag von Nordrhein-Westfalen hat natürlich die AfD, obwohl sie nur fünf Prozent hat, einen Ausschussvorsitz ... Im Bundestag hat sie das nicht. Sie kriegt nicht mal einen stellvertretenden Vorsitzenden. – Und auch den Vizepräsidentenposten? – Das ist schon wieder eine kompliziertere Frage.
Einordnung

In Nordrhein-Westfalen wurde der Vorsitz des Wissenschaftsausschusses nach der vereinbarten Stellenverteilung der AfD zugesprochen. Im Bundestag besitzt die AfD Vorschlagsrechte, doch ihre Kandidaten erreichten in den erforderlichen Wahlen keine Mehrheit; auch Malte Kaufmann scheiterte als Vizepräsident. „Sie erhält die Posten nicht“ beschreibt das Ergebnis, darf aber nicht mit einem automatischen Rechtsanspruch auf einen bestimmten Kandidaten verwechselt werden.

Quellen zu dieser Aussage (3)
  1. PrimärquelleLandtag Nordrhein-Westfalen
    Veröffentlicht 21.09.2022Abgerufen 24.08.2026
  2. PrimärquelleDeutscher Bundestag
    Veröffentlicht 16.10.2025Abgerufen 24.08.2026
  3. SonstigeDeutscher Bundestag
    Abgerufen 20.05.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:38:32–00:38:55

Abstrakte Demokratiezustimmung und konkrete Systemunzufriedenheit unter AfD-Anhängern.

Kontext fehlt
Originalauszug
Da sagen alle Wählerinnen und Wähler, auch der AfD, zu weit über 90 Prozent, dass sie Demokratie für die beste Staatsform halten. Wenn man fragt, wie zufrieden sie mit der derzeitigen Praxis sind, dann bricht das bei AfD-Wählern enorm ein.
Einordnung

Der Deutschland-Monitor findet unter AfD-Sympathisanten nur vier Prozent klar Antidemokratische, zugleich aber sehr viele system- oder politikkritische Befragte. Andere ostdeutsche Untersuchungen messen bei AfD-Wählenden deutlich mehr als zehn Prozent Ablehnung der Demokratie als Staatsidee. Der behauptete Wert „weit über 90 Prozent“ ist deshalb nicht allgemein übertragbar; er hängt von Jahr, Stichprobe und genauer Frageformulierung ab.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StudieBeauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland
    Veröffentlicht 30.11.-0001Abgerufen 24.08.2026
  2. StudieKomRex, Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:39:15–00:39:28

Frühere Parteizugehörigkeiten zweier prominenter AfD-Politiker.

Richtig
Originalauszug
Siegmund war vorher in der Union, auch Alexander Gauland.
Einordnung

Das offizielle Volkshandbuch des Landtags Sachsen-Anhalt nennt für Ulrich Siegmund eine CDU-Mitgliedschaft von 2008 bis 2014. Die Bundestagsbiografie Alexander Gaulands dokumentiert seine jahrzehntelange CDU-Mitgliedschaft und seine spätere Rolle als Mitgründer der AfD. Steckers knappe biografische Aussage ist damit durch zwei amtliche Quellen belegt. Aus früheren Parteizugehörigkeiten allein lassen sich allerdings keine heutigen programmatischen Übereinstimmungen ableiten.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. PrimärquelleLandtag Sachsen-Anhalt
    Abgerufen 24.08.2026
  2. PrimärquelleDeutscher Bundestag
    Abgerufen 24.08.2026
Geprüfte AussageZeitstempel: 00:41:52–00:42:10

Langzeitstabilität migrationspolitischer Einstellungen und Grenzen dieser Verallgemeinerung.

Überwiegend richtig
Originalauszug
Die Zuwanderungseinstellungen von Menschen sind sehr stabil über Jahre. Da ändert sich auch kaum was durch die Flüchtlingskrise.
Einordnung

Eine Untersuchung von neun Paneldatensätzen beschreibt migrationspolitische Einstellungen als bemerkenswert stabil und robust gegenüber größeren politischen oder wirtschaftlichen Schocks. Auch der Sachverständigenrat dokumentiert längerfristige Einstellungsmuster. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Fluchtmigration 2015 bei allen Menschen kaum etwas änderte. Kurzfristige Stimmungen, die Bedeutung des Themas für Wahlentscheidungen und Einstellungen einzelner Gruppen können sich durchaus verschieben.

Quellen zu dieser Aussage (2)
  1. StudieThe Journal of Politics
    Veröffentlicht 13.08.2021Abgerufen 24.08.2026
  2. StudieSachverständigenrat für Integration und Migration
    Veröffentlicht 30.11.-0001Abgerufen 24.08.2026

Transparenzhinweis

Dieser Faktencheck wurde redaktionell mit KI-Unterstützung aus dem vollständigen offiziellen NDR-Untertiteltranskript, lokal geprüftem NDR-Originalton und dokumentierten Quellen erstellt.

Umfragen sind Momentaufnahmen und keine Wahlprognosen. Die Bewertung bezieht sich auf die dokumentierte Quellenlage am 24. August 2026.

Neue Umfragen, Wahlergebnisse, Gerichtsentscheidungen oder amtliche Veröffentlichungen können Bewertungen verändern.

Gesamtfazit

Die Runde beschreibt den AfD-Aufstieg überwiegend korrekt. Entscheidende Präzisierungen betreffen die AfD-Programmatik, die Rechtslage bei Parlamentsämtern, die Aussagekraft von Umfragen sowie zwei falsch oder zu pauschal wiedergegebene Details.